OCA (Odoo Community Association): Definition
Kurz gesagt
Die Odoo Community Association (OCA) ist ein gemeinnütziger Verein in Lausanne, der Odoo-Module unter Open-Source-Lizenzen bereitstellt, und sie ist nicht Odoo S.A.: Hersteller und Verein sind getrennte Organisationen. OCA-Module mit Python-Code laufen auf Odoo.sh oder eigenen Servern, nicht auf Odoo Online; dort lässt die Dokumentation nur Anpassungen ohne eigenen Code und importierbare Datenmodule ohne Python-Dateien zu. Vor dem Einsatz zählen Versionszweig und Lizenz des einzelnen Moduls.
Das Wichtigste
- Gemeinnütziger Verein nach Schweizer Recht, Sitz Lausanne (Statuten Artikel 1 und 2, angenommen am 1. Juni 2014).
- Nicht Odoo S.A.: Der Hersteller in Belgien ist ein eigenes Unternehmen; die OCA-FAQ verneint eine Kontrolle durch ihn.
- Die Module liegen in Repositorys der GitHub-Organisation OCA, je Odoo-Version in einem eigenen Zweig.
- Der OCA Apps Store nennt am 14. Oktober 2026 7.209 Einträge, ausgewiesen als kostenlos und quelloffen.
- Die Statuten verlangen eine OSI-anerkannte Lizenz; laut OCA-FAQ steht der größte Teil des Codes unter AGPL-3.
- Auf Odoo Online sind eigene Module und Module aus dem Odoo Apps Store laut Dokumentation 20.0 nicht möglich; zulässig sind dort Anpassungen ohne eigenen Code und importierbare Datenmodule ohne Python-Dateien. OCA-Module mit Python-Code laufen daher nicht auf Odoo Online.
OCA (Odoo Community Association) ist ein gemeinnütziger Verein nach Schweizer Recht mit Sitz in Lausanne, der Odoo-Erweiterungen als Open-Source-Module sammelt, begutachtet und pflegt.
Was die OCA liefert
Die Module liegen in Repositorys der GitHub-Organisation OCA, für jede Odoo-Version in einem eigenen Zweig; der OCA Apps Store macht sie durchsuchbar und weist am 14. Oktober 2026 insgesamt 7.209 Einträge aus, die dort als kostenlos und quelloffen geführt werden. Aufgenommen wird, was die Begutachtung nach den OCA-Richtlinien besteht; diese verlangen unter anderem einen Lizenz- und einen Versionsschlüssel im Manifest eines Moduls. Schreibrechte setzen ein unterzeichnetes Contributor License Agreement voraus. Gesteuert werden die Repositorys von Project Steering Committees, und die Vereinigung führt Lokalassoziationen, darunter eine für Deutschland.
Was die OCA nicht ist
- Nicht Odoo S.A.: Der Hersteller der Software mit Hauptsitz in Grand Rosière (Belgien) ist ein eigenes Unternehmen. Auf die Frage, ob Odoo S.A. die Vereinigung kontrolliere, antwortet deren FAQ mit Nein.
- Nicht die Community Edition: Sie bezeichnet die quelloffene Edition der Software, nicht die Vereinigung dahinter (siehe Odoo Community).
- Nicht der Odoo Apps Store: Die OCA führt unter apps.odoo-community.org einen eigenen Katalog; daneben steht der Odoo Apps Store unter apps.odoo.com.
Beispiel (erfunden)
Ein Handwerksbetrieb sucht eine Auswertung, die der Standard nicht mitbringt, und findet im OCA Apps Store ein Modul für seinen Versionszweig. Vor dem Einbau liest er den Lizenzschlüssel im Manifest und prüft, ob das Modul für die Zielversion gepflegt wird. Das ausgewählte Modul bringt eigenen Python-Code mit: es definiert seine Modelle in Python-Dateien. Läuft die Datenbank auf Odoo.sh oder auf einem eigenen Server, ist der Einbau möglich; auf Odoo Online nicht, weil die Dokumentation 20.0 dort nur Anpassungen ohne eigenen Code und importierbare Datenmodule ohne Python-Dateien zulässt.
Lizenzen und Trägerschaft
Die Statuten der OCA, angenommen am 1. Juni 2014 in Lausanne, nennen als Rechtsgrundlage Artikel 60 ff. des Schweizer Zivilgesetzbuchs und verpflichten die Vereinigung, alle von ihr kontrollierten Entwicklungen unter einer von der Open Source Initiative anerkannten Lizenz zu veröffentlichen. Nach der FAQ der Vereinigung steht der größte Teil des Codes unter der GNU AGPL Version 3; jedes einzelne Modul kann aber eine andere Lizenz tragen, maßgeblich ist der Schlüssel license in seiner Manifestdatei. Welche Pflichten daraus für Ihren Betrieb folgen, lassen Sie vor dem Einsatz klären.