Odoo-Abonnements: Wiederkehrende Rechnungen einrichten
Kurz gesagt
In Odoo 20.0 folgt das Einrichten der Reihe Wiederholungsplan, Abo-Produkt und bestätigtes Angebot: Ein Verkaufsauftrag mit hinterlegtem Wiederholungsplan wird zum Abonnement, und die weiteren Rechnungen erzeugt die App laut Dokumentation selbst. Die App Abonnements gehört zum Enterprise-Umfang (Editionsvergleich, Stand 14. Oktober 2026); Odoo Community enthält sie nicht, und in Odoo Online, Odoo.sh und On-Premise ist dafür ein Enterprise-Abonnement nötig.
Das Wichtigste
- Ein Verkaufsauftrag mit hinterlegtem Wiederholungsplan wird laut Dokumentation automatisch zum Abonnement.
- Die Einheit Tage ist als Abrechnungszeitraum gesperrt; zulässig sind Wochen, Monate und Jahre.
- Für ein Verlängerungsangebot verlangt die Dokumentation eine Erstinvoicierung mit verbuchter Zahlung.
- Automatische Zahlungen brauchen einen Zahlungsanbieter mit Tokenisierung und beim Kunden gespeicherte Zahlungsdaten.
- Die App Abonnements ist Enterprise-Bestandteil; Odoo Community enthält sie nicht (Editionsvergleich, Stand 14. Oktober 2026).
Zwei Merkmale machen aus einem Verkaufsauftrag ein Abonnement: Das Produkt ist als Abo-Produkt geführt, und der Auftrag trägt einen Wiederholungsplan. Die Dokumentation 20.0 hält fest, dass solche Aufträge automatisch zu Abonnements werden. Dieser Artikel arbeitet die Einrichtung in dieser Reihenfolge ab und beschreibt Produktverhalten, nicht das Rechnungsrecht der drei Länder.
Die Bezeichnungen folgen der englischen Dokumentation 20.0, ergänzt um den deutschen App-Namen Abonnements. Für diese Enterprise-App ist keine öffentliche deutsche Übersetzungsdatei verfügbar, die Beschriftungen in Ihrer Datenbank können abweichen.
Was Sie vorab brauchen
- die App Abonnements in Odoo 20.0, veröffentlicht im September 2026; laut Editionsvergleich ist Subscriptions Enterprise-Bestandteil und nicht im Community-Umfang enthalten
- ein Enterprise-Abonnement, da die Preisseite die App über die Betriebsarten Odoo Online, Odoo.sh und On-Premise führt
- ein Benutzerkonto mit Zugriff auf die Konfiguration der App; das Schließen eines Abos bindet die Dokumentation an Datenbank-Administratoren
- Produkte mit Verkaufspreis und hinterlegten Steuern, dazu Preislisten, wenn Sie Preise je Kunde oder Laufzeit brauchen
- für Lieferungen physischer Ware die App Lager mit mindestens einer Liefermethode; für automatische Zahlungen einen Zahlungsanbieter mit Tokenisierung und ein Kundenportal oder einen Shop, in dem Zahlungsdaten gespeichert werden können
- eine Testdatenbank, solange Sie an einer laufenden Rechnungsstellung arbeiten
Schritt für Schritt: vom Plan zur ersten Rechnung
Die Tabelle zeigt die Reihenfolge und das Ergebnis jedes Schritts.
| Schritt | Ort | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Abonnements ▸ Konfiguration ▸ Recurring Plans | Wiederholungsplan mit Zeitraum und Verhalten |
| 2 | Abonnements ▸ Produkte ▸ Produkte | Abo-Produkt mit Preis, Steuer und Abrechnungspolitik |
| 3 | Verkauf ▸ Aufträge ▸ Angebote | bestätigter Verkaufsauftrag mit Wiederholungsplan |
| 4 | Verkaufsauftrag ▸ Rechnung erstellen | verbuchte erste Rechnung und nächstes Rechnungsdatum |
| 5 | Auftrag ▸ Renew, Upsell, Close | Verlängerung, Änderung oder Abschluss |
Schritt 1: Wiederholungsplan anlegen
Öffnen Sie Abonnements ▸ Konfiguration ▸ Recurring Plans (Wiederholungszeiträume). Odoo liefert einige Pläne mit, darunter Monthly und Yearly; über Neu legen Sie einen eigenen an und vergeben einen Namen. Im Abschnitt DETAILS stehen die Billing Period aus Einheit und Zahlenwert, das automatische Schließen in Tagen ohne Zahlungseingang, die Ausrichtung an den Periodenbeginn (Align to Period Start), bei mehreren Unternehmen die Zuordnung zur Firma und die Vorlage Invoice Email Template für die Rechnungsmail.
Als Abrechnungszeitraum sind Wochen, Monate und Jahre vorgesehen. Die Einheit Tage ist gesperrt; die Dokumentation begründet das damit, dass Aufträge sonst täglich Rechnungen erzeugen würden, und ordnet den täglichen Zeitraum der Vermietung zu.
Align to Period Start verschiebt die Abrechnung auf den ersten Tag des Zeitraums. Das Angebot zeigt dann den vollen Zeitraum, die erste Rechnung nur den angefangenen. Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen: Ein monatlicher Plan kostet 120,00 Euro netto. Eine Kundin bestellt am 16. Juni, der Zeitraum läuft vom 1. bis 30. Juni. Auf dem Angebot steht der volle Monat, die Rechnung für den 16. bis 30. Juni weist 60,00 Euro netto aus, und ab 1. Juli wird der volle Monatsbetrag abgerechnet.
Im Abschnitt SELF-SERVICE bestimmen Sie, was Kundinnen und Kunden im Portal selbst dürfen: Closable für den Abschluss des eigenen Abos, Add Products für Änderungen an den Positionen, Renew für ein Verlängerungsangebot und Optional Plans für den Planwechsel. Im Reiter Pricing hinterlegen Sie je Produkt eine Preisliste und einen wiederkehrenden Preis; solche Preisregeln greifen laut Dokumentation vor dem Standardpreis.
Schritt 2: Abo-Produkt anlegen
Öffnen Sie Abonnements ▸ Produkte ▸ Produkte und wählen Sie ein vorhandenes Produkt oder legen mit Neu eines an. Lassen Sie die Schalter Subscriptions und Sales aktiv; die Dokumentation hält fest, dass Odoo das Produkt darüber als Abo-Produkt erkennt. Als Produktart nennt sie die Dienstleistung als typischen Fall, lässt aber andere Arten zu.
Setzen Sie die Abrechnungspolitik passend zur Ware und den Verkaufspreis als Preis je Zeitraum. Für physische Güter muss die Abrechnungspolitik auf Bestellte Mengen stehen, sonst meldet Odoo beim Rechnungsstellen Fehler. Im Reiter Recurring Prices fügen Sie mit Add a price rule je Zeitraum und Preisliste einen eigenen Preis hinzu; Preise und Staffeln beschreibt Preislisten in Odoo. Soll das Abo im Shop verkauft werden, öffnen Sie die Produktseite über die Schaltfläche Go to Website und schalten dort von Unpublished auf Published.
Schritt 3: Angebot erstellen und bestätigen
Legen Sie das Angebot über Neu im Dashboard von Verkauf oder Abonnements an; im Verkauf ist das der Bereich Aufträge ▸ Angebote. Tragen Sie Kunde und Wiederholungsplan ein und füllen die Auftragspositionen; der Wiederholungsplan ist das Merkmal, das aus dem Auftrag ein Abonnement macht. Wahlweise setzen Sie Angebotsvorlage, Gültigkeit, Preisliste und Zahlungsbedingungen, für abweichende Rechnungs- und Lieferadressen die Kundenadressen.
Senden Sie das Angebot mit E-Mail senden oder bestätigen es direkt mit Bestätigen. Im Reiter Weitere Informationen unter Verkauf lässt sich die Bestätigung an Online-Signatur oder Online-Zahlung binden, Vorschau zeigt die Sicht der Kundin im Portal. Den übrigen Weg beschreibt Angebot in Odoo erstellen.
Schritt 4: Erste Rechnung stellen
Am bestätigten Auftrag erzeugen Sie die erste Rechnung über Rechnung erstellen und verbuchen sie anschließend. Wann das möglich ist, hängt an der Abrechnungspolitik des Produkts: Bei Bestellte Mengen geht es laut Dokumentation sofort nach der Bestätigung, bei Gelieferte Mengen erst nach der validierten Lieferung. Die Unterschiede beschreibt Abrechnung nach bestellter oder gelieferter Menge.
Für die Verlängerung nennt die Dokumentation drei Voraussetzungen am Auftrag: ein bestätigtes Angebot mit Abo-Produkt, ein ausgewählter Wiederholungsplan und eine für die Erstlaufzeit in Rechnung gestellte und registrierte Zahlung. Danach übernimmt die App: Sie erzeugt Rechnungen laut Dokumentation selbst; im Beispiel der Seite zu Abonnements mit Lieferungen entsteht monatlich automatisch ein Verkaufsauftrag mit Rechnung und ein Lieferauftrag. Welcher Zeitraum als Nächstes ansteht, zeigt das nächste Rechnungsdatum, das sich in den Abo-Berichten filtern und gruppieren lässt.
Automatische Zahlungen sind ein eigener Aufbau: Die Zahlungsdaten liegen beim Zahlungsanbieter als Token. Speichert die Kundin ihre Daten beim Bezahlen nicht, wird nicht automatisch belastet, und ohne Anbieter mit Tokenisierung bleibt es bei der Rechnung. Die Einrichtung beschreibt Zahlungsanbieter in Odoo.
Schritt 5: Verlängern, ändern und abschließen
Ein Verlängerungsangebot entsteht am Abonnement über Renew; es trägt eine eigene Kennzeichnung, und Startdatum sowie nächstes Rechnungsdatum stehen im Verlauf. Änderungen laufen über Upsell: Das setzt eine bereits gestellte Rechnung voraus, und die anteilige Berechnung des laufenden Zeitraums gilt nach der Dokumentation nur für Dienstleistungen, nicht für Güter.
Auch der Abschluss setzt eine gestellte Rechnung voraus; ein noch nicht abgerechnetes Abo wird stattdessen storniert. Wer schließen darf, hängt an den Zugriffsrechten: Datenbank-Administratoren schließen am Auftrag mit Datum und Grund, externe Nutzer im Kundenportal und dort nur mit einem vorbereiteten Grund. Diese Gründe pflegen Sie unter Abonnements ▸ Konfiguration ▸ Close Reasons. Die rechtliche Seite behandelt Abo-Preisanpassung und Kündigung.
So prüfen Sie das Ergebnis
- Legen Sie in einer Testdatenbank einen Wiederholungsplan mit monatlichem Zeitraum an und prüfen Sie die Felder für Zahlungsausfall, Ausrichtung am Periodenbeginn und Mailvorlage.
- Prüfen Sie am Produkt, dass Subscriptions und Sales aktiv sind und die Abrechnungspolitik bei physischer Ware auf Bestellte Mengen steht.
- Erstellen Sie ein Angebot mit Wiederholungsplan und bestätigen Sie es; der Auftrag muss danach als Abonnement mit der Markierung In Progress erscheinen.
- Stellen Sie die erste Rechnung, verbuchen Sie die Zahlung und rechnen Sie den angefangenen Zeitraum wie im Beispiel oben nach.
- Prüfen Sie das nächste Rechnungsdatum am Auftrag und im Bericht Subscriptions Analysis mit dem Filter Next Invoice Date.
- Senden Sie eine Testrechnung an die eigene Adresse, wenn die Vorlage Invoice Email Template greifen soll.
Wenn etwas nicht klappt
Die Tabelle ordnet typische Beobachtungen ihrer möglichen Ursache und einer Prüfung zu.
| Symptom | Mögliche Ursache | Prüfung |
|---|---|---|
| Rechnungsstellung bricht bei einem Abo mit physischer Ware ab | Die Abrechnungspolitik passt nicht zur Ware | Produkt auf Bestellte Mengen stellen |
| Ein täglicher Abrechnungszeitraum lässt sich nicht anlegen | Die Einheit Tage ist gesperrt | Zeitraum in Wochen, Monaten oder Jahren anlegen |
| Kein Verlängerungsangebot möglich | Voraussetzungen am Auftrag fehlen | bestätigten Auftrag, Wiederholungsplan und verbuchte Erstzahlung prüfen |
| Das Abo lässt sich nicht schließen | Der Auftrag wurde noch nicht in Rechnung gestellt | erst die Rechnung stellen; ohne Rechnung stornieren |
| Keine automatische Belastung | Zahlungsdaten nicht gespeichert oder Anbieter ohne Tokenisierung | Zahlungsdaten im Portal und den Anbieter in der Buchhaltung prüfen |
| Nach einer fehlgeschlagenen Zahlung läuft nichts weiter | Markierung Payment Failure und Häkchen Contract in exception stoppen geplante Aktionen | Zahlung im Verlauf prüfen und erst danach im Entwicklermodus das Häkchen entfernen: war sie eingegangen, zuvor eine neue Rechnung anlegen und verbuchen; ohne das Entfernen bleibt der Auftrag bis zum Schließen stehen |
| Die Kundin kann im Portal nicht selbst schließen | Closable am Plan fehlt oder es gibt keinen Kündigungsgrund | den Plan und die Close Reasons prüfen |
Wann Sie Hilfe holen sollten
Holen Sie Unterstützung, wenn mehrere Unternehmen oder Währungen im Spiel sind, wenn Preisregeln über viele Produkte wachsen oder wenn Abos mit Lieferungen geführt werden. In die Rechnungsposition übernimmt Odoo die Steuer, die am Produkt hinterlegt ist (Dokumentation Taxes 20.0); lassen Sie diese Zuordnung einmal abnehmen, bevor Sie sie produktiv nutzen.
Welche Steuersätze Ihre Buchhaltungslokalisierung mitbringt und welche Formvorgaben für Rechnungen in Ihrem Land gelten, ist nicht Teil dieses Artikels und gehört in die Abstimmung mit Ihrer Steuerberatung.