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Odoo-Partner wechseln: Vorgehen, Daten und Fallen

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Gilt für: Odoo 20.0 (aktuelle Version); Enterprise-Abonnementvertrag Version 13 vom 24.9.2026; Odoo Online, Odoo.sh, On-Premise; DACH

Kurz gesagt

Sie können den Odoo-Partner jederzeit wechseln; das Enterprise-Abonnement läuft mit Odoo S.A. und bleibt davon unberührt. Verlangen Sie vorher Repository, Datenbanksicherung und Dokumentation zurück, entziehen Sie die Zugriffe des alten Partners und teilen Sie Odoo den Wechsel des Hauptansprechpartners 30 Tage vorher schriftlich mit (Abonnementvertrag, Ziffer 6.1).

Das Wichtigste

  • Das Abonnement läuft zwischen Ihnen und Odoo S.A.; der Partner ist laut Ziffer 2 des Abonnementvertrags Ihre jederzeitige Wahl.
  • Odoo verlangt 30 Tage vorher schriftliche Mitteilung, wenn Sie den Hauptansprechpartner zu einem anderen Partner oder zu Odoo direkt wechseln (Ziffer 6.1).
  • Ohne Partner erbringt Odoo die Leistungen für abgedeckte Zusatzmodule nur, wenn die Datenbank auf der Cloud-Plattform läuft (Ziffer 4.6).
  • Odoo Online: keine installierbaren eigenen Module und keine Apps-Store-Module (Dokumentation 20.0); Python-Anpassungen in der Datenbank, etwa mit Studio, zählt der Vertrag dagegen als Zusatzmodule (Ziffer 2). Backup über den Datenbankmanager (Download Backup); ist die Schaltfläche deaktiviert, hilft nur der Odoo-Support.
  • Odoo.sh: Der Code liegt in einem GitHub-Repository, das auch ein bestehendes, etwa ein Organisations-Repository sein kann; prüfen Sie Eigentum und Verwaltungsrechte und entfernen Sie den Partner aus den Projekt-Mitarbeitenden (Collaborators) und dem Repository.
  • Wird das Abonnement gekündigt, bleibt die Cloud-Datenbank drei Wochen deaktiviert und wird dann zerstört (Datenschutzerklärung, Stand 24.9.2026).

Ein Partnerwechsel regelt der Abonnementvertrag mit Odoo in zwei Absätzen; die Arbeit liegt in der Übergabe. Prüfen Sie vor dem Wechsel, wer den Code hält, wo die Liste der Zusatzmodule steht und wann Ihr Unternehmen zuletzt selbst eine Datenbanksicherung gezogen hat. Der Artikel führt in sechs Schritten durch die Trennung, für jede Hostingart getrennt.

Was Sie vorab brauchen

  • Wissen, wo Ihre Datenbank läuft: Odoo Online, Odoo.sh oder eigener Server. Davon hängt ab, was Sie an Code und Sicherungen überhaupt fordern können (Hosting-Optionen im Überblick).
  • Administrator-Zugänge: zum Datenbankmanager (Database Manager) auf odoo.com, bei Odoo.sh mit der Rolle Admin im Projekt und Verwaltungsrechten am GitHub-Repository, beim eigenen Server mit Root- und Datenbankzugriff.
  • Die Liste aller Zusatzmodule (Extra Modules), auch der kleinen Anpassungen, mit Angabe, wer den Code geschrieben hat.
  • Ihr Abonnement mit Odoo S.A.: Vertragsnummer oder Abonnementcode und die Klauseln zu Partner und Mitwirkung (Version 13 vom 24. September 2026, Ziffern 2, 4.6 und 6.1).
  • Ein Übergabedatum. Planen Sie die Odoo-Meldung mindestens 30 Tage vor dem Wechsel ein.

Schritt für Schritt: den Partner ablösen

Schritt 1: Bestand aufnehmen

Schreiben Sie auf, was beim Partner liegt. Auf Odoo.sh ist das der Code in einem Git-Repository, das an das Projekt gebunden ist; klären Sie vor dem Wechsel, wem das Repository gehört und wer es verwaltet – die Projektanlage erlaubt laut Dokumentation 20.0 ein neues oder ein bestehendes Repository, ausdrücklich auch ein Organisations-Repository. Auf dem eigenen Server liegen Code und Datenbank bei Ihnen; prüfen Sie vorab mit einer eigenen Anmeldung, ob Sie die Server- und Datenbankzugänge selbst erreichen. Auf Odoo Online sind installierbare eigene Module und Apps-Store-Module unzulässig; Python-basierte Anpassungen in der Datenbank, etwa mit Odoo Studio, zählt der Abonnementvertrag dagegen als Zusatzmodule (Ziffer 2) – nehmen Sie sie in die Liste auf. Ergänzen Sie die Liste um Domains, Schnittstellen-Zugangsdaten, geplante Aktionen und die Dokumentation Ihrer Anpassungen.

Schritt 2: Übergabe schriftlich fordern

Fordern Sie die vier Posten der folgenden Tabelle schriftlich und mit Termin an. Die Zeile Abonnement betrifft Odoo direkt, die anderen drei den Partner.

Posten Was Sie verlangen Wofür es gut ist
Repository Vollständige Kopie aller Zusatzmodule mit Versionshistorie; bei Odoo.sh das an das Projekt gebundene GitHub-Repository (Eigentum und Verwaltungsrechte vorher klären), sonst ZIP-Archiv oder eigener Clone Ohne Code lässt sich kein Upgrade durchführen; die Dokumentation 20.0 sagt, ein Upgrade wartet auf Module für die Zielversion
Datenbank Eine frische Sicherung am oder kurz vor dem Übergabedatum, je nach Hosting als ZIP aus dem Datenbankmanager, Datei aus dem Reiter Backups oder Dump vom eigenen Server Sie übergibt dem neuen Partner einen kontrollierbaren Stand statt eines Schwarzkastens
Dokumentation Installierte Module, Konfigurationen, Prozesse, Testfälle, Zugangsdaten-Verzeichnis Der neue Partner muss nicht am System raten; die Wartungsgebühr je 100 Codezeilen zählt auch undokumentierten Code
Abonnement Schriftliche Mitteilung an Odoo S.A. 30 Tage vorher, wer künftig Hauptansprechpartner ist; Angabe der einen dedizierten Ansprechperson Ohne die Mitteilung bleibt der alte Partner Vertragswege nach Ziffer 4.6

Schritt 3: eigene Sicherung ziehen

Ziehen Sie die Sicherung selbst und nicht erst mit dem neuen Partner, bevor Sie Zugriffe entziehen. Auf Odoo Online laden Sie im Datenbankmanager mit der Schaltfläche Download Backup eine ZIP-Datei; ist die Schaltfläche deaktiviert, weil die Datenbank zu groß ist, muss der Odoo-Support einen anderen Weg anbieten. Auf Odoo.sh erstellen Sie im Reiter Backups der Produktivzweig-Seite eine manuelle Sicherung und laden sie herunter; automatisch liegen dort sieben tägliche, vier wöchentliche und drei monatliche Sicherungen, wobei die monatlichen nur über den Support erreichbar sind. Auf dem eigenen Server gehört die Sicherung ohnehin zu Ihren Betriebsaufgaben. Zusätzlich lohnt ein Export der Kernlisten (Kontakte, Artikel, offene Posten) als XLSX oder CSV über die Ansicht mit Aktionen und Export; dieser Weg ist in der Dokumentation 20.0 für jedes Objekt beschrieben.

Schritt 4: Zugriffe des alten Partners entziehen

Entziehen Sie die Zugriffe erst, wenn Schritt 2 und 3 abgeschlossen sind. Auf Odoo.sh entfernen Sie die GitHub-Benutzer des Partners unter Settings und Collaborators; die Rolle Admin ist dort die einzige mit Zugriff auf Projekteinstellungen und Protokolle, die Rolle Developer hat produktiv ohnehin keinen Datenzugriff. Prüfen Sie dort auch Deploy Key und Webhook, die die Dokumentation als von Odoo automatisch angelegte Zugänge zu Ihrem Repository beschreibt, und entfernen Sie zusätzlich die GitHub-Berechtigungen des Partners im Repository selbst. Auf dem eigenen Server drehen Sie Kennwörter, SSH-Schlüssel und Datenbankbenutzer. Deaktivieren Sie zum Schluss die Benutzerkonten des Partners in der Datenbank.

Schritt 5: Abonnement bei Odoo ummelden

Teilen Sie Odoo S.A. schriftlich mit, dass der Hauptansprechpartner wechselt, und zwar 30 Tage vor dem Termin, wenn Sie zu einem anderen Partner oder direkt zu Odoo wechseln; dieselbe Klausel verlangt für die gesamte Vertragsdauer eine benannte Ansprechperson Ihrerseits (Abonnementvertrag Version 13, Ziffer 6.1). Der Vertrag selbst läuft weiter; ein Partnerwechsel ist darin keine Kündigung. Prüfen Sie zwei Konsequenzen: Ohne Partner erbringt Odoo die Leistungen für abgedeckte Zusatzmodule nur, wenn die Datenbank auf der Cloud-Plattform läuft (Ziffer 4.6), und Upgrades Ihrer Module müssen jemand übernehmen. Für die Weichenstellung gehört auch die Frage Community oder Enterprise dazu; ein Wechsel der Edition ist laut Upgrade-Dokumentation 20.0 von einem Upgrade ausdrücklich nicht abgedeckt.

Schritt 6: Übergabe prüfen

Lassen Sie den neuen Partner auf einer Testkopie arbeiten, nicht auf der Produktivdatenbank: Odoo Online erlaubt Duplikate über den Datenbankmanager, Odoo.sh über Staging-Zweige, der eigene Server über eine eingespielte Kopie. Die Prüfliste steht in Abnahmetest für Odoo. Übernimmt Sie statt eines Partners nur die Instanz, hilft die Prüfliste zur Instanz-Übernahme.

So prüfen Sie das Ergebnis

Der Wechsel ist abgeschlossen, wenn drei Prüfungen gelingen: Sie melden sich an der Datenbank und im Odoo-Konto ohne Konto des alten Partners an; der Code des Zusatzmodules liegt in einem Repository, auf das nur Ihr Unternehmen und der neue Partner Zugriff haben; eine frische Sicherung liegt an einem Ort, den Sie allein kontrollieren. Kontrollieren Sie außerdem in der Datenbank, dass die Benutzerkonten des alten Partners deaktiviert sind; auf Odoo Online listet die Ansicht der Admin-Aktivitätsprotokolle zusätzlich die Aktionen von Odoo-Mitarbeitenden und von Datenbankadministratoren auf.

Wenn etwas nicht klappt

Symptom Ursache Was hilft
Download Backup fehlt oder ist ausgegraut Datenbank zu groß für den Datenbankmanager (Odoo Online) Odoo-Support um alternatives Bereitstellen bitten; vorher Dokumentation 20.0, Abschnitt Download a backup
Upgrade blockiert Zusatzmodule fehlen für die Zielversion Modulcode aus dem Repository heben und Upgrade erst nach Portierung anstoßen (Upgrade-Dokumentation 20.0)
Kein Zugriff auf Odoo.sh-Einstellungen Sie haben nicht die Rolle Admin; nur Admins sehen Projekteinstellungen und Protokolle Rollen über einen vorhandenen Admin korrigieren, bevor der alte Partner entfernt wird
Modul startet nach der Übernahme nicht Abhängigkeiten oder Konfiguration fehlen in der Dokumentation Übergabeforderung aus Schritt 2 nachfordern; die Durchsetzung ist eine Frage Ihres Vertrags mit dem Partner
Support, Bugfixes oder Upgrade laufen weiter über den alten Partner Hauptansprechpartner nie bei Odoo umgemeldet; solange der Partner Hauptansprechpartner ist, erbringt Odoo die Leistungen zu abgedeckten Zusatzmodulen über ihn (Ziffer 4.6) 30-Tage-Mitteilung nach Ziffer 6.1 nachholen und die Weichenstellung aus Schritt 5 prüfen

Wann Sie Hilfe holen sollten

Holen Sie Beratung, wenn Ihr Vertrag mit dem Partner kein Eigentum am Code regelt oder der Partner Teile zurückhält; das ist eine zivilrechtliche Frage Ihres Werk- oder Dienstvertrags, die dieser Artikel nicht beantworten kann. Beim technischen Sonderfall, etwa der Übernahme eines Odoo.sh-Projekts in ein anderes GitHub-Konto, entscheidet der Odoo-Support; dafür nennt die Dokumentation 20.0 keinen Self-Service-Weg. Kündigen Sie das Abonnement nur mit Blick auf die Fristen: Nach der Datenschutzerklärung bleibt die Cloud-Datenbank nach der Kündigung drei Wochen deaktiviert und wird dann zerstört, und in den Sicherungen können Daten bis zu zwölf Monate liegen. Die Pflichten im Einzelnen stehen im Odoo-Enterprise-Vertrag, die Rollenverteilung vor dem Wechsel in der Zusammenarbeit mit dem Partner.

Häufige Fragen

Gehört mir der Quellcode, den der Partner für mich geschrieben hat?

Der Abonnementvertrag nennt Zusatzmodule als Module, die vom Kunden, von Odoo, vom Partner oder von Dritten entwickelt sein können; das Eigentum regelt aber Ihr Werk- oder Dienstvertrag mit dem Partner, nicht Odoos Vertrag. Verlangen Sie deshalb im Wechselgespräch eine vollständige Repository-Kopie und lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass keine Teile zurückbehalten werden.

Muss der alte Partner dem Wechsel zustimmen?

Nein. Ziffer 2 des Abonnementvertrags nennt den Odoo-Partner eine von Ihnen gewählte dritte Partei und hält fest, dass Sie jederzeit zu einem anderen Partner oder direkt zu Odoo wechseln können, vorherige Ankündigung vorbehalten. Die Ankündigung mit der 30-Tage-Frist aus Ziffer 6.1 geht an Odoo S.A., nicht an den Partner.

Was passiert mit meiner Cloud-Datenbank, wenn ich zugleich das Abonnement kündige?

Nach der Datenschutzerklärung (Stand 24. September 2026) bleibt die Datenbank drei Wochen deaktiviert, damit Sie es sich anders überlegen können, und wird dann zerstört. In den Sicherungen können Daten bis zu zwölf Monate liegen, bis sie automatisch vernichtet werden. Der Abonnementvertrag verpflichtet Odoo, auf Ihre Wahl zu löschen oder zurückzugeben (Ziffer 6.5 Buchst. h).

Was ist mit eigenem Code auf Odoo Online?

Installierbaren Code nicht: Odoo Online ist laut Dokumentation 20.0 mit eigenen Modulen und Modulen aus dem Odoo Apps Store unvereinbar; solche Module gibt es dort nicht zu übernehmen. Python-basierte Anpassungen in der Datenbank, etwa mit Odoo Studio, zählt der Abonnementvertrag dagegen als Zusatzmodule (Ziffer 2); sie liegen in der Datenbank und sind damit Teil der Datenbanksicherung. Verwaltbaren Modulcode gibt es erst bei Odoo.sh oder auf dem eigenen Server; der läuft über das GitHub-Repository beziehungsweise die Server-Zugriffe.

Quellen

  1. Odoo Enterprise Subscription Agreement, Version 13 vom 24. September 2026 (Ziffern 1, 2, 3, 4.3, 4.6, 5.1, 6.1, 6.5)Odoo S.A., Dokumentation 20.0 · abgerufen am
  2. Odoo Online (Odoo 20.0): Datenbankmanager, Download Backup, Transfer Ownership, LöschenOdoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  3. Odoo.sh (Odoo 20.0): Automatische und manuelle Sicherungen, Reiter BackupsOdoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  4. Odoo.sh Settings (Odoo 20.0): Collaborators mit den Rollen Admin, Tester, Developer; Deploy Key und WebhookOdoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  5. Odoo.sh Create (Odoo 20.0): neues oder bestehendes GitHub-Repository, ausdrücklich auch Organisations-RepositoryOdoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  6. Database upgrade (Odoo 20.0): Upgrade erst mit Modulen für die Zielversion; Pflicht je HostingartOdoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  7. Source install (Odoo 20.0): Quellcode über Git oder ZIP-ArchivOdoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  8. Export and import data (Odoo 20.0): Export je Ansicht als XLSX oder CSV, ImportvorlagenOdoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  9. Odoo Privacy Policy, Effective date: September 24, 2026 (Data Retention: Customer Database, Safety Retention Period)Odoo S.A. · abgerufen am