On-Premise (Odoo selbst betreiben)
Kurz gesagt
On-Premise heißt bei Odoo, dass Ihr Betrieb die Software auf eigenen Systemen installiert und betreibt, die nicht unter der Kontrolle von Odoo S.A. stehen; im Abonnementvertrag heißt das Self-Hosting. Updates, Sicherungen und Serverpflege bleiben bei Ihnen, während Odoo Online und Odoo.sh von Odoo betrieben werden. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gilt dasselbe (Stand 14. Oktober 2026).
Das Wichtigste
- Selbstbetrieb: Software auf Systemen Ihrer Wahl, die nicht unter der Kontrolle von Odoo S.A. stehen (Abschnitt 3 des Abonnementvertrags).
- Beide Editionen sind möglich: Community unter LGPLv3 ohne Abonnement; Enterprise nur mit gültigem Abonnement für die richtige Benutzerzahl, mit einem gültigen Partnervertrag zusätzlich in einer reinen Test- oder Entwicklungsumgebung.
- Eigene Module und Drittmodule aus dem Apps Store laufen nur auf Odoo.sh oder einer eigenen Installation, nicht auf Odoo Online; die Store-FAQ lässt auf Odoo Online allein Datenmodule ohne Python-Dateien zu.
- Pflichten bleiben beim Betrieb: Bugfix-Updates, tägliche Sicherungen auf einen getrennten Archivserver, Server- und Zugangsschutz.
- Je Enterprise-Abonnementcode ist nur eine Datenbank zulässig; die Prüfung öffnet wöchentlich eine Verbindung zu services.odoo.com.
- Auf eigenem Server kann eine Datenbank auf einer Version bleiben; die Preisseite verlangt die neueste stabile Version.
On-Premise (im Abonnementvertrag Self-Hosting, deutsch Selbstbetrieb) ist bei Odoo der Betrieb der Unternehmenssoftware auf Infrastruktur des Kunden. Wo sonst Odoo S.A. die Datenbank verwaltet, bleiben Installation, Sicherungen und Versionswechsel beim Betrieb selbst.
Wozu On-Premise dient
Selbstbetrieb passt zu Betrieben, die Server, Datenstandort und Versionswechsel selbst bestimmen. Eigene Module und Module aus dem Apps Store laufen nur auf Odoo.sh oder einer eigenen Installation, nicht auf Odoo Online; die Apps-FAQ lässt dort allein Datenmodule ohne Python-Dateien zu und weist darauf hin, dass sich die Verträglichkeit eines Moduls mit Odoo Online von Version zu Version ändern kann. Die Dokumentation nennt die Paketinstallation für langfristigen Produktivbetrieb geeignet, aber mit zusätzlicher Bereitstellungs- und Wartungsarbeit. Zur Edition: Community steht unter LGPLv3 und braucht kein Abonnement, Odoo Enterprise dagegen nur mit gültigem Abonnement für die richtige Benutzerzahl; mit einem gültigen Partnervertrag ist die Nutzung zusätzlich, aber beschränkt auf eine reine Test- oder Entwicklungsumgebung erlaubt.
Welche Betriebspflichten bleiben
Die folgenden Aufgaben übernimmt beim Selbstbetrieb kein Hersteller mehr; die Dokumentation 20.0 beschreibt sie, für Enterprise setzt der Abonnementvertrag sie voraus. Serverzugang und Datenbankmanager verlangen Administrationsrechte.
- Bugfix-Updates: die neueste Revision der eigenen Edition über die bestehende Installation legen, vorher vollständig sichern, danach den Dienst neu starten; die Anleitung gilt nur für eigene Hosting-Infrastruktur, denn auf den Cloud-Lösungen laufen Updates automatisch.
- Sicherungen: täglich Datenbank und Filestore sichern und auf einen Archivserver kopieren, der vom Odoo-Server aus nicht erreichbar ist. Abschnitt 6.1 verlangt angemessenen Schutz und schließt Odoos Haftung für Datenverlust aus.
- Server- und Zugangsschutz: starkes Masterpasswort, Datenbankmanager an internetnahen Systemen abschalten, keine Demodaten, PostgreSQL-Benutzer ohne Superuser-Rechte, HTTPS mit gültigem Zertifikat, SSH ohne Passwortanmeldung.
- Überwachung: Mehrprozessbetrieb mit passenden Speicher-, Zeit- und Anfragegrenzen, CPU-Last messen, Anmeldeeinträge auswerten; die Dokumentation nennt dafür ein fail2ban-Beispiel.
- Enterprise-Datenbank registrieren: Abonnementcode im Dashboard eintragen; je Code ist nur eine Datenbank zulässig, und die Prüfung öffnet wöchentlich eine Verbindung zu services.odoo.com. Bei zu vielen Nutzern bleiben 30 Tage bis zum Ablauf.
- Hauptversions-Upgrade planen: über den Upgrade-Dienst mit einer Kopie der Datenbank; eigene Module brauchen vorher eine Fassung für die Zielversion, und die hochgezogene Datenbank prüfen Sie selbst.
Beispiel
Ein Betrieb braucht ein eigenes Modul und will die Datenbank auf dem eigenen Server halten: Er installiert Odoo selbst, trägt den Abonnementcode ein und betreibt Updates, Sicherungen und Überwachung mit eigenem Personal. Den Zeitaufwand schätzt Odoo auf eigenem Server, die Alternativen zeigt der Hostingarten im Überblick.
Grundlage
Die Regeln für den Selbstbetrieb stehen nicht in einem Gesetz, sondern im Odoo Enterprise Subscription Agreement, Version 13 vom 24. September 2026 (Abschnitte 3 und 6.1), und in der Dokumentation 20.0. Auf einem eigenen Server können Sie eine Datenbank unbegrenzt auf einer Version weiterbetreiben; die Preisseite verlangt am 14. Oktober 2026 von Nutzern der On-Premise-Version dagegen die neueste stabile Version. Die geöffneten Seiten unterscheiden nicht nach dem Land des Kunden.
Nicht zu verwechseln mit
- Odoo Online: von Odoo gehostet und verwaltet, aber ohne eigene Codemodule; allein Datenmodule ohne Python-Dateien sind dort zulässig.
- Odoo.sh: die Cloud-Plattform von Odoo für eigenen Code aus einem GitHub-Repository.
- Odoo Enterprise: die lizenzpflichtige Edition, nicht das Hostingmodell.
- Odoo Community: die freie Edition unter LGPLv3, die Sie ohne Abonnement selbst betreiben.