Light User in Odoo 20: Was er kostet und darf
Kurz gesagt
Ein Light User ist in Odoo 20 eine Benutzerkategorie des Enterprise-Abonnements mit eingeschränktem Zugriff: eigene Urlaube, Spesen, Anwesenheiten, Planung, Kassensystem und Barcode. Die Preisseite nannte am 13. Oktober 2026 dafür 7,90 Euro je Monat ohne ausgewiesene Abrechnungsperiode; volle Benutzer im Plan Standard kosten in der Hauptanzeige 19,90 Euro (jährliche Abrechnung). Er spart Lizenzkosten, wenn Mitarbeitende nur diese Funktionen brauchen.
Das Wichtigste
- Definition laut Abonnementvertrag Version 13 (Abschnitt 2): als Light gekennzeichnetes aktives Konto oder aktiver Mitarbeiterdatensatz ohne verknüpftes aktives Nicht-Portal-Konto.
- Funktionen laut Dokumentation 20.0: persönliche Mitarbeiterdaten, Urlaubs- und Spesenanträge, Planung, Kassensitzungen, Knowledge lesen, Barcode-Scans; die Preisseite nennt zusätzlich Außendienst, Gehaltsabrechnungen abrufen, Fertigungswerkstatt, Beurteilungen und Empfehlungen.
- Light User haben keinen Zugriff auf Verkauf, Einkauf, Projekt und Buchhaltung; mehr Rechte führen automatisch zur Rolle Benutzer und damit zum vollen Preis.
- Preisseite 13.10.2026: Light User 7,90 Euro je Monat, einmalig und außerhalb der Umschaltung jährlich/monatlich gezeigt, ohne zweite Preisangabe; die Lizenz wird über ein Beratungsgespräch mit individuellem Angebot vergeben.
- Der Vertrag zählt Light User wie Benutzer: Überschreitung kostet laut Abschnitt 5.1 nachträglich den Listenpreis, Anzeige- und Zählpflicht stehen in den Abschnitten 3 und 6.1.
Ein Betrieb mit 25 aktiven Mitarbeitenden zahlt nicht automatisch für 25 volle Benutzer. Odoo trennt im Enterprise-Abonnement zwei Kategorien: Benutzer mit vollem Backend-Zugriff und Light User mit einem fest umrissenen Mindestumfang. Dieser Artikel zeigt, was die Kategorie laut Vertrag und Dokumentation von Odoo 20 umfasst und was eine Aufteilung an Lizenzkosten verändert.
Was ein Light User ist
Der Abonnementvertrag (Version 13 vom 24. September 2026, Abschnitt 2) zählt zwei Dinge als Light User: ein aktives Benutzerkonto, das in der Software als „Light User” gekennzeichnet ist, und jeden aktiven Mitarbeiterdatensatz der Personal-App, der mit keinem aktiven Nicht-Portal-Konto verknüpft ist. Die Kennzeichnung setzt laut Vertrag voraus, dass die eingesetzte Softwareversion Light User überhaupt unterstützt. Deaktivierte Konten und Portalbenutzer – externe Personen, die nur über die Portalfunktionen auf ihre eigenen Daten zugreifen – zählen laut Vertrag nicht als Benutzer; der aktive Mitarbeiterdatensatz bleibt aber ein Light User, auch wenn sein verknüpftes Konto deaktiviert oder ein Portalkonto ist.
Die Rolle Light ist in Odoo 20.0 auch eine Funktion der Benutzerverwaltung: Administratoren weisen sie im Benutzerformular zu. Wie das Anlegen und die Rechtestufen je App ablaufen, zeigt Benutzer anlegen und Gruppen verwalten.
Was ein Light User tun darf
Die Dokumentation zu Odoo 20.0 (Abschnitt Manage roles) listet die Funktionen der Rolle Light auf, sofern dem Konto ein Login gewährt wurde:
- eigene und mitarbeiterbezogene Daten verwalten,
- Urlaubs- und Spesenanträge einreichen,
- auf die App Planung (Planning) und Arbeitsblätter zugreifen,
- sich als Mitarbeitende an Kassensitzungen (Point of Sale) anmelden,
- Knowledge-Artikel lesen,
- Barcode-Scans im Lager durchführen.
Die Preisseite nennt als weitere Light-Funktionen: Außendienst (Field Service), Gehaltsabrechnungen abrufen, die Fertigungswerkstatt verwenden sowie Beurteilungen und Empfehlungen.
Keinen Zugriff gibt es auf die geschäftskritischen Apps wie Verkauf, Einkauf, Projekt und Buchhaltung. Die Release-Informationen zu Odoo 20 ergänzen eine Einstellung, die den Zugriff von Light Usern auf das Modul Barcode beschränkt.
Zwei Konsequenzen bestimmen den Preis. Erstens: Ein Light User, der Rechte über diesen Umfang hinaus erhält, wird laut Dokumentation automatisch zur Rolle Benutzer aufgewertet und zählt danach zum vollen Preis. Zweitens: Auch ein Mitarbeiterdatensatz ohne Login ist bereits ein Light User im Sinne des Vertrags; die Kasse im Laden zählt ihr Personal also mit, ob oder ob nicht jemand ein Konto besitzt.
Was ein Light User kostet
Die deutschsprachige Preisseite nannte am 13. Oktober 2026 folgende Beträge je Benutzer und Monat in Euro; sie können sich ändern, maßgeblich ist Ihr Angebot:
| Position | Hauptanzeige | Referenzpreis mit Sternchen |
|---|---|---|
| Plan Standard (voller Benutzer), jährliche Abrechnung | 19,90 € | 24,90 € |
| Light User, keine Abrechnungsperiode ausgewiesen | 7,90 € | kein zweiter Betrag angegeben |
Die Seite zeigt für den Light User 7,90 € einmalig, außerhalb der Umschaltung zwischen jährlicher und monatlicher Abrechnung; eine Abrechnungsperiode weist sie dafür nicht aus. Beim Plan Standard ist die Hauptanzeige der Preis bei jährlicher Abrechnung, daneben steht der Referenzpreis mit Sternchen. Der Rabatt ist laut Fußnote zwölf Monate für anfänglich bestellte Nutzer gültig. Die Lizenz vergibt Odoo nicht über die Selbstbedienung: Die Preisseite verweist für den Light User auf ein Gespräch mit einem Berater, der ein individuelles Angebot erstellt.
Beispielrechnung: 25 Benutzer aufteilen
Beispielrechnung mit erfundenen Annahmen: Ein Handelsbetrieb mit 25 aktiven Mitarbeitenden im Plan Standard (Odoo Online), zwölf Monate, ohne Steuern, ohne Einführungsleistungen. Als Preisannahme für das individuelle Angebot dienen die Hauptanzeige von 19,90 € (jährliche Abrechnung) und der Light-Betrag von 7,90 €, dessen Abrechnungsperiode die Seite nicht ausweist. 15 Personen brauchen vollen Zugriff (Einkauf, Verkauf, Buchhaltung, Lagerverwaltung), 10 Personen nur Light-Funktionen (Anwesenheit, Planung, Kassensystem, Barcode).
| Variante | Basis 19,90 € / 7,90 € | Listenpreis 24,90 € / 7,90 € |
|---|---|---|
| 25 volle Benutzer, je Monat | 25 × 19,90 € = 497,50 € | 25 × 24,90 € = 622,50 € |
| 15 volle Benutzer, je Monat | 15 × 19,90 € = 298,50 € | 15 × 24,90 € = 373,50 € |
| 10 Light User, je Monat | 10 × 7,90 € = 79,00 € | 10 × 7,90 € = 79,00 € |
| Summe gemischt, je Monat | 377,50 € | 452,50 € |
| Differenz, je Monat | 120,00 € | 170,00 € |
| Differenz, je Jahr | 1.440,00 € | 2.040,00 € |
Die Ersparnis entsteht nur, wenn die zehn Personen wirklich ohne Verkauf, Einkauf, Projekt und Buchhaltung auskommen. Bekommt in der Beispielkonstellation eine einzige Light-User-Person ein Verkaufsrecht, wird sie zum vollen Benutzer: Der Monatspreis steigt dann um die Differenz von 12,00 € (Basis 19,90 €/7,90 €) beziehungsweise 17,00 € (Listenpreise). Abschnitt 5.1 des Vertrags verlangt zudem den geltenden Listenpreis nachträglich für die Restlaufzeit, nicht nur für den laufenden Monat.
Typische Fehler
- Nur Konten zählen: Die Vertragsdefinition erfasst jeden aktiven Mitarbeiterdatensatz der Personal-App, der mit keinem aktiven Nicht-Portal-Konto verknüpft ist. Personal ohne Login zählt als Light User; deaktivierte Konten und Portalbenutzer zählen nicht als volle Benutzer, aber der aktive Mitarbeiterdatensatz bleibt auch dann Light User, wenn sein verknüpftes Konto deaktiviert oder ein Portalkonto ist.
- Rechte nachschieben: Zusätzliche Rechte heben die Rolle laut Dokumentation automatisch zu Benutzer an. Nach jeder Änderung im Reiter Zugriffsrechte die Rolle kontrollieren.
- Den Rabatt einpreisen: Der Rabatt gilt laut Fußnote zwölf Monate für anfänglich bestellte Nutzer. Wie der Preis danach genau weitergeht, sagt die Seite nicht; für die Verlängerung sieht Abschnitt 5.2 des Vertrags eine Erhöhung von bis zu sieben Prozent je Jahr der vorherigen Laufzeit vor, wenn die bisherigen Gebühren unter dem geltenden Listenpreis liegen. Für Light User nennt die Seite keinen zweiten Betrag; fragen Sie im Angebot nach dem Preis ab dem dreizehnten Monat, bei Verlängerung und für später bestellte Personen.
- Wachstum ohne Anpassung: Sobald die tatsächliche Zahl der Benutzer oder Light User die vereinbarte übersteigt, schreibt Abschnitt 5.1 des Vertrags eine Nachzahlung zum Listenpreis für die Restlaufzeit vor; Abschnitt 6.1 verpflichtet Sie, das unverzüglich anzuzeigen.
- Am Zähler drehen: Der Vertrag verlangt die unveränderte Ausführung der Lizenzprüfung, die Benutzer- und Light-User-Zahlen erfasst. Bei Manipulation sind laut Abschnitt 3 ebenfalls 300 Prozent des Listenpreises für die tatsächliche Zahl fällig. Die Preise und Vertragsfolgen im Überblick liefert Odoo-Preise: Pläne und Nutzer.
So gehen Sie vor
- Listen Sie alle aktiven Mitarbeitenden auf, auch die ohne Odoo-Konto, und notieren Sie für jede Person die Apps, die sie tatsächlich braucht.
- Markieren Sie die Personen, die ausschließlich Light-Funktionen nutzen; wer ab und zu Belege in Apps wie Verkauf oder Buchhaltung einsehen muss, gehört nicht zu ihnen, denn Light User haben auf diese Apps laut Dokumentation keinen Zugriff.
- Stellen Sie die Rollen unter Einstellungen ‣ Benutzer & Unternehmen ‣ Benutzer ein (Administrator) und prüfen Sie je App die Rechtestufe.
- Lassen Sie sich im Beratungsgespräch ein Angebot mit der Zahl der Benutzer und Light User erstellen, jeweils mit Preis im ersten Jahr, danach und bei Verlängerung.
- Gleichen Sie vor jeder Verlängerung die vereinbarten Zahlen mit den aktiven Konten und Mitarbeiterdatensätzen in der Datenbank ab; der Enterprise-Vertrag nennt die Folgen einer Überschreitung.