Odoo für Österreich: Was die Lokalisierung abdeckt
Kurz gesagt
Für eine Firma mit Firmenland Österreich nennt die Dokumentation 20.0 vier Module: l10n_at mit dem Einheitskontenrahmen 2010 und den Steuervorlagen, l10n_at_reports für Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, l10n_at_saft für die Prüfungsdatei und l10n_at_pos für die RKSV-Anbindung über fiskaly. Belegt verfügbar ist davon nur l10n_at: Das Modul steht im öffentlichen Community-Zweig 20.0, also in der freien Community-Ausgabe für die eigene Installation. Für die drei übrigen Module beschreibt die Dokumentation nur Funktionen und ordnet sie keiner Edition und keiner Hostingart zu; klären Sie Modulumfang, Edition und Hostingart im Angebot.
Das Wichtigste
- Österreich: Die Dokumentation 20.0 nennt vier Module der Lokalisierung (l10n_at, l10n_at_reports, l10n_at_saft, l10n_at_pos), beschreibt ihre Funktionen und nennt für keines eine Edition.
- Österreich: Belegt verfügbar ist nur l10n_at als Community-Ausgabe für die eigene Installation (Modulliste des Community-Zweigs 20.0, Abfrage am 14. Oktober 2026); der Editionsvergleich führt die Produktbestandteile Localizations und Reports nur in der Spalte Enterprise, ohne Modulnamen.
- Österreich: l10n_at legt den Einheitskontenrahmen 2010 mit 238 vierstelligen Konten an; Standard sind 20 Prozent Verkaufs- und Einkaufssteuer, dazu 61 Steuervorlagen, davon 5 nicht standardmäßig aktiv.
- Österreich: l10n_at_reports liefert laut Dokumentation die Bilanz nach § 224 UGB und die Gewinn- und Verlustrechnung nach § 231 UGB im Gesamtkostenverfahren.
- Österreich: Der Steuerbericht (Tax Report) aus l10n_at bildet die Kennzahlen der U1/U30 ab (Abschnitte 3 bis 7, Kennzahlen 000 bis 125); eine Übermittlung an FinanzOnline beschreibt die Seite Austria nicht.
- Österreich: l10n_at_saft exportiert die Prüfungsdatei als XML; die Seite Austria nennt dazu keine Rechtsgrundlage und keinen Umfang.
Wer Odoo in Österreich für die Buchhaltung einführt, braucht eine Liste: Welche Konten legt das System an, welche Steuervorlagen bringt es mit, welche Auswertungen und Exporte liegen vor, und was fehlt. Die folgenden Abschnitte trennen, was die Dokumentation an Funktionen nennt, von dem, was belegbar verfügbar ist, und benennen die Punkte, die Sie vor der ersten Buchung klären; die Pflichten der Kasse behandelt Registrierkassa in Österreich mit Odoo, die Übergabe an die Steuerberatung der Artikel Odoo und BMD/RZL.
Was die österreichische Lokalisierung umfasst
Die Seite Austria der Dokumentation nennt vier Module: Austria - Accounting (l10n_at) als Standardpaket der Fiskallokalisierung, Austria - Accounting Reports (l10n_at_reports) für die lokalisierten Finanzberichte, Austrian SAF-T Export (l10n_at_saft) für die Prüfungsdatei und Austria - Security Regulation for Point of Sale (l10n_at_pos) für die RKSV-Konformität der Kasse.
Nach der Seite Fiscal localizations installiert Odoo die Kernmodule einer Lokalisierung automatisch, sobald die betreffende App angelegt wird; die übrigen installieren Sie manuell. Welches Paket aktiv ist, prüfen Sie unter Accounting ‣ Configuration ‣ Settings im Feld Package. Die Menüpfade sind die der englischen Dokumentation; die App heißt in der deutschen Oberfläche Buchhaltung. Die Seite nennt Modulnamen und Funktionen und ordnet kein Modul einer Edition oder Hostingart zu.
Was belegt verfügbar ist – und was nicht
Die Seite Austria ordnet keines der vier Module einer Edition oder einem Hostingmodell zu. Belegbar ist deshalb nur l10n_at: Das Modul steht in der Modulliste des öffentlichen Community-Zweigs 20.0 (abgerufen am 14. Oktober 2026). Die Seite Database management beschreibt Odoo Community als die freie, quelloffene Ausgabe unter der GNU LGPLv3 und führt Hosting als Leistung von Odoo Enterprise, darunter Odoo Online und Odoo.sh. Für l10n_at heißt das: Community-Ausgabe, eigene Installation; für die drei übrigen Module führt der öffentliche Zweig kein Verzeichnis.
Der Editionsvergleich von Odoo (14. Oktober 2026) führt Invoicing in beiden Spalten, Accounting dagegen mit der Position Comprehensive Accounting, zu der die Bestandteile Localizations und Reports gehören, nur in der Spalte Enterprise; die Zeile Hosting steht ebenfalls nur in der Spalte Enterprise. Das sind Produktbestandteile, keine Modulangaben: Der Vergleich nennt keine der vier Modulbezeichnungen.
Für l10n_at_reports, l10n_at_saft und l10n_at_pos bleibt damit offen, in welcher Edition und Hostingart sie enthalten sind: Ein Modul, das der öffentliche Zweig nicht führt, ist kein Beleg für eine bestimmte Edition, und das Enterprise-Repository ist nicht öffentlich. Dieser Artikel nennt für diese drei Module deshalb nur die dokumentierten Funktionen und führt sie nirgends als Bestandteil der freien Ausgabe; klären Sie Modulumfang, Edition und Hostingart vor dem Projektstart im Angebot.
Die Abdeckung im Überblick
Die Tabelle gilt für eine Firma mit Firmenland Österreich in Odoo 20.0 und stellt je Bereich zusammen, was die Dokumentation 20.0 oder der Community-Zweig 20.0 belegt. Die Spalte Fundort sagt, woran wir die Angabe gelesen haben. Die Spalte Verfügbarkeit (belegt) nennt nur belegte Verfügbarkeit: „Community, eigene Installation“ steht dort, wo die Modulliste des öffentlichen Community-Zweigs 20.0 das Modul führt; „im Angebot klären“ heißt, dass keine der geöffneten Seiten das Modul einer Edition oder Hostingart zuordnet — dann steht in diesem Artikel keine Verfügbarkeitsaussage. Die letzte Spalte nennt die Frage, die offen bleibt.
| Bereich | Was die Quelle belegt | Modul | Verfügbarkeit (belegt) | Fundort | Offen oder zu klären |
|---|---|---|---|---|---|
| Kontenrahmen | Konten des Einheitskontenrahmens 2010 mit vierstelligen Nummern, 238 Konten in der Vorlage; Standardkonten sind Forderungen 2000, Verbindlichkeiten 3300, Bankkonten mit Präfix 280, Kassen 270, Verrechnung 288, Standard-Verkaufssteuer 20 Prozent (code022) und Standard-Einkaufssteuer 20 Prozent (code060) | l10n_at | Community, eigene Installation | Community-Quellcode | Paketwechsel nur vor der ersten Buchung (Dokumentation); Konten an Ihr Kontenbild anpassen |
| Steuern | 61 Steuervorlagen, davon 5 nicht standardmäßig aktiv; im Verkauf decken sie die Sätze 20, 19, 13, 10, 7, 4,9 und 0 Prozent ab, im Einkauf 20, 19, 13, 12, 10, 4,9 und 0 Prozent; sieben Steuergruppen | l10n_at | Community, eigene Installation | Community-Quellcode | Welche Vorlage für welche Leistung gilt, ist eine steuerrechtliche Frage; aktivieren Sie danach aus |
| Steuerpositionen | Vier Positionen: National, National + EU (ohne UID), Europäische Union, Drittstaaten; laut Vorlage werden alle vier automatisch angewendet | l10n_at | Community, eigene Installation | Community-Quellcode | Zuordnung zu Ihren Geschäftsfällen prüfen |
| Kontenstruktur | 81 Kennzeichen für die Gliederungspositionen von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (Bilanz AAI1 und folgende) | l10n_at | Community, eigene Installation | Community-Quellcode | An Ihre Abschlussgliederung anpassen |
| Bilanz und GuV | Bilanz nach der Gliederung des § 224 UGB und Gewinn- und Verlustrechnung nach § 231 UGB im Gesamtkostenverfahren (§ 231 lässt auch das Umsatzkostenverfahren zu) | l10n_at_reports | im Angebot klären | Dokumentation | Im öffentlichen Community-Zweig 20.0 kein Modulverzeichnis; Edition und Hosting im Angebot klären |
| Steuerbericht | Bericht Steuerbericht (Tax Report) mit den Abschnitten 3 Aufschlüsselung für die Zusammenfassende Meldung, 4 Berechnung der Umsatzsteuer (U1/U30), 5 Berechnung der abziehbaren Vorsteuer, 6 Sonstige Berichtigungen und 7 Zahllast oder Gutschrift; Kennzahlen 000 bis 125, nicht lückenlos (124 und 125 stehen für die 4,9-Prozent-Sätze) | l10n_at | Community, eigene Installation | Community-Quellcode | Ein XML-Export wird für die SAF-T beschrieben; eine Übermittlung an FinanzOnline nennt die Seite Austria nicht |
| Prüfungsdatei (SAF-T) | Prüfungsdatei als XML; Voraussetzungen sind vollständige Firmen-, Ansprechpartner- und Partnerdaten, ÖNACE-Code und Gewinnermittlungsart; die Kontenzuordnung läuft über 950 Kennzeichen mit den Codes des SAF-T-Kontenrahmens, Warnungen zeigt View Problematic Accounts | l10n_at_saft | im Angebot klären | Dokumentation; Kennzeichenzahl aus dem Community-Quellcode | Die Seite Austria nennt keine Rechtsgrundlage und keinen Umfang; klären Sie mit der Steuerberatung, was Sie liefern müssen |
| E-Rechnung und Beleglayout | l10n_at hängt im Quellcode von account_edi_ubl_cii (Formate UBL und CII) und l10n_din5008 ab; für die Firma wird das DIN-5008-Layout gesetzt | l10n_at | Community, eigene Installation | Community-Quellcode | Die Seite Austria verweist auf eine eigene Seite zur E-Rechnung in Österreich; Ablauf im Artikel E-Rechnung in Österreich |
| Kasse | Signatur über den Cloud-Dienst fiskaly, Verknüpfung der Organisation mit FinanzOnline, DEP7-Export als JSON, Monats- und Jahresbelege | l10n_at_pos | im Angebot klären | Dokumentation | Die Pflichten der Kasse stehen in § 131b BAO und in der RKSV (BGBl. II Nr. 410/2015); Druck, Signatur und Export am Testbeleg prüfen und die Verfügbarkeit des Moduls im Angebot klären; siehe Registrierkassa in Österreich |
| Übergabe an die Steuerberatung | Die Seite Austria nennt keinen BMD- und keinen RZL-Export; für Deutschland beschreibt Odoo DATEV-Aktionen in l10n_de_reports | — | — | Dokumentation | Weg mit der Steuerberatung festlegen; Überblick im Artikel Buchhaltung ohne DATEV |
Was die Seite Austria nicht beschreibt
Die folgenden Punkte stehen weder auf der Seite Austria noch auf der allgemeinen Seite über Fiskallokalisierungen. Das bedeutet nicht, dass Odoo sie nicht kann; es bedeutet, dass Sie sie im Angebot, im Test oder mit der Steuerberatung klären.
- ob und wie die Umsatzsteuervoranmeldung, die Zusammenfassende Meldung oder Intrastat an die Finanzverwaltung übermittelt werden: Der Steuerbericht rechnet die Kennzahlen aus, eine Übermittlung ist nicht beschrieben; den Weg über FinanzOnline behandelt UVA an FinanzOnline,
- ob die Steuervorlagen dem geltenden Steuerrecht entsprechen — sie sind Konfiguration, kein Rechtsnachweis,
- welche Edition und welche Hostingart die drei Module l10n_at_reports, l10n_at_saft und l10n_at_pos mitbringen: Die Seite Austria ordnet kein Modul einer Edition zu, und die Modulliste des öffentlichen Community-Zweigs 20.0 führt nur l10n_at; klären Sie das im Angebot,
- welchen Inhalt und welche Fristen die Prüfungsdatei nach der Dokumentation hat,
- wie das DIN-5008-Layout zu den österreichischen Anforderungen an Rechnungen steht.
So prüfen Sie Ihre Datenbank
Die Beispielrechnung verwendet erfundene Zahlen. Führen Sie die Prüfung in einer Test- oder Kopie-Datenbank durch, bevor Sie buchen.
- Prüfen Sie unter Accounting ‣ Configuration ‣ Settings das Feld Package und entscheiden Sie sich, solange kein Eintrag gebucht ist.
- Öffnen Sie die Steuerliste und markieren Sie die Vorlagen, die zu Ihren Umsätzen passen; schalten Sie fehlende frei.
- Tragen Sie die Firmendaten vollständig ein und halten Sie für die Prüfungsdatei eine Ansprechperson mit Telefonnummer im Kontakt der Firma bereit.
- Tragen Sie in den Buchhaltungseinstellungen im Abschnitt der österreichischen Lokalisierung den ÖNACE-Code und die Gewinnermittlungsart ein.
- Erstellen Sie eine Testrechnung über 1.200 Euro netto mit 20 Prozent Umsatzsteuer und vergleichen Sie die Kennzahl 022 im Steuerbericht: Dort müssen 1.200 Euro Bemessungsgrundlage und 240 Euro Umsatzsteuer stehen. Weicht eine Kennzahl ab, prüfen Sie zuerst die Steuerzuordnung der Position.
- Starten Sie einen SAF-T-Export (Accounting ‣ Reports ‣ General Ledger, rechts neben PDF der Eintrag SAF-T) und arbeiten Sie die Warnung ab, bis unter View Problematic Accounts kein Konto mehr offen ist.
- Fragen Sie im Angebot nach Edition und Hostingart der drei Module, die im öffentlichen Community-Zweig 20.0 fehlen (belegt ist dort nur l10n_at), und nach einem belastbaren Weg für die Buchungsübergabe.