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Fremdmodule für Odoo: Prüfkriterien vor dem Einsatz

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Gilt für: Odoo 20.0 Community und Enterprise; Odoo.sh und On-Premise, nicht Odoo Online; Zusatzmodule Dritter; Stand 14. Oktober 2026

Kurz gesagt

Ein Zusatzmodul ist tragfähig, wenn fünf Punkte geklärt sind: die Lizenz im Manifest, eine Fassung für Ihre Odoo-Version, ein Upgrade-Pfad mit Quellcode, ein Start ohne Aktivierungsschlüssel und eine Zuständigkeit für Fehler. Module aus dem Apps Store laufen in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht auf Odoo Online (Ausnahme: Datenmodule ohne Python-Dateien), sondern nur auf Odoo.sh und auf eigenem Server.

Das Wichtigste

  • Module aus dem Apps Store laufen nicht auf Odoo Online; ausgenommen sind Datenmodule ohne Python-Dateien.
  • Die Rechte am Modul stehen im Lizenzschlüssel der Manifest-Datei; fehlt er, bleiben sie unklar.
  • Ab Odoo-Version 13.0 ist jede Modulversion ein eigenes Produkt; ein Kauf gilt nur für diese Version.
  • Eine Datenbank mit eigenen Modulen lässt sich nicht upgraden, bis der Quellcode für die Zielversion vorliegt.
  • Fehler melden Sie über die Store-Plattform; Ansprüche sind innerhalb der ersten zwei Monate ab dem Kaufdatum möglich.
  • Das Enterprise-Abonnement deckt Zusatzmodule nur auf Odoo Online oder gegen Wartungsentgelt ab.

Zusatzmodule, auch Apps oder Fremdmodule genannt, ergänzen Odoo um Funktionen, die der Standard nicht enthält. Sie stammen von der Odoo Community Association (OCA), von Odoo-Partnern, von unabhängigen Anbietern oder aus dem Odoo Apps Store.

Worum es bei der Auswahl geht

Ein Modul kann technisch einwandfrei arbeiten und trotzdem unbrauchbar werden: wenn der Anbieter die Lizenz nicht angibt, keine Fassung für die nächste Hauptversion nachliefert, den Quellcode verschließt oder Fehler nicht behebt. Prüfen Sie deshalb nicht die Funktion, sondern die Nachweise hinter dem Modul. Die Prüfung gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz gleich; was Odoo selbst liefert, steht in Odoo Community oder Enterprise: Die Unterschiede.

Den Rahmen setzt die Hostingform. Odoo Online ist laut Dokumentation 20.0 mit eigenen Modulen und mit Modulen aus dem Apps Store unvereinbar; die Store-FAQ lässt als Ausnahme nur Datenmodule ohne Python-Dateien zu. Eigene Module und Module aus dem Apps Store laufen deshalb nur auf Odoo.sh und auf einem eigenen Server. Klären Sie das vor dem Kauf: Auf einer Datenbank, die auf Odoo Online läuft, schließt der Store eine Erstattung aus, und eine Erstattung setzt voraus, dass Sie die Nutzung des Moduls einstellen und alle Kopien löschen (Apps Sales Conditions, Abschnitt Odoo Apps Refund Policy).

Die OCA prüft ihre Module in Zweigen je Odoo-Version mit automatischen Tests; die Einzelheiten stehen in OCA-Module einsetzen.

Diese fünf Kriterien zählen

Die Tabelle nennt je Punkt den Grund, den Fundort und die Frage an den Anbieter.

Kriterium Warum es zählt Wo Sie nachsehen Frage an den Anbieter
Lizenz Sie bestimmt, was Sie mit dem Code tun dürfen. Lizenzschlüssel im Manifest, Seite Licenses der Dokumentation 20.0 “Unter welcher Lizenz steht die Fassung, die ich für meine Version kaufe?”
Version Ohne Fassung für Ihre Odoo-Version lässt sich das Modul dort nicht installieren. Versionsschlüssel im Manifest, Abschnitt Availability der Modulseite “Für welche Odoo-Versionen gibt es eine gepflegte Fassung, und gilt mein Kauf auch für die Zielversion?”
Upgrade-Pfad Eine Datenbank mit eigenen Modulen lässt sich nicht upgraden, bis deren Quellcode für die Zielversion vorliegt. Versionsschlüssel und Änderungsdatum, Upgrade-Dokumentation, Ziffern 2 und 4.3 des Abonnementvertrags “Wer passt das Modul beim nächsten Versionswechsel an, zu welchem Preis und bis wann?”
Quellcode-Zugang Ohne lesbaren Code können Sie Fehler nicht eingrenzen und den Anbieter nicht wechseln. Umfang des Kaufs, Store-Richtlinien zu Aktivierungsschlüsseln “Erhalte ich den vollständigen Quellcode, und ruft das Modul Dienste außerhalb meiner Datenbank auf?”
Support Die Zuständigkeit für Fehler entscheidet, wer einen Ausfall behebt und in welcher Frist. Store-Bedingungen, Store-FAQ, Ziffern 2 und 4.1 bis 4.6 des Abonnementvertrags “Wer behebt Fehler, binnen welcher Frist, und was kostet die Anpassung an eine neue Version?”

Primärquelle für die Lizenz ist der Lizenzschlüssel im Manifest. Die Entwicklerdokumentation 20.0 nennt als Vorgabewert LGPL-3 und führt als mögliche Werte GPL, AGPL, OEEL-1 (Odoo Enterprise Edition License), OPL-1 (Odoo Proprietary License v1.0), Other OSI approved licence und Other proprietary. Die Store-FAQ nennt dieselben Werte und weist ein Modul ohne Lizenzangabe als Other proprietary aus. Für OPL-1 gilt nach der Seite Licenses: nutzbar nur mit einer beim Autor gekauften Lizenz oder mit einer schriftlichen Vereinbarung der Autoren; Weitergabe und Verkauf von Kopien sind untersagt; die Lizenzpflichten behandelt Odoo Community: Lizenz, Rechte und Grenzen.

Bei der Version zählt die angebotene Fassung, nicht die Zahl in der Beschreibung. Die Vendor Guidelines verlangen eine Versionsnummer mit Odoo-Version und der Zählung Hauptversion-Nebenversion-Fehlerkorrektur; die Entwicklerdokumentation verlangt für das Feld nur semantische Versionierung.

Eine Datenbank mit eigenen Modulen lässt sich nicht auf eine neue Version heben, solange deren Quellcode nicht für die Zielversion vorliegt (Dokumentation 20.0, Upgrade). Der Standard-Support einer Hauptversion dauert nach der Dokumentation 20.0 (Seite Standard and extended support) drei Jahre ab dem Release und ist auf Odoo Online, Odoo.sh und On-Premise verfügbar; die Seite stellt ihre Angaben unter den Vorbehalt des Enterprise-Abonnementvertrags. Version 20.0 ist im September 2026 erschienen, der geplante Schluss des Standard-Supports ist September 2029; Ihren Wechseltermin planen Sie mit Odoo-Versionen: Support-Dauer. Mit Enterprise-Abonnement wandelt der Upgrade-Dienst nur abgedeckte Zusatzmodule um; die übrigen Fremdmodule passt laut Ziffer 4.3 des Abonnementvertrags (Version 13 vom 24. September 2026) der Kunde selbst an.

Der Kauf liefert nach der Store-FAQ ein Paket, das Sie in Ihren Addons-Pfad kopieren; der Quellcode liegt damit auf Ihrem Server, unter OPL-1 dürfen Sie ihn aber nur so nutzen, wie die gekaufte Lizenz oder eine schriftliche Vereinbarung mit dem Autor es erlaubt. Die Vendor Guidelines verlangen einen Start ohne Aktivierungsschlüssel und dass Sie Eigentümer Ihrer Daten bleiben.

Für Fehler ist zuerst der Autor zuständig: Er muss nach der Store-FAQ Fehler beheben, die die beworbene Funktion verhindern, aber keine neuen Funktionen liefern. Mit Enterprise-Abonnement ist ein Fremdmodul nur abgedeckt, wenn es auf Odoo Online läuft oder Sie ein Wartungsentgelt dafür zahlen (Ziffer 2 des Abonnementvertrags); dann beginnt Odoo laut Ziffer 4.1 binnen zwei Werktagen mit der Bearbeitung, und Sicherheitshinweise schließen Extra Modules aus (Ziffer 4.2).

Woraus sich die Kosten zusammensetzen

Vier Posten gehören in die Rechnung; nur der erste steht auf der Modulseite.

Posten Was ihn bestimmt
Kaufpreis je Version Ab Version 13.0 gilt jede Fassung eines Drittmoduls als eigenes Produkt; ein Kauf für 13.0 berechtigt nur zu 13.0 (Apps Sales Conditions). Der Mindestpreis eines kostenpflichtigen Moduls beträgt laut Vendor Guidelines 9 Euro, abgerechnet in Euro oder US-Dollar; ohne Preisangabe ist das Modul kostenlos.
Abhängigkeiten Der Preis enthält nach der Store-FAQ den Preis des Moduls und jeder im Store verkauften Abhängigkeit.
Wartung im Abonnement Für abgedeckte Zusatzmodule rechnet Odoo monatlich je 100 Codezeilen ab; beim Upgrade kann Odoo für jedes abgedeckte Modul, das in den letzten zwölf Monaten ohne dieses Wartungsentgelt war, einmalig je fehlendem Monat nachberechnen (Ziffer 5.1 des Abonnementvertrags); die Beträge stehen nur in Ihrer Vereinbarung.
Eigener Aufwand Anpassung des Quellcodes an jede Zielversion, Test in einer Kopie der Datenbank und Fehlersuche, wenn der Anbieter nicht mehr liefert; Ziffer 4.3 legt das Prüfen und Abnehmen dem Kunden auf.

Die Modulpreise ändern sich im Store; prüfen Sie sie am Tag der Bestellung.

Warnsignale in Beschreibung und Manifest

  • Kein Lizenzschlüssel im Manifest: Der Store weist das Modul dann als Other proprietary aus, die Entwicklerdokumentation nennt LGPL-3 als Vorgabewert. Lassen Sie die Lizenz klären.
  • Keine Fassung für Ihre Version und keine für die nächste Hauptversion: Solange das Modul in der Datenbank liegt, blockiert es Ihr Upgrade.
  • Aktivierungsschlüssel: Laut Vendor Guidelines darf das Modul keinen Schlüssel zum Start verlangen. Ruft es externe Dienste auf, muss die Modulseite das laut derselben Richtlinie offen ausweisen.
  • Nachgeladener, verschleierter Code oder verborgene Funktionen: Solche Module entfernt der Store auf Meldung hin; er prüft nicht jede Veröffentlichung vorab.
  • Ein Spitzenplatz in der Store-Liste: Er entsteht aus fünf Merkmalen der Modulseite (Symbol, Titelbild, Lizenzangabe, Bewertung, HTML-Beschreibung), nicht aus deren Pflege.

Welche Kriterien für welchen Betrieb

Betriebssituation Was am meisten wiegt
Odoo Online in Deutschland, Österreich oder der Schweiz Module aus dem Apps Store und eigene Module lassen sich dort nicht installieren, ausgenommen Datenmodule ohne Python-Dateien; prüfen Sie zuerst, ob Studio oder eine Standard-App genügt (Odoo Online: Grenzen).
Odoo.sh mit privatem Repository Der Store lässt Drittmodule auf Odoo.sh zu, solange das Repository privat ist (Store-FAQ); Version und Upgrade-Pfad wiegen hier am schwersten, weil Ihr Abonnement nur abgedeckte Zusatzmodule umwandelt.
Eigener Server, Community ohne Abonnement Lizenz und Quellcode-Zugang wiegen am schwersten: Fehlerbehebung, Sicherheitsupdates und die Anpassung beim Upgrade liegen bei Ihnen oder beim Anbieter; siehe Odoo Community upgraden mit OpenUpgrade.
Enterprise-Abonnement auf Odoo.sh oder eigenem Server Klären Sie vorab, ob Sie ein Wartungsentgelt zahlen und das Modul damit abdecken lassen, oder ob Sie die Anpassung selbst tragen.
Übernahme einer bestehenden Datenbank Zuerst ein Verzeichnis der Module mit Lizenz und Version, dann die Zuständigkeit für Fehler; siehe Bestehende Odoo-Instanz übernehmen.

So prüfen Sie in fünf Schritten

  1. Lizenz lesen: Öffnen Sie im Zweig für Ihre Odoo-Version das Manifest und notieren Sie den Lizenzschlüssel. Ergebnis: Sie können die Lizenz benennen; fehlt der Schlüssel, fordern Sie eine schriftliche Angabe an.
  2. Fassungen vergleichen: Notieren Sie die angebotenen Fassungen für Ihre Version und für die nächste Hauptversion. Ergebnis: Fehlt die Zielversion, ist das ein Terminrisiko für Ihr Upgrade.
  3. Upgrade-Pfad klären: Lassen Sie schriftlich festhalten, wer den Quellcode beim Versionswechsel anpasst, zu welchem Preis und bis wann. Ergebnis: Die Antwort steht in Bestellung oder Wartungsvertrag.
  4. Modul testen: Installieren Sie es in einer Kopie Ihrer Datenbank und prüfen Sie dabei, ob es ohne Aktivierungsschlüssel läuft und welche externen Dienste es aufruft; die Dokumentation 20.0 rät zur Kopie, weil das Entfernen von Apps Datensätze löscht. Ergebnis: Ein Testfall ist durchgelaufen, ohne die produktive Datenbank zu ändern.
  5. Zuständigkeit festhalten: Meldeweg über die Store-Plattform, Ansprüche innerhalb der ersten zwei Monate ab dem Kaufdatum, 15 Tage für eine Lösung; mit Enterprise-Abonnement zusätzlich die Abdeckung als abgedecktes Zusatzmodul und der Hauptansprechpartner nach Ziffer 4.6. Ergebnis: Eine benannte Person und ein Kanal.

Fällt einer der fünf Punkte negativ aus, ist das kein Ausschluss, sondern eine offene Frage für das Angebot. Notieren Sie zu jedem Punkt das Ergebnis und den Tag der Prüfung; die Liste trägt auch den nächsten Modulkauf.

Häufige Fragen

Kann ich ein Fremdmodul auf Odoo Online betreiben?

Nein, wenn es Python-Dateien enthält. Die Dokumentation 20.0 nennt Odoo Online unvereinbar mit eigenen Modulen und mit Modulen aus dem Apps Store; die Store-FAQ lässt als Ausnahme nur Datenmodule ohne Python-Dateien zu. Drittmodule laufen deshalb auf Odoo.sh oder auf einem eigenen Server.

Bekomme ich beim Kauf Support für das Modul?

Für Fehler ja, für Wünsche nein. Der Autor muss laut Store-FAQ Fehler beheben, die die beworbene Funktion verhindern; für neue Funktionen und Anpassungen verlangen Anbieter nach derselben Angabe üblicherweise ein zusätzliches Entgelt. Für kostenlose Module verlangen die Vendor Guidelines keinen Support; mit Enterprise-Abonnement deckt Odoo zusätzlich nur abgedeckte Zusatzmodule ab.

Reicht die Bewertung im Apps Store als Qualitätsurteil?

Nein. Die Vendor Guidelines berechnen die Position einer Modulseite aus fünf Merkmalen: Symbol, Titelbild, eingetragene Lizenz, Bewertung ab drei Sternen und HTML-Beschreibung. Diese Position bestimmt nur die Reihenfolge in der Standardliste. Der Store prüft außerdem nicht jedes Modul vor der Veröffentlichung, sondern handelt bei Meldungen.

Was passiert mit dem Modul bei einem Versionswechsel?

Die Datenbank lässt sich erst upgraden, wenn der Quellcode des Moduls für die Zielversion vorliegt. Mit Enterprise-Abonnement wandelt der Upgrade-Dienst nur abgedeckte Zusatzmodule um; alle übrigen eigenen Module müssen Sie selbst anpassen (Ziffer 4.3). Kalkulieren Sie diese Anpassung bei jedem Hauptversionswechsel ein.

Quellen

  1. Odoo Apps Sales Conditions (Kauf, Rückerstattung, Version als eigenes Produkt)Odoo S.A., Odoo Apps Store · abgerufen am
  2. Odoo Apps FAQ (Verfügbarkeit je Version, Support durch den Autor, Lizenzwerte und Lizenzverträglichkeit)Odoo S.A., Odoo Apps Store · abgerufen am
  3. Odoo Apps Vendor Guidelines (Manifestpflichten, Mindestpreis, kein Vendor Lock-In, Bewertung der Modulseiten)Odoo S.A., Odoo Apps Store · abgerufen am
  4. Module Manifests (Manifestfelder und Lizenzwerte)Odoo S.A., Dokumentation 20.0 · abgerufen am
  5. Licenses (Lizenz der Community- und der Enterprise-Edition, Odoo Proprietary License v1.0)Odoo S.A., Dokumentation 20.0 · abgerufen am
  6. Odoo Online (Unvereinbarkeit mit eigenen Modulen und Modulen aus dem Apps Store)Odoo S.A., Dokumentation 20.0 · abgerufen am
  7. Upgrade (eigene Module blockieren das Upgrade, bis der Quellcode für die Zielversion vorliegt)Odoo S.A., Dokumentation 20.0 · abgerufen am
  8. Upgrade a customized database (Ablauf für Datenbanken mit eigenen Modulen)Odoo S.A., Dokumentation 20.0 · abgerufen am
  9. Standard and extended support (Dauer des Standard-Supports, Release-Datum der Version 20.0)Odoo S.A., Dokumentation 20.0 · abgerufen am
  10. Apps and modules (Installation, Aktualisierung und Entfernen von Apps, Test auf einer Kopie)Odoo S.A., Dokumentation 20.0 · abgerufen am
  11. Odoo Enterprise Subscription Agreement, Version 13 vom 24. September 2026, Ziffern 2, 4.1 bis 4.6 und 5.1Odoo S.A., Dokumentation 20.0 · abgerufen am
  12. OCA Contributors Guidelines & Community Handbook (Zweige je Odoo-Version, CI, Runboat, Reviews)Odoo Community Association · abgerufen am