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Odoo im Online- und Versandhandel: Shop, Lager, Versand, Pflichten

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Gilt für: Odoo 20.0, Apps E-Commerce, Website, Lager, Verkauf, Buchhaltung; Community und Enterprise; Odoo Online, Odoo.sh und On-Premise; l10n_de/at/ch

Kurz gesagt

Odoo 20.0 führt Shop, Bestand, Versand, Steuer und Retoure in einer Datenbank: Ein bestätigter Shop-Auftrag erzeugt bei Waren einen Lieferauftrag, reserviert wird nach der Reservierungsmethode der Vorgangsart Lieferungen, Liefermethoden setzen den Versandpreis, die Einstellung EU-weiter Fernabsatz legt Steuerpositionen je Zielland an. Pflichtangaben und Widerruf bleiben Händleraufgabe: Verbraucher im Fernabsatz haben in Deutschland 14 Tage nach § 355 Abs. 2 BGB (Ausnahmen § 312g Abs. 2 BGB) und Preisangaben nach § 6 PAngV, in Österreich 14 Tage nach § 11 FAGG (Ausnahmen § 18 FAGG); in der Schweiz greift ein gesetzliches Widerrufsrecht nur bei den Abschlussarten des Art. 40b OR, nicht beim Einkauf über eine Website.

Das Wichtigste

  • Ein bestätigter Shop-Auftrag erzeugt bei Waren einen Lieferauftrag; wann reserviert wird, entscheidet die Reservierungsmethode der Vorgangsart Lieferungen: Bei Bestätigung mit der Bestätigung, Manuell erst auf Klick im Lieferauftrag, Vor geplantem Datum erst eine einstellbare Zahl Tage vor dem Lieferdatum.
  • Liefermethoden liegen unter Lager ‣ Konfiguration ‣ Liefermethoden; das Community-Modul delivery kennt nur Festpreis und Regeln.
  • Streckengeschäft ist eine Produktroute: Der bestätigte Auftrag erzeugt eine Angebotsanfrage beim Lieferanten, keinen Wareneingang.
  • Rückgaben aus dem Kundenportal setzen die Option Spontane Rückgaben und mindestens einen Rückgabegrund voraus.
  • Deutschland, Verbraucher im Fernabsatz: Preisangaben § 6 PAngV, Impressum § 5 DDG, Widerruf 14 Tage nach § 355 Abs. 2 BGB, Ausnahmen § 312g Abs. 2 BGB; Österreich 14 Tage nach § 11 FAGG, Ausnahmen § 18 FAGG; Schweiz nur bei den Abschlussarten des Art. 40b OR, Ausnahmen Art. 40c OR.
  • Den Bericht OSS-Verkäufe exportiert Odoo in der Enterprise-Edition als PDF, XLSX oder XML; übermittelt wird er im Portal der Behörde, nicht aus Odoo.

Ein Onlineshop ist eine Kette, kein einzelnes Formular. Der Warenkorb wird zum Auftrag, der Auftrag reserviert Ware, die Lieferung erzeugt ein Etikett, die Rechnung trägt den Steuersatz des Ziellandes, die Retoure kehrt die Lagerbewegung um. In Odoo liegt jeder Abschnitt in einer anderen App mit eigenem Menüweg; die folgende Karte hält fest, wo die Entscheidung fällt.

Die Karte: fünf Schritte, fünf Menüwege

Die Tabelle nennt je Schritt die App, die entscheidende Einstellung und die Pflicht, die dort ansetzt (Odoo-Dokumentation 20.0, Stand 17. Oktober 2026).

Schritt App und Menüweg Entscheidung Pflicht und Vertiefung
1 Bestellung Website ‣ E-Commerce ‣ Bestellungen Bestätigung und Status des Auftrags Hinweis auf Umsatzsteuer und Versandkosten gegenüber Verbrauchern, § 6 PAngV (Pflichtangaben im Shop)
2 Bestand Lager ‣ Konfiguration ‣ Vorgangsarten, Feld Reservierungsmethode Zeitpunkt der Reservierung Einrichtung: Odoo Lager
3 Versand Lager ‣ Konfiguration ‣ Liefermethoden Versandpreis und Etikett Höhe der Versandkosten, § 6 Abs. 2 PAngV (Versandarten und Etiketten)
4 Steuer Buchhaltung ‣ Konfiguration ‣ Einstellungen, Bereich Steuern Steuerposition je Zielland Ort der Lieferung, § 3c UStG (OSS in Odoo)
5 Retoure Lager ‣ Konfiguration ‣ Einstellungen, Spontane Rückgaben Rücknahme und Gutschrift Widerruf: Verbraucher im Fernabsatz, 14 Tage nach § 355 Abs. 2 BGB, § 11 Abs. 1 FAGG, Art. 40e Abs. 2 OR; Ausnahmen nach § 312g Abs. 2 BGB und § 18 FAGG; in der Schweiz nur bei den Abschlussarten des Art. 40b OR, Ausnahmen Art. 40c OR

Schritt 1: Aus dem Warenkorb wird ein Auftrag

Der Shop führt jeden Kauf durch drei Zustände: Angebot (Quotation), Angebot gesendet (Quotation Sent) und Verkaufsauftrag (Sales Order). Angebot gesendet heißt: Der Kunde hat ausgecheckt, die Zahlung ist aber nicht bestätigt. Bei Überweisung bestätigt Odoo den Auftrag nicht selbst; nach Zahlungseingang bestätigen Sie im Backend von Hand. Erst der bestätigte Auftrag erzeugt einen Lieferauftrag, und für Dienstleistungen und Abonnements entsteht gar keiner (Order handling, 20.0).

Aufbau, Produktveröffentlichung und Zahlungsarten stehen in Odoo-Onlineshop einrichten. Die Pflichten hängen nicht an der App: Für Verbraucher im Fernabsatz (§ 312c Abs. 1 BGB) brauchen Preise den Hinweis auf Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile und die Angabe, ob Versandkosten anfallen (§ 6 Abs. 1 PAngV), samt deren Höhe, soweit vorausberechenbar (§ 6 Abs. 2 PAngV); dazu kommt das Impressum nach § 5 Abs. 1 DDG. Einzelheiten: Pflichtangaben im Shop.

Schritt 2: Bestand reservieren oder strecken

Bestand ist keine Shop-Eigenschaft. Der Auftrag reserviert Ware nach der Reservierungsmethode der Vorgangsart Lieferungen, die Sie unter Lager ‣ Konfiguration ‣ Vorgangsarten im Reiter Allgemein im Feld Reservierungsmethode einstellen. Die Dokumentation beschreibt drei Werte: Bei Bestätigung (At Confirmation) reserviert die bestellte Menge, sobald der Auftrag bestätigt ist und Bestand vorhanden ist; Manuell (Manually) reserviert nichts automatisch, die reservierte Menge bleibt 0, bis jemand im Lieferauftrag Reservieren anklickt; Vor geplantem Datum (Before scheduled date) reserviert erst eine einstellbare Zahl Tage vor dem geplanten Lieferdatum, wobei für mit Stern markierte Lieferaufträge ein zweiter Wert gilt (Reservation methods, 20.0). Im öffentlichen Community-Zweig 20.0 ist Bei Bestätigung der voreingestellte Wert des Feldes (Modul stock, stock.picking.type).

Wer ohne eigenes Lager verkauft, kann die Route Streckengeschäft nehmen: Einkauf ‣ Konfiguration ‣ Einstellungen, Abschnitt Logistik, Kontrollkästchen Dropshipping; am Produkt Verkaufbar und Einkaufbar setzen, im Reiter Einkauf einen Lieferanten eintragen und im Reiter Lager die Route Streckengeschäft (Dropship) aktivieren. Ein bestätigter Verkaufsauftrag erzeugt dann eine Angebotsanfrage an den Lieferanten, aus der nach Bestätigung ein Streckengeschäfts-Beleg wird, den Sie beim Versand validieren. Solche Waren erscheinen nicht im Bericht der Lagerorte und nicht im Aging Report (Dropshipping, 20.0). Ablauf und Buchung: Streckengeschäft in Odoo.

Schritt 3: Versandpreis und Etikett

Die Liefermethode ist die Zeile, die im Checkout als Versandoption erscheint, und zugleich der Auslöser für ein Etikett. Pflichtfelder sind Liefermethode, Anbieter und Lieferprodukt; der Anbieter bestimmt die Bauart: Festpreis, Regeln oder Paketdienst. Etiketten entstehen nur mit einem Paketdienst-Anbieter: Dafür stellen Sie das Integrationslevel Tarif erhalten und Sendung erstellen (Get Rate and Create Shipment) ein und schalten die Methode von der Testumgebung auf die Produktivumgebung; erst die Produktivumgebung erzeugt echte Etiketten, die über das Konto beim Paketdienst abgerechnet werden. Lageradresse samt Postleitzahl, Telefonnummer und Produktgewicht verlangt die Dokumentation ausdrücklich, damit die Anbindung richtig arbeitet; weicht der geschätzte vom tatsächlichen Preis ab, prüfen Sie zuerst, ob die Methode auf Produktivumgebung steht, legen dieselbe Sendung beim Paketdienst und in Odoo an und vergleichen die Preise samt Debug-Protokoll (Paketdienst-Anbindungen, 20.0; Versandarten und Etiketten, Paketdienste per Schnittstelle).

Die Anbieterauswahl der Liefermethode enthält im öffentlichen Community-Zweig 20.0 nur Festpreis und Basierend auf Regeln (Modul delivery); die Anbindungen an Paketdienste sind Zusatzmodule, deren Edition und Preis Sie im Angebot prüfen. Auf Odoo Online sind eigene Module und Module aus dem Apps-Store nicht möglich (Odoo Online, 20.0).

Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen in Euro, ohne Umsatzsteuerbetrachtung: Eine Methode kostet 4,90 Euro Festpreis, ab 100 Euro Warenwert entfällt der Versand; eine Express-Methode kostet 9,90 Euro. Ein Warenkorb über 62,00 Euro zeigt 66,90 Euro, einer über 120,00 Euro zeigt 120,00 Euro. Bei einem Paketdienst-Tarif hängt die Zahl im Checkout am Gesamtgewicht und an der Entfernung zwischen Lager- und Kundenadresse; sie ist eine Schätzung, und für tatsächliche Kosten sieht die Methode eine eigene Einstellung vor.

Schritt 4: Steuer im Zielland

Verkaufen Sie an Privatkunden in einen anderen Mitgliedstaat, liegt der Ort der Lieferung nach § 3c Abs. 1 Satz 1 UStG dort, wo die Beförderung oder Versendung endet. Die Ausnahme des § 3c Abs. 4 UStG gilt für Unternehmer, die ihren Sitz, ihre Geschäftsleitung, eine Betriebsstätte oder ihren Wohnsitz in nur einem Mitgliedstaat haben: In den Gesamtbetrag von höchstens 10.000 Euro im vorangegangenen und im laufenden Kalenderjahr zählen die innergemeinschaftlichen Fernverkäufe und die in § 3a Abs. 5 Satz 2 UStG bezeichneten sonstigen Leistungen an Empfänger in anderen Mitgliedstaaten, also Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen sowie auf elektronischem Weg erbrachte sonstige Leistungen (§ 3a Abs. 5 Satz 3, § 3c Abs. 4 UStG). Auf die Anwendung der Schwelle können Sie gegenüber dem Finanzamt verzichten; die Erklärung bindet Sie mindestens zwei Kalenderjahre (§ 3c Abs. 4 Satz 2 und 3 UStG). Die Ortsregeln der Absätze 1 bis 3 gelten nach § 3c Abs. 5 UStG nicht für die Lieferung neuer Fahrzeuge, nicht für Gegenstände, die mit oder ohne probeweise Inbetriebnahme montiert oder installiert geliefert werden, und nicht für Lieferungen, auf die die Differenzbesteuerung angewendet wird. Für diese Lieferungen bleibt es bei den allgemeinen Ortsregeln, auf die § 3 Abs. 5a UStG verweist: Wird der Gegenstand befördert oder versendet, gilt die Lieferung dort als ausgeführt, wo die Beförderung oder Versendung an den Abnehmer beginnt (§ 3 Abs. 6 Satz 1 UStG), ohne Beförderung oder Versendung dort, wo er sich bei der Verschaffung der Verfügungsmacht befindet (§ 3 Abs. 7 Satz 1 UStG). Werden beförderte oder versendete Gegenstände durch den Lieferer oder für dessen Rechnung montiert oder installiert, ist der Ort der Lieferung dagegen der Ort der Montage oder Installation (Art. 36 der Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie; Europäische Kommission, Ort der Besteuerung).

In Odoo schalten Sie unter Buchhaltung ‣ Konfiguration ‣ Einstellungen im Bereich Steuern die Option EU-weiter Fernabsatz ein. Sie legt je Zielland Steuerpositionen und Steuern an; die Dokumentation empfiehlt, die vorgeschlagene Zuordnung vor dem Einsatz zu prüfen, und bietet ein Aktualisieren der Steuerzuordnung nach Steueränderungen. Die Berichte OSS-Verkäufe (OSS Sales) und OSS-Einfuhren (OSS Imports) stehen unter Buchhaltung ‣ Berichtswesen ‣ Steuerbericht zur Auswahl, und die geöffnete Auswahl lässt sich als PDF, XLSX oder XML ausgeben; übermittelt wird im Portal der Behörde. Die Berichtsausgabe gehört zur umfassenden Buchhaltung, die der Editionsvergleich Enterprise zuordnet und dort unter anderem mit Berichten aufführt; das Community-Modul l10n_eu_oss richtet nach seinem Code die Steuerpositionen und Steuern je Zielland ein (EU-weiter Fernabsatz, 20.0; Editionsvergleich; Modul l10n_eu_oss, 20.0). Anmeldung und Fristen: OSS und EU-Verkäufe.

Schritt 5: Retoure, Widerruf und Gutschrift

Rückgaben laufen im Lager, nicht im Shop. Unter Lager ‣ Konfiguration ‣ Einstellungen aktivieren Sie Spontane Rückgaben (Allow Spontaneous Returns), setzen die Zahl der Tage nach der Lieferung und legen mindestens einen Rückgabegrund an. Der Kunde wählt im Kundenportal Bestellung, Menge und Grund und lädt das Rückgabedokument; die Wareneingangsbewegung validiert Ihr Lager, die Erstattung bucht eine Gutschrift zur Rechnung und braucht einen geeigneten Zahlungsanbieter (Online-Zahlungsanbieter in Odoo).

Die Pflicht hängt am Land und am Vertrag. In Deutschland steht Verbrauchern bei Fernabsatzverträgen und bei außerhalb von Geschäftsräumen geschlossenen Verträgen ein Widerrufsrecht zu (§ 312g Abs. 1 BGB); die Frist beträgt 14 Tage (§ 355 Abs. 2 Satz 1 BGB) und beginnt bei einem Verbrauchsgüterkauf, sobald der Verbraucher oder ein von ihm benannter Dritter, der nicht Frachtführer ist, die Ware erhalten hat (§ 356 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a BGB). Sie beginnt nicht, bevor Sie den Verbraucher über das Widerrufsrecht nach Art. 246a § 1 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EGBGB unterrichtet haben (§ 356 Abs. 3 Satz 1 BGB); ohne diese Unterrichtung erlischt es erst zwölf Monate und 14 Tage später (§ 356 Abs. 4 Satz 1 BGB). Nach § 312g Abs. 2 BGB besteht es für die dort genannten Verträge nicht, etwa für Waren, die nicht vorgefertigt und auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten sind. In Österreich gilt die Frist von 14 Tagen ebenfalls für Verbraucher und für Fernabsatz- wie für außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge (§ 11 Abs. 1 FAGG), bei Kaufverträgen ab dem Tag, an dem der Verbraucher den Besitz an der Ware erlangt hat (§ 11 Abs. 2 Z 2 lit. a FAGG); Ausnahmen stehen in § 18 FAGG, etwa für Waren nach Kundenspezifikation, und ohne Aufklärung nach § 4 Abs. 1 Z 8 verlängert sich die Frist um zwölf Monate (§ 12 Abs. 1 FAGG). In der Schweiz knüpft das gesetzliche Widerrufsrecht an die Abschlussarten des Art. 40b OR an: Arbeitsplatz, Wohnräume und deren unmittelbare Umgebung, öffentliche Verkehrsmittel, öffentliche Strassen und Plätze, Werbeveranstaltung mit Ausflugsfahrt oder ähnlichem Anlass, Telefon oder vergleichbare gleichzeitige mündliche Telekommunikation; ein Einkauf über eine Website steht nicht in dieser Aufzählung. Wo es greift, beträgt die Frist 14 Tage und beginnt, sobald der Kunde den Vertrag beantragt oder angenommen hat und die Angaben nach Art. 40d OR erhalten hat (Art. 40e Abs. 2 OR); Ausnahmen stehen in Art. 40c OR.

Retoure und Widerruf sind zwei Dinge: Der Lagerprozess nimmt Ware zurück, das Widerrufsrecht regelt, ob der Kunde dazu berechtigt ist oder Sie es ihm freiwillig einräumen.

Marktplätze und Schnittstellen: sechs Bauarten

Für alles, was der Standard nicht mitbringt, gibt es sechs Bauarten. Die Tabelle beschreibt sie ohne Anbieternamen; prüfen Sie jede davon im Angebot.

Bauart Was sie leistet Wo sie ansetzt Prüfpunkt
Marktplatz-Anbindung importiert Bestellungen und gleicht Bestände ab eigene App im Verkaufsbereich Edition, Gebühren, Datenhoheit
Paketdienst-Anbindung liefert Tarif und Etikett Liefermethode, Feld Anbieter Produktivmodus, Vertrag mit dem Dienst
Versand-Aggregator und Fulfillment-Plattform bündelt mehrere Zusteller oder lagert die Ware Liefermethode oder externer Lagerort wer für die Sendung haftet
Modul aus dem Apps-Store Nischenfunktion als Zusatzmodul Installation in der Datenbank Wartung beim Versionswechsel
OCA-Modul Erweiterung aus der Community Installation in der Datenbank Pflege im Zielzweig
Eigene Anbindung über die externe API bindet Systeme ohne Konnektor an JSON-2-API Betriebsaufwand

Der Editionsvergleich führt unter den Marktplatz-Anschlüssen genau eine Zeile und ordnet sie nur Enterprise zu; die Dokumentation 20.0 beschreibt daneben weitere Marktplätze, ohne deren Edition zu nennen. Auf Odoo Online sind eigene Module und Module aus dem Apps-Store nicht möglich (Odoo Online, 20.0).

Typische Fehler

  • Zwei Bestände. Läuft der Shop auf einem anderen Standardlager als die Kasse oder liegen zwei Artikelstämme vor, weichen die Mengen je Kanal ab; legen Sie je Artikel einen Stammsatz und je Kanal sein Lager an (Odoo im Einzelhandel).
  • Reservierungsmethode passt nicht zur Zusage. Bei Manuell reserviert die Bestätigung nichts: Die reservierte Menge bleibt 0, die Ware gilt im Verfügbarkeitstooltip weiter als verfügbar, bis jemand im Lieferauftrag reserviert; bei Vor geplantem Datum reserviert Odoo erst die eingestellte Zahl Tage vor dem geplanten Lieferdatum. In beiden Fällen bleibt die Menge für andere Aufträge offen, solange niemand reserviert (Reservation methods, 20.0).
  • Testetikett für ein echtes Etikett gehalten. Solange die Liefermethode auf Testumgebung steht, entsteht kein Etikett, das der Paketdienst abrechnet; erst die Produktivumgebung erzeugt echte Etiketten.
  • Rückgabeprozess mit Widerruf verwechselt. Die Lagerbewegung ersetzt keine Widerrufsbelehrung; die Frist nach § 355 Abs. 2 BGB läuft bei Verbrauchern im Fernabsatz unabhängig davon und beginnt erst mit der Unterrichtung nach § 356 Abs. 3 BGB.

So gehen Sie vor

  1. Listen Sie Kanäle und Artikel und vermerken Sie, welcher Kanal welches Lager liest; verkaufen Sie einen Testartikel über alle Kanäle und vergleichen Sie Vorrätig, Reserviert und Verfügbar.
  2. Legen Sie die Liefermethoden an, prüfen Sie eine Bestellung im Testmodus und schalten Sie erst danach auf Produktivumgebung.
  3. Prüfen Sie die Steuerpositionen je Zielland am Sortiment und exportieren Sie in der Enterprise-Edition einen Probelauf des Berichts OSS-Verkäufe.
  4. Spielen Sie eine Retoure über das Kundenportal durch, samt Gutschrift und Erstattung über den Zahlungsanbieter.
  5. Planen Sie die Übernahme von Artikeln, Kunden und offenen Aufträgen aus dem bisherigen Shopsystem (Von Shopsoftware zu Odoo wechseln).

Häufige Fragen

Reicht ein Lager, wenn der Shop und ein Marktplatz dieselben Artikel verkaufen?

Ja, solange beide Kanäle in derselben Datenbank und demselben Lager laufen; dann liest und schreibt jeder Kanal denselben Bestand. Eine Marktplatz-Anbindung gleicht die verfügbaren Mengen zusätzlich mit dem Marktplatz ab; wie oft das geschieht, regelt der Anschluss, und bis zum nächsten Abgleich kann der Marktplatz von einem Bestand ausgehen, den Odoo bereits reserviert hat.

Warum bleibt die Bestellung auf Angebot gesendet stehen?

Weil die Zahlung noch nicht bestätigt ist. Bei Überweisung bestätigt Odoo den Auftrag nicht selbst: Der Kunde erhält im Kundenkonto den Hinweis, die Bestellung zu prüfen und zu bezahlen, und nach dem Zahlungseingang setzen Sie die Bestätigung im Backend von Hand. Erst danach entsteht der Lieferauftrag, und reserviert wird nach der an der Vorgangsart Lieferungen eingestellten Reservierungsmethode: bei der Methode Bei Bestätigung sofort, bei Manuell erst nach dem Reservieren im Lieferauftrag, bei Vor geplantem Datum erst die eingestellte Zahl Tage vor dem geplanten Lieferdatum.

Kann der Kunde die Retoure selbst im Shop anmelden?

Nur wenn Sie es einschalten: Unter Lager ‣ Konfiguration ‣ Einstellungen aktivieren Sie Spontane Rückgaben (Allow Spontaneous Returns), setzen die Zahl der Tage nach der Lieferung und legen mindestens einen Rückgabegrund an. Dann wählt der Kunde im Kundenportal Bestellung, Menge und Grund. Die Erstattung über den Zahlungsweg verlangt zusätzlich einen dafür geeigneten Zahlungsanbieter.

Berechnet Odoo die Umsatzsteuer im Zielland von selbst?

Die Option EU-weiter Fernabsatz legt je Zielland Steuerpositionen und Steuern an, und Odoo wendet sie nach der hinterlegten Zuordnung an. Die Dokumentation empfiehlt ausdrücklich, diese Zuordnung vor dem Einsatz zu prüfen, und bietet nach Änderungen an Steuern das Aktualisieren der Steuerzuordnung an. Die Erklärung im OSS-Verfahren erstellen Sie aus dem Bericht OSS-Verkäufe, der zur umfassenden Buchhaltung der Enterprise-Edition gehört, und übermitteln sie im Behördenportal.

Sind die Paketdienst-Anbindungen in der Community-Edition enthalten?

Nein. Das öffentliche Community-Modul delivery kennt in der Anbieterauswahl der Liefermethode nur Festpreis und Basierend auf Regeln; die Anbindungen an Paketdienste sind Zusatzmodule. Klären Sie Edition und Preis im Angebot, bevor Sie dem Kunden ein Etikett im Shop zusagen. Auf Odoo Online sind eigene Module und Module aus dem Apps-Store nicht möglich.

Quellen

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  2. Reservation methods (Inventory, Odoo 20.0), Abschnitte At Confirmation, Manually und Before scheduled dateOdoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
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