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Odoo Studio: Anpassen ohne Programmieren

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Gilt für: Odoo 20.0 Enterprise; Studio im Tarif Custom auf Odoo Online, Odoo.sh und On-Premise; Odoo Online ohne eigene Module

Kurz gesagt

Odoo Studio ist das Anpassungswerkzeug der Enterprise-Edition: Es legt Felder und Ansichten an, erweitert Modelle und richtet Automatisierungs-, Berichts- und Genehmigungsregeln ein, ohne dass Sie Modulcode schreiben. Studio gibt es laut Editionsvergleich nur in Enterprise; in einer Datenbank im Tarif Standard löst die Installation ein Upsell auf Custom aus. Anpassungen liegen im Datenbankmodul studio_customization und nicht als eigenes Modul.

Das Wichtigste

  • Studio gibt es laut Editionsvergleich nur in Enterprise, nicht in Community.
  • Die Installation von Studio im Tarif Standard löst ein Upsell auf Custom aus.
  • Studio ändert Felder, Ansichten, Modelle, Regeln und Berichte ohne Modulcode.
  • Studio-Anpassungen liegen im Datenbankmodul studio_customization und sind keine eigenen Module.
  • Eigene Module blockieren ein Upgrade, bis ihr Quellcode für die Zielversion vorliegt.
  • Der Upgrade-Dienst deckt Studio-Anpassungen, solange Studio installiert und das Abonnement aktiv ist.

Wer ein Feld in der Angebotsmaske ergänzen oder vor der Bestellung eine Freigabe einbauen will, hat in Odoo zwei Wege: Modulcode schreiben lassen oder Odoo Studio benutzen. Studio ist der Weg ohne Dateien im Modulverzeichnis — mit Bedingungen an Edition, Tarif und Upgrade. Dieser Überblick ordnet die Bereiche, die Studio bearbeitet, und die Stellen, an denen die Dokumentation der Version 20.0 Grenzen zieht.

Was Odoo Studio ist und wie Sie es öffnen

Die Studio-Dokumentation 20.0 beschreibt Odoo Studio als Werkzeugkasten, mit dem Sie Odoo ohne Programmierkenntnisse anpassen. Sie öffnen es in der App und im Modell, die Sie ändern wollen, über das Symbol „Studio umschalten“ oben rechts (englisch „Toggle Studio“) und schließen es mit „Schließen“.

Zwei Voraussetzungen hängen an Edition und Tarif. Der Editionsvergleich von Odoo führt die Zeile Studio im Abschnitt Customization als Kreuz in der Community- und als Haken in der Enterprise-Spalte. Die Preisseite nennt Odoo Studio nur im Tarif Custom; die Installation von Studio in einer Datenbank im Tarif Standard löst nach dem Warnhinweis der Studio-Seite automatisch ein Upsell auf den Tarif Custom aus — bei jährlichen oder mehrjährigen Verträgen über einen Auftrag mit 30 Tagen Frist, bei monatlicher Abrechnung als automatischer Wechsel mit der nächsten Rechnung. Die FAQ derselben Preisseite lässt Studio als die eine App des Tarifs „Eine App Gratis“ zu, während eine andere Antwort dort beim Installieren von Studio den Wechsel nach Custom nennt, ohne diesen Tarif auszunehmen.

Beim Hosting gilt: Mit einem Enterprise-Abonnement läuft Studio auf Odoo Online, auf Odoo.sh und bei eigener Installation; die Preisseite führt diese drei Hosting-Optionen im Tarif Custom, in dem Studio steht. Für Odoo Online hält die Plattformdokumentation fest, dass die gehosteten Datenbanken für Anpassungen taugen, die keinen eigenen Code brauchen; wo diese Hostingart sonst endet, steht unter Grenzen von Odoo Online.

Was Studio kann: die Bereiche im Überblick

Die Tabelle stellt zusammen, was die Studio-Dokumentation je Bereich beschreibt und welche Einschränkung dieselbe Seite nennt.

Bereich Was Studio ändert Einschränkung nach derselben Seite
Felder neue Felder anlegen, bestehende Felder in jede Ansicht eines Modells aufnehmen, Eigenschaften ändern, ein Feld aus einer Ansicht entfernen In Studio stehen 21 Feldtypen zur Wahl, technisch hat Odoo 15; neue Felder werden als Spalten der Datenbank gespeichert und gelten für alle Datensätze des Modells
Ansichten vier Kategorien: Allgemein (Formular, Aktivität, Suchen), Mehrere Datensätze (Kanban, Liste, Karte), Zeitleiste (Kalender, Kohorte, Gantt), Berichtswesen (Pivot, Diagramm); Standardansicht festlegen; XML-Editor Die Aktivitätsansicht lässt sich nur über den XML-Code ändern; „Nichtverfügbarkeit anzeigen“ im Gantt setzt Unterstützung im Modell voraus und lässt sich mit Studio nicht ergänzen
Modelle und Apps ein neues Modell oder eine neue App anlegen, dabei bis zu 14 vorgeschlagene Funktionen wie Kontaktinformationen, Pipeline-Phasen oder Chatter Die vorgeschlagenen Funktionen bringen Felder, Einstellungen und Ansichten mit; ein Teil davon lässt sich später nachziehen
Automatisierungsregeln Auslöser in fünf Kategorien (Werte aktualisiert, Veranstaltungsmails, Zeitliche Bedingungen, Benutzerdefiniert, Extern), Bedingungen vor und nach dem Auslöser, mehrere Aktionen in fester Reihenfolge Zeitliche Auslöser hängen an der geplanten Aktion „Automation Rules: check and execute“ (Standard: alle vier Stunden) und müssen nach dem Anlegen einmal manuell gestartet werden, sonst arbeitet die Regel Altbestände ab
Webhooks ein externes Ereignis ruft per POST eine vordefinierte Aktion in Odoo auf; ausgehend die Aktion „Webhook-Benachrichtigung versenden“ Das Einrichten kommt ohne Programmierung aus, wenn zwei Odoo-Datenbanken verbunden werden; das Testen braucht ein externes Werkzeug, und eigene Zieldatensätze oder Aktionen können Programmierkenntnisse erfordern
PDF-Berichte bestehende Berichte bearbeiten oder neue anlegen, mit Berichtseditor, bedingten Blöcken und eigenem Papierformat Papierformat, Logo, Farben und Fußzeile gehören zum Standardlayout und werden außerhalb von Studio je Firma eingestellt
Genehmigungsregeln einen Genehmigungsschritt an eine Schaltfläche hängen, mit Genehmigern oder einer Genehmigergruppe, Reihenfolge und ausschließlicher Genehmigung Genehmigungseinträge sehen Sie nur im Entwicklermodus unter Einstellungen ‣ Technisch ‣ Studio-Genehmigungseinträge
Sicherheitsregeln die Studio-Übersichtsseite nennt Sicherheitsregeln als Bereich, den Studio bearbeitet oder ergänzt Einzelheiten behandeln die verlinkten Studio-Seiten nicht (Stand 14. Oktober 2026)

Wo die Grenzen liegen

Das Versprechen „ohne Programmierkenntnisse“ hat benannte Lücken. Zwei Aktionen der Automatisierungsregeln arbeiten mit Python: „Code ausführen“ führt Code aus, und „Datensatz aktualisieren“ bietet die Variante „Berechnen“. Der Abonnementvertrag zählt pythonbasierte Anpassungen in der Datenbank ausdrücklich zu den Extra Modules und rechnet Leistungen für abgedeckte Zusatzmodule nach Codezeilen ab, monatlich je angefangene 100 Zeilen. Abgedeckt ist ein Zusatzmodul, wenn es auf Odoo Online läuft oder wenn dafür ein Wartungsentgelt gezahlt wird; Beträge nennt nur die Vereinbarung. Support-Tickets deckt das Abonnement für Fehler und für Fragen zu Standardfunktionen und abgedeckten Zusatzmodulen ab; Fragen zu Entwicklung und Anpassungen führt Ziffer 4.5 auf eine gesonderte Dienstleistungsvereinbarung.

Den technischen Namen eines neuen Feldes ändert Studio nur während des Anlegens; wie Sie dabei vorgehen, zeigt Felder und Ansichten anpassen. Später zeigt der Entwicklermodus den technischen Namen in Studio nur noch an; geändert wird er über die technischen Einstellungen der Datenbank (in der Dokumentation als Settings-App ‣ Technical ‣ Fields geführt). Der Präfix x_ ist für jedes eigene Feld Pflicht; das bei Studio-Feldern standardmäßige x_studio_ erleichtert das Wiederfinden.

Für den XML-Editor warnt die Ansichtenseite, Änderungen nicht direkt an Standard- und geerbten Ansichten vorzunehmen: Sie werden bei einer Aktualisierung oder einem Modul-Upgrade zurückgesetzt. Beim Ziehen eines Feldes legt Studio dagegen selbst eine geerbte Studio-Ansicht mit dem passenden XPath an.

Anpassungen liegen nach der Seite „Modelle, Module und Apps“ im Modul studio_customization, das Sie als ZIP-Datei exportieren und in eine andere Datenbank importieren können. Der Import verlangt dieselbe Odoo-Version und dieselben Apps und Module; Studio trägt die darunterliegenden Module nicht als Abhängigkeit ein.

Unvereinbar mit Odoo Online bleiben installierbare eigene Module und Module aus dem Apps-Store; auf dieser Hostingart ist Studio deshalb der Weg für Anpassungen ohne eigenen Modulcode. Eigene Upgrade-Skripte lassen sich dort ebenfalls nicht ausführen.

Was Studio-Anpassungen beim Upgrade bedeuten

Der Upgrade-Dienst im Enterprise-Abonnement umfasst nach der Upgrade-Dokumentation den technischen Umbau der Datenbank, die Fehlerbehebung des Upgrades, die Standard-Apps und die Studio-Anpassungen, solange Studio installiert ist und das Abonnement läuft. Nicht enthalten sind das Bereinigen vorhandener Daten und Konfigurationen, das Upgrade von Modulen ohne Wartungsvertrag und Schulungen; Prüfen und Abnehmen der umgebauten Datenbank bleiben Aufgabe des Kunden.

Entscheidend ist die Abgrenzung: Als eigenes Modul gilt jede Erweiterung des Standardcodes, die nicht mit Studio gebaut wurde. Enthält die Datenbank solche Module, lässt sie sich nicht upgraden, bis deren Quellcode für die Zielversion vorliegt; umbenannte Felder, Modelle und XML-IDs brauchen Upgrade-Skripte, sonst gehen Daten verloren. Auf Odoo Online sind eigene Python-Module ohnehin nicht zulässig. Eine reine Studio-Datenbank fällt nicht unter diese Sperre.

Auf Odoo Online ist das Upgrade Pflicht: je Hauptversion alle zwei Jahre, bei Zwischenversionen wenige Wochen nach Erscheinen der nächsten Version. Odoo kündigt es vorher an und führt es zum Termin selbst aus, wenn Sie es nicht vorher selbst auslösen. Auf einem eigenen Server können Sie dagegen auf einer Version bleiben.

Nach dem Upgrade nennt der Upgrade-Bericht Ansichten, die das Upgrade wegen ihres Inhalts abgeschaltet hat; sie müssen wieder aktiviert oder entfernt werden. Die Dokumentation rät, Ansichten, Berichte, Suchfilter, Datenexport und Automatisierungsregeln in der Testdatenbank durchzugehen (Ablauf und Testschritte: Odoo-Upgrade), und weist darauf hin, dass sich Unterschiede zu Standardansichten, Feldern und Modellen nicht im Einzelfall zurücknehmen lassen. Testdatenbanken sind neutralisiert: geplante Aktionen, ausgehende Mailserver, Zahlungsanbieter und Bankabgleich sind abgeschaltet oder auf Testbetrieb gestellt.

Typische Fehler

  • Feld ohne Entwicklermodus anlegen. Der technische Name entsteht dann ungesehen aus der Beschriftung und ist später nur über die technischen Einstellungen der Datenbank zu ändern.
  • Im XML-Editor direkt an einer Standard- oder geerbten Ansicht ändern. Die Änderung geht bei einer Aktualisierung oder einem Modul-Upgrade verloren; richtig ist die geerbte Studio-Ansicht.
  • Zeitliche Automatisierungsregel ohne manuellen Start anlegen. Ohne diesen Schritt fehlt der Zeitstempel des letzten Laufs, und die Regel arbeitet rückwirkend Datensätze ab.
  • Webhook ungetestet in der Produktivdatenbank einschalten. Die Webhook-Seite empfiehlt eine duplizierte Datenbank zum Konfigurieren und Testen und weist darauf hin, dass falsch konfigurierte Webhooks die Datenbank stören können.
  • Studio-Anpassungen als Ersatz für eigene Module planen und den Upgrade-Weg offenlassen. Studio-Anpassungen deckt der Upgrade-Dienst ab, eigene Module brauchen für die Zielversion gepflegten Quellcode und Upgrade-Skripte; woran Sie ein Fremdmodul vorher prüfen, steht in den Prüfkriterien für Fremdmodule.

So gehen Sie vor

  1. Klären Sie zuerst Edition und Tarif: Studio ist Enterprise-Funktion, und im Tarif Standard löst schon die Installation den Wechsel nach Custom aus.
  2. Setzen Sie vor dem ersten Feld den Entwicklermodus und vergeben Sie technische Namen bewusst; halten Sie den Präfix x_ ein und lassen Sie x_studio_ stehen.
  3. Probieren Sie neue Anpassungen und jeden Webhook in einer duplizierten Datenbank aus, nicht in der Produktivdatenbank.
  4. Dokumentieren Sie jede Automatisierungsregel in ihrem Notizen-Tab mit Zweck und Bedingungen, damit sie beim Upgrade prüfbar bleibt.
  5. Gehen Sie vor dem nächsten Upgrade Ihre Liste der Anpassungen und den Testkatalog der Dokumentation durch: abgeschaltete Ansichten, Berichte, Suchfilter, Datenexport, Automatisierungsregeln.
  6. Halten Sie Studio installiert und das Abonnement aktiv, solange die Anpassungen in Betrieb sind; nur dann deckt der Upgrade-Dienst sie ab.

Häufige Fragen

Kann ich Studio in Odoo Community nutzen?

Nein. Der Editionsvergleich von Odoo führt die Zeile Studio nur in der Enterprise-Spalte. Für die Community-Edition gibt es das Werkzeug danach nicht; auf einem eigenen Server brauchen Sie ein Enterprise-Abonnement, und die Preisseite nennt Studio im Tarif Custom.

Bleiben meine Studio-Anpassungen nach einem Upgrade erhalten?

Der Upgrade-Dienst deckt Studio-Anpassungen laut Dokumentation 20.0, solange Studio installiert und das Abonnement aktiv ist. Ob eine einzelne Anpassung danach noch funktioniert, prüfen Sie in der Testdatenbank: Der Upgrade-Bericht nennt Ansichten, die das Upgrade wegen ihres Inhalts abgeschaltet hat.

Zählt eine Studio-Anpassung als eigenes Modul?

Nein. Als eigenes Modul gilt laut Entwicklerdokumentation jede Erweiterung des Standardcodes, die nicht mit Studio gebaut wurde. Ihre Anpassungen liegen im Datenbankmodul studio_customization, das Sie als ZIP-Datei exportieren und in eine Datenbank mit derselben Odoo-Version und denselben Apps importieren können.

Kostet eine Automatisierungsregel mit Python-Code extra?

Möglich. Der Abonnementvertrag zählt pythonbasierte Anpassungen in der Datenbank zu den Extra Modules und rechnet Leistungen für abgedeckte Zusatzmodule nach Codezeilen ab, monatlich je angefangene 100 Zeilen. Abgedeckt ist ein Zusatzmodul, wenn es auf Odoo Online läuft oder dafür ein Wartungsentgelt gezahlt wird; die Beträge stehen nur in der Vereinbarung.

Wie sichern wir unsere Studio-Anpassungen?

Über den Studio-Export: Er schreibt die Anpassungen als ZIP-Datei des Moduls studio_customization heraus. Der Import gelingt nur in eine Datenbank mit derselben Odoo-Version und denselben Apps und Modulen; Studio trägt die darunterliegenden Module nicht als Abhängigkeit ein.

Quellen

  1. Studio (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  2. Studio: Felder und Widgets (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  3. Studio: Ansichten (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  4. Studio: Modelle, Module und Apps (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  5. Studio: Automatisierungsregeln (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  6. Studio: Webhooks (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  7. Studio: PDF-Berichte (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  8. Studio: Genehmigungsregeln (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  9. Compare Editions (Zeile Studio im Abschnitt Customization)Odoo S.A. · abgerufen am
  10. Pricing (Tarifübersicht mit Studio im Tarif Custom und FAQ zu Studio in Eine App Gratis)Odoo S.A. · abgerufen am
  11. Preise, deutschsprachige Tarifübersicht (Eine App Gratis, Standard, Custom)Odoo S.A. · abgerufen am
  12. Upgrade (Dokumentation 20.0), Abschnitt Service-level agreement (SLA)Odoo S.A. · abgerufen am
  13. Upgrade a customized database (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  14. Odoo Online (Dokumentation 20.0)Odoo S.A. · abgerufen am
  15. Odoo Enterprise Subscription Agreement, Version 13 vom 24. September 2026, Ziffern 2, 4.5 und 5.1Odoo S.A. · abgerufen am