Odoo Online: Was möglich ist und was nicht
Kurz gesagt
Odoo Online ist die Hostingart, in der Odoo die Datenbank hostet und verwaltet; Sie arbeiten im Browser. Standard-Apps und Anpassungen ohne eigenen Code (Odoo Studio) sind möglich, eigene Module mit Python-Dateien und Module aus dem Odoo Apps-Store nicht (Dokumentation 20.0). Studio, mehrere Firmen und die externe API nennt die Preisseite im Tarif Custom; eine Mehrfirmenumgebung erlaubt laut Preis-FAQ auch der Tarif „Eine App Gratis“, und Studio kann dort laut derselben FAQ die einzige App sein. Stand 14. Oktober 2026.
Das Wichtigste
- Odoo Online: von Odoo gehostete und verwaltete Datenbanken, Zugriff im Browser.
- Eigene Module zum Installieren — darunter Module mit Python-Dateien — und Module aus dem Odoo Apps-Store sind mit Odoo Online unvereinbar; daher laufen dort keine Upgrade-Skripte.
- Anpassungen ohne eigene Moduldateien bleiben möglich: Odoo Studio kann in einer Automatisierungsregel Python-Code ausführen, und der Abonnementvertrag zählt pythonbasierte Anpassungen in der Datenbank zu den Extra Modules; die Wartung solchen Codes ist nicht im Tarifpreis enthalten.
- Odoo Studio, mehrere Firmen und die externe API nennt die Preisseite im Tarif Custom; im Tarif „Eine App Gratis“ erlaubt sie laut Preis-FAQ eine Mehrfirmenumgebung und lässt Studio als einzige App zu.
- Erweiterter Support ist auf Odoo Online nicht verfügbar; ein Produktions-Upgrade lässt sich nicht zurücknehmen.
- Über 100 GB Speicherverbrauch kann Odoo das Konto prüfen; der Odoo-Mailserver begrenzt den Versand standardmäßig auf 5 bis 200 E-Mails pro Tag, der Support kann das Kontingent erhöhen, ein eigener Mailserver hebt die Grenze auf.
Ob eine Lösung auf Odoo Online passt, entscheiden zwei Fragen: Braucht sie ein eigenes Modul zum Installieren und Pflegen, oder braucht sie eine Änderung am Server? In beiden Fällen ist Odoo Online die falsche Hostingart. Anpassungen im Datenbankinneren bleiben möglich: Odoo Studio kann in einer Automatisierungsregel Python-Code ausführen (Dokumentation 20.0, Automation rules), und der Abonnementvertrag zählt pythonbasierte Anpassungen in der Datenbank zu den Extra Modules; die Wartung benutzerdefinierten Codes ist nicht im Tarifpreis enthalten. Bleiben ein eigenes Modul und eine Serveränderung aus, sind die weiteren Grenzen betrieblich: Testkopien, Speicher, Mailversand und Upgrades. Die drei Hostingarten stellt die Hosting-Übersicht gegenüber.
Was Odoo Online ist
Nach der Dokumentation 20.0 sind Datenbanken auf Odoo Online privat, von Odoo gehostet und verwaltet und in jedem Browser erreichbar. Eine Installation auf Ihrem Rechner ist nicht nötig. Sie können sie dauerhaft produktiv nutzen oder Odoo damit prüfen, einschließlich Anpassungen, die keinen eigenen Code erfordern.
Neben den Hauptversionen laufen auf Odoo Online die SaaS-Versionen, in der Dokumentation Online-Versionen genannt. Sie erscheinen alle zwei bis drei Monate, sind nur auf Odoo Online verfügbar und für den erweiterten Support nicht zugelassen. Verwaltet wird die Datenbank im Datenbankmanager (Database Manager) in Ihrem Odoo-Konto; die Anmeldung dort setzt Administratorrechte voraus.
Die Datenbank liegt in einer gewählten Hostingregion; die Cloud-Hosting-SLA nennt Europa, Amerika, Asien/Pazifik, Naher Osten und Nordasien sowie Ozeanien. Für die Sicherungskopien gilt das nicht: Laut derselben SLA werden sie in mehreren Rechenzentren in Europa und Kanada repliziert, und es ist nicht möglich, die Regionen der Sicherungskopien zu wählen oder einzuschränken. Welche Verträge dafür nötig sind, behandelt Odoo-Hosting und DSGVO.
Was möglich ist und was nicht
Die Tabelle stellt die Funktionen neben die Grenzen. Die Spalte Quelle nennt das Dokument; die vollständigen Angaben stehen im Quellenverzeichnis.
| Funktion | Odoo Online | Quelle |
|---|---|---|
| Standard-Apps aus dem Odoo-Programm | ja; laut Tarifvergleich enthalten die Tarife Standard und Custom alle Apps und der Tarif „Eine App Gratis“ eine einzige App | Preisseite, Tarifvergleich |
| Anpassungen mit Odoo Studio | ja; in einer Automatisierungsregel ist Python-Code möglich, die Installation im Tarif Standard löst laut Studio-Dokumentation den Wechsel in den Tarif Custom aus, und die Preis-FAQ nennt Studio als mögliche einzige App des Tarifs „Eine App Gratis“ | Studio (Doku 20.0); Preisseite |
| Eigene Module zum Installieren, auch solche mit Python-Dateien | nein, Installation nicht erlaubt | Odoo Online (Doku 20.0); Upgrade a customized database |
| Module aus dem Odoo Apps-Store | nein, unvereinbar | Odoo Online (Doku 20.0) |
| Externe API (JSON-2 und RPC) | ja, im Tarif Custom; Aufrufe gedrosselt | Preisseite; Acceptable Use Policy |
| Mehrere Firmen in einer Datenbank | ja; laut Preis-FAQ erlaubt der Tarif „Eine App Gratis“ eine Mehrfirmenumgebung, und der Tarifvergleich führt sie nur beim Tarif Custom; das Hinzufügen weiterer Unternehmen löst danach den Wechsel in den Tarif Custom aus | Preisseite |
| Testkopien der Datenbank | ja, höchstens fünf je Datenbank, Verfall nach 15 Tagen | Odoo Online (Doku 20.0) |
| Backup herunterladen | ja, tägliche Sicherung; sehr große Datenbanken nur über den Support; Regionen der Sicherungskopien nicht wählbar | Odoo Online (Doku 20.0); Cloud-SLA |
| Eigene Domain | ja, im Datenbankmanager | Odoo Online (Doku 20.0) |
| Speicher | bei mehr als 100 GB Speicherverbrauch kann das Konto geprüft werden | Acceptable Use Policy |
| E-Mail-Versand | Odoo-Mailserver voreingestellt; Standardlimit 5 bis 200 E-Mails pro Tag, abhängig von Abo, Apps und einer laufenden Migration; der Support kann das Kontingent erhöhen, ein eigener Mailserver hebt das Limit auf; Port 25 gesperrt | E-Mail (Doku 20.0) |
| Upgrade | über den Datenbankmanager; nach dem Produktions-Upgrade keine Rückkehr | Upgrade (Doku 20.0) |
| Erweiterter Support | nein | Support-Übersicht (Doku 20.0) |
Zur Zeile Speicher: Die Richtlinie nennt 100 GB Speicherverbrauch als Schwelle; Konten mit mehr als 100 GB kann Odoo prüfen und einen Umzug auf Odoo.sh mit gemessenem Speicher oder das Verkleinern der Daten vorschlagen. Zur Zeile Mehrere Firmen: Der Tarifvergleich führt „Mehrere Firmen“ nur beim Tarif Custom, während die Preis-FAQ eine Mehrfirmenumgebung im Tarif „Eine App Gratis“ bejaht und das Hinzufügen weiterer Unternehmen als Auslöser für den Wechsel in den Tarif Custom nennt. Zur Zeile Anpassungen mit Odoo Studio: Eine Automatisierungsregel kann Python-Code ausführen; die Wartung benutzerdefinierten Codes ist laut Preisseite nicht im Tarifpreis enthalten und wird laut Abonnementvertrag nach Codezeilen abgerechnet. Dieselbe Preisseite nennt Studio außerdem als mögliche einzige App des Tarifs „Eine App Gratis“, während die Studio-Dokumentation den Wechsel in den Tarif Custom beschreibt, wenn Studio in einer Datenbank im Tarif Standard installiert wird; der Artikel gibt beide Angaben der Seiten wieder und schreibt keiner von beiden eine allgemeine Tarifbindung zu. Zur Zeile Externe API: Als externe API zählt laut Preisseite nur der Fall, dass fremde Software Aufrufe an Odoo richtet, über JSON-RPC oder XML-RPC. Ruft Odoo selbst einen Dienst auf — Zahlungsanbieter, Zustelldienste, Bankabgleich —, gehört das zum Standardtarif. Die Drosselung steht nicht in der Preisseite, sondern in der Acceptable Use Policy, die Bestandteil des Abonnementvertrags ist.
Was der Tarif ändert
Der Tarif Standard ist laut Preisseite auf Odoo Online gehostet, um Datenbanken ohne benutzerdefinierte Module zu betreiben. Der Tarif Custom enthält zusätzlich Odoo Studio, mehrere Firmen und die externe API; mit dem Tarif Custom hosten Sie wahlweise auf Odoo Online, auf Odoo.sh oder auf einem eigenen Server. Laut Preis-FAQ kann Studio daneben im Tarif „Eine App Gratis“ die einzige App sein.
Der Tarif Custom hebt die Grenzen der Plattform nicht auf. Eigene Module zum Installieren, auch solche mit Python-Dateien, bleiben auf Odoo Online ausgeschlossen; die Upgrade-Dokumentation nennt als Folge, dass dort keine Upgrade-Skripte laufen können. Die Studio-Dokumentation beschreibt Studio als Werkzeug, das ohne Programmierkenntnisse auskommt; eine Automatisierungsregel kann dennoch Python-Code ausführen, und der Abonnementvertrag zählt pythonbasierte Anpassungen in der Datenbank zu den Extra Modules: Ihre Anpassungen liegen im Datenbankmodul studio_customization und lassen sich als ZIP-Datei exportieren. Für eigene Module brauchen Sie Odoo.sh oder einen eigenen Server (Odoo.sh: Leistungen und Grenzen, Odoo On-Premise: Aufwand). Nach der Preisseite ist die Pflege benutzerdefinierten Codes nicht im Tarifpreis enthalten; der Abonnementvertrag rechnet Leistungen für solche Anpassungen nach Codezeilen ab.
Ein Rechenbeispiel für die Drosselung
Beispielrechnung: Ein Betrieb gleicht jede Nacht 8.000 Artikel über die externe API ab, ein Aufruf je Datensatz. Die Acceptable Use Policy untersagt ungedrosselte RPC- und API-Aufrufe und hält gedrosselte Aufrufe mit einem Aufruf pro Sekunde ohne parallele Aufrufe bei nicht dauerhafter Nutzung typischerweise für akzeptabel. Nimmt man diesen Wert als Obergrenze, dauert der Abgleich mindestens 8.000 Sekunden, also rund zwei Stunden und 13 Minuten. Kommt ein Aufruf dazwischen nicht durch, wird es länger. Für Importe verweist die Richtlinie auf Stapel-Schnittstellen; ob ein solcher Lauf in Ihr Wartungsfenster passt, prüfen Sie vor der Einführung. Auch die Admin-Aktivitätsprotokolle dürfen über die Schnittstelle höchstens alle fünf Minuten abgefragt werden.
Typische Fehler
- Das Angebot nennt Odoo Online und zugleich eigene Module zum Installieren. Odoo Online ist laut Dokumentation 20.0 mit eigenen Modulen und Modulen aus dem Odoo Apps-Store unvereinbar; Anpassungen in Odoo Studio bleiben möglich. Klären Sie vor der Unterschrift, welche Hostingart gemeint ist.
- Studio wird mit einem eigenen Modul verwechselt. Studio deckt Felder, Ansichten, Modelle, Automatisierungen — in einer Regel auch mit Python-Code — und Berichte ab; ein eigenes installierbares Modul ersetzt es nicht, und die Wartung solchen Codes ist nicht im Tarifpreis enthalten.
- Eine Schnittstelle wird ohne Drosselung geplant. Ungebremste Massenaufrufe sind laut Acceptable Use Policy untersagt.
- Der Speicherbedarf bleibt ungeprüft. Prüfen Sie den gesamten Speicherverbrauch des Kontos; oberhalb von 100 GB kann Odoo das Konto prüfen.
- Massenmails werden aus Odoo Online erwartet. Der Odoo-Mailserver begrenzt den Versand standardmäßig auf 5 bis 200 E-Mails pro Tag; der Support kann das Kontingent erhöhen, ein eigener Mailserver hebt das Limit auf.
- Das Upgrade wird als Rückfahrkarte geplant. Nach einem Produktions-Upgrade ist die Rückkehr zur alten Version nicht mehr möglich.
So prüfen Sie vor der Entscheidung
- Sortieren Sie Ihre Anforderungen: Braucht eine davon ein eigenes Modul zum Installieren, ein Modul aus dem Apps-Store oder eine Änderung am Server? Dann passt Odoo Online nicht; Anpassungen in Odoo Studio bleiben davon unberührt.
- Prüfen Sie, ob Odoo Studio alle gewünschten Anpassungen abdeckt, und testen Sie sie auf einer Kopie. Denken Sie daran, dass die Installation von Studio in einem Abo mit Tarif Standard den Wechsel in den Tarif Custom auslöst.
- Rechnen Sie die Aufrufe Ihrer Schnittstellen pro Stunde durch und planen Sie Drosselung sowie Stapelimporte ein.
- Schätzen Sie den Speicherbedarf samt Anhängen; die Richtlinie greift bei Konten mit mehr als 100 GB Speicherverbrauch.
- Klären Sie den Mailversand: Tageslimit, Absenderdomain mit SPF, DKIM und DMARC, Port 25 ist gesperrt.
- Halten Sie den Ausstieg bereit: Backup-Download im Datenbankmanager (bei zu großen Datenbanken nur über den Support), Umzug auf Odoo.sh oder einen eigenen Server (Backup-Strategie). Erweiterter Support und die Rückkehr nach einem Produktions-Upgrade stehen nicht zur Verfügung.