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Differenzbesteuerung nach § 25a UStG in Odoo

Rechtsstand: · Aktualisiert:

Gilt für: Odoo 20.0; Buchhaltung (Enterprise) auf Odoo Online, Odoo.sh und On-Premise; Fakturierung (Community) selbst gehostet; l10n_de, Kontenrahmen SKR03

Kurz gesagt

Beim Verkauf gebrauchter beweglicher Gegenstände gilt für Wiederverkäufer in Deutschland die Differenzbesteuerung nach § 25a Abs. 1 UStG, wenn die Gegenstände ihnen im Gemeinschaftsgebiet geliefert wurden und für diese Lieferung keine Umsatzsteuer geschuldet wurde oder die Differenzbesteuerung angewandt wurde; Edelsteine und Edelmetalle sind ausgenommen. Der Umsatz bemisst sich nach dem Betrag, um den der Verkaufspreis den Einkaufspreis übersteigt, ohne die darin enthaltene Umsatzsteuer; bei 19 Prozent wird die Steuer deshalb aus der Differenz herausgerechnet. Odoo 20.0 verknüpft den Einkaufspreis nicht automatisch: Ankauf ohne Vorsteuer erfassen, Verkaufsrechnung bei Gebrauchtgegenständen mit dem Hinweis Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung und ohne gesonderten Steuerausweis stellen, Steuer auf die Differenz als eigene Buchung, Bemessungsgrundlage und Steuer in der Voranmeldung melden.

Das Wichtigste

  • Gilt für Wiederverkäufer beweglicher Gegenstände, die ihnen im Gemeinschaftsgebiet geliefert wurden, wenn für diese Lieferung keine Umsatzsteuer geschuldet wurde oder die Differenzbesteuerung angewandt wurde; Edelsteine und Edelmetalle sind ausgenommen (§ 25a Abs. 1 UStG).
  • Der Umsatz bemisst sich nach dem Betrag, um den der Verkaufspreis den Einkaufspreis übersteigt; die Umsatzsteuer gehört nicht zur Bemessungsgrundlage, sie wird bei 19 Prozent aus der Differenz herausgerechnet (§ 25a Abs. 3 UStG).
  • Der Steuersatz ist der allgemeine Satz von 19 Prozent (§ 25a Abs. 5 Satz 1, § 12 Abs. 1 UStG).
  • Bei einem differenzbesteuerten Gebrauchtgegenstand trägt die Rechnung den Hinweis Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung; für Kunstgegenstände und für Sammlungsstücke und Antiquitäten nennt § 14a Abs. 6 Satz 1 UStG die jeweilige andere Angabe, und der gesonderte Steuerausweis ist nicht anzuwenden.
  • Nach der Dokumentation zur Steuerberechnung (Odoo 20.0) rechnet der Typ Prozentsatz den Steuerbetrag aus dem Betrag der Zeile (Prozentsatz des Betrags ohne Steuer oder, wenn die Steuer im Preis enthalten ist, Anteil am Betrag mit Steuer), der Typ Fest einen festen Betrag mal Menge unabhängig vom Verkaufspreis; eine automatische Verknüpfung mit dem Einkaufspreis des Stücks bringt die Standardkonfiguration nicht mit, eine benutzerdefinierte Formel kann Produktfelder auswerten.
  • Ankauf ohne Vorsteuer, Verkauf ohne Steuerzeile, Margensteuer per eigener Buchung; Aufzeichnungen nach § 25a Abs. 6 UStG.

Was Sie vorab brauchen

  • Odoo 20.0 mit der App Buchhaltung und der deutschen Lokalisierung. Bei einer neuen Odoo-Online-Datenbank ist der Kontenrahmen SKR03 voreingestellt; auf SKR04 wechseln Sie nur, solange noch keine Buchung existiert. Was die Lokalisierung im Einzelnen mitbringt, steht im Artikel Lokalisierung für Deutschland.
  • Schreibrechte für Konfiguration und Buchhaltung, um Steuern anzulegen und Buchungen zu erfassen. Die App heißt je Edition anders: In der Community-Edition, die Sie auf einem eigenen Server betreiben, ist es Fakturierung; die vollständige Buchhaltung und Odoos eigene Hostingangebote (Odoo Online, Odoo.sh) weist die Editionsseite von Odoo nur für Enterprise aus. Die Menüpfade in diesem Artikel folgen der Buchhaltung der Enterprise-Edition und können in der Community-Edition abweichen.
  • Je Stück den Einkaufspreis, den Verkaufspreis und die Belege mit Datum, auch wenn beim Ankauf keine Rechnung vorliegt.
  • Eine Rücksprache mit Ihrer Steuerberatung: ob Ihre Ware und Ihre Einkäufe die Voraussetzungen des § 25a Abs. 1 UStG erfüllen und wie die Steuer auf die Differenz in die Umsatzsteuer-Voranmeldung kommt.

Warum Odoo die Steuer nicht aus der Differenz rechnet

Die Differenzbesteuerung des § 25a UStG setzt drei Dinge zusammen voraus: Der Unternehmer ist Wiederverkäufer, die Gegenstände wurden ihm im Gemeinschaftsgebiet geliefert, und für diese Lieferung wurde keine Umsatzsteuer geschuldet oder ebenfalls die Differenzbesteuerung angewandt (§ 25a Abs. 1 Nr. 1 und 2 UStG). Edelsteine und Edelmetalle sind davon ausgenommen (Nr. 3). Bemessen wird der Umsatz nach dem Betrag, um den der Verkaufspreis den Einkaufspreis übersteigt (§ 25a Abs. 3 Satz 1 UStG); die Umsatzsteuer gehört nicht zur Bemessungsgrundlage (Satz 3), diese ist deshalb die Differenz abzüglich der darin enthaltenen Steuer. Bei 19 Prozent rechnen Sie die Steuer aus der Differenz heraus, statt sie aufzuschlagen: Steuer = Differenz ÷ 1,19 × 0,19. Der Steuersatz ist der allgemeine Satz (§ 25a Abs. 5 Satz 1, § 12 Abs. 1 UStG).

Die Dokumentation zur Steuerberechnung nennt fünf Möglichkeiten: Steuergruppe, Fest, Prozentsatz, Prozentsatz der enthaltenen Steuern und eine benutzerdefinierte Formel, für die das Modul zur Definition von Steuern als Python-Code nötig ist. Eine gewöhnliche prozentuale Steuer rechnet Odoo aus dem Betrag der Zeile: als Prozentsatz des Betrags ohne Steuer oder, wenn die Steuer im Preis enthalten ist, als Anteil am Betrag mit Steuer. Eine Steuer mit 19 Prozent träfe damit den vollen Verkaufspreis und nicht die Differenz. Der Typ Fest rechnet demgegenüber einen festen Betrag mal Menge und richtet sich nicht nach dem Verkaufspreis; eine automatische Verknüpfung mit dem Einkaufspreis des einzelnen Stücks bringt die Standardkonfiguration nicht mit. Die benutzerdefinierte Formel darf Felder des Produkts auswerten und kann so einen dort geführten Einkaufspreis heranziehen; sie verlangt aber das genannte Modul und je Stück einen gepflegten Wert, und mit einer Steuerzeile zeigte die Rechnung einen Steuerbetrag, während § 14a Abs. 6 Satz 2 UStG den gesonderten Steuerausweis für differenzbesteuerte Lieferungen nicht anwendet.

Dazu kommt die Form der Rechnung. § 14a Abs. 6 Satz 1 UStG verlangt in den Fällen der Differenzbesteuerung eine Angabe, die sich nach dem Gegenstand richtet: „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“, „Kunstgegenstände/Sonderregelung“ oder „Sammlungsstücke und Antiquitäten/Sonderregelung“; bei einem gebrauchten Gegenstand ist das die erste. Der gesonderte Steuerausweis nach § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 8 UStG ist nach Satz 2 nicht anzuwenden. Eine Rechnung mit einer Odoo-Steuerzeile passt deshalb nicht. Der Weg in Odoo ist: Ankauf ohne Vorsteuer, Verkauf ohne Steuerzeile mit dem Hinweis, Steuer auf die Differenz als eigene Buchung.

Schritt für Schritt: Ankauf, Verkauf, Steuer buchen

Schritt 1: Den Ankauf ohne Vorsteuer erfassen

Erfassen Sie den Ankauf unter Buchhaltung ‣ Lieferanten ‣ Lieferantenrechnungen und lassen Sie das Feld Steuern in der Zeile leer. Aus einem Einkauf von einer Privatperson wird keine Umsatzsteuer geschuldet, ein Vorsteuerabzug entsteht dadurch nicht. In den Fällen des § 25a Abs. 2 UStG nimmt § 25a Abs. 5 Satz 3 UStG den Abzug der Einfuhrumsatzsteuer, einer gesondert ausgewiesenen Steuer und einer nach § 13b Abs. 5 geschuldeten Steuer aus. Als Aufwandskonto passt im SKR03 das Konto 3200 Wareneingang. Liegt keine Rechnung vor, tragen Sie Datum, Betrag und Gegenstand trotzdem ein; diese Angaben brauchen Sie später für die Aufzeichnungen. Wie Eingangsrechnungen im Einzelnen entstehen, zeigt der Artikel Eingangsrechnungen erfassen. Ergebnis: Der Einkaufspreis steht je Stück in einer gebuchten Belegzeile.

Schritt 2: Den Verkauf ohne Steuerzeile stellen

Legen Sie die Kundenrechnung unter Buchhaltung ‣ Kunden ‣ Ausgangsrechnungen an. Tragen Sie den Verkaufsgegenstand und den Verkaufspreis in die Zeile ein und entfernen Sie die Steuer, die Odoo aus dem Produkt mitbringt. Odoo wendet die Verkaufssteuer eines Produkts beim Hinzufügen zu einer Rechnung automatisch an; verkaufen Sie ein Produkt ausschließlich differenzbesteuert, können Sie ihm die Verkaufssteuer deshalb auch in den Produktstammdaten nehmen, bei gemischter Verwendung entscheiden Sie je Rechnungszeile. Als Erlöskonto passt im SKR03 das Konto 8400 Erlöse 19 % USt. Bei einem gebrauchten Gegenstand schreiben Sie den Hinweis „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“ in die Beschreibung der Zeile oder in den Standardtext der Rechnung; für Kunstgegenstände und für Sammlungsstücke und Antiquitäten gilt die jeweilige andere Angabe nach § 14a Abs. 6 Satz 1 UStG. Prüfen Sie den Hinweis am Ausdruck, weil die Pflichtangabe auf dem Beleg stehen muss, den der Kunde erhält. Ergebnis: Die Rechnung zeigt den Verkaufspreis ohne Steuerzeile und trägt den Hinweis.

Schritt 3: Die Differenz je Stück ermitteln

Ziehen Sie vom Verkaufspreis den Einkaufspreis ab; das ist die Differenz nach § 25a Abs. 3 Satz 1 UStG. Daraus rechnen Sie die Steuer heraus: Steuer = Differenz ÷ 1,19 × 0,19. Führen Sie je Stück eine Zeile mit Einkaufspreis, Verkaufspreis, Differenz und Steuer, mit Rechnungsnummer und Datum. Für Stücke mit einem Einkaufspreis bis 750 Euro dürfen Sie statt je Stück die Gesamtdifferenz eines Besteuerungszeitraums bilden (§ 25a Abs. 4 UStG); die Aufzeichnungen nach Abs. 6 bleiben auch dann Pflicht. Ergebnis: Eine Arbeitsliste zeigt für jede Verkaufsposition den Steuerbetrag.

Schritt 4: Die Steuer auf die Differenz buchen

Legen Sie eine Buchung im Journal Sonstige Geschäftsvorfälle (Miscellaneous Operations) an: Buchhaltung ‣ Buchhaltung ‣ Transaktionen ‣ Journalbuchungen (Journal Entries), Neu, dann Journal Sonstige Geschäftsvorfälle wählen. Buchen Sie den Steuerbetrag im Soll auf das Erlöskonto und im Haben auf das Umsatzsteuerkonto; im SKR03 sind das 8400 Erlöse 19 % USt und 1776 Umsatzsteuer 19 %. Im Buchungstext stehen Stück, Rechnungsnummer und der Hinweis auf die Differenzbesteuerung. Im Soll auf dem Erlöskonto sinkt der Erlös von der vereinnahmten Summe auf den Nettoerlös; das Umsatzsteuerkonto trägt die Steuer. Ergebnis: Das Erlöskonto zeigt den Nettoerlös, das Umsatzsteuerkonto den Steuerbetrag.

Schritt 5: Bemessungsgrundlage und Steuer melden

Nach der Dokumentation zum Steuerbericht (Tax Return) zieht Odoo die Beträge über die Steuerraster (Tax Grids) der angewandten Steuern heran; diese Raster sitzen an der automatisch angelegten Steuerbuchung und an der Rechnungszeile. Eine Buchung ohne Steuer trägt kein Raster und erscheint deshalb nicht im Steuerbericht: Weder der Verkauf aus Schritt 2 noch die Umbuchung aus Schritt 4 bringen die Margensteuer in den Bericht. Zu melden sind zwei Werte, die aus Ihrer Arbeitsliste aus Schritt 3 stammen: die Bemessungsgrundlage von 100,00 und die Steuer von 19,00. Eine gewöhnliche prozentuale Steuer mit 19 Prozent auf der Umbuchung erzeugt dieses Paar nicht, weil ihre Bemessungsgrundlage der Betrag der Zeile wäre; tragen Sie die beiden Werte deshalb in Ihrer Voranmeldung ein und stimmen Sie den Weg mit Ihrer Steuerberatung ab. Welche Zeile der Voranmeldung dafür gilt, klären Sie dort; den Weg der Übermittlung beschreibt der Artikel Umsatzsteuer-Voranmeldung über ELSTER. Ergebnis: Ihre Arbeitsliste aus Schritt 3 liegt der Voranmeldung bei, und Bemessungsgrundlage und Steuer sind darin enthalten.

Schritt 6: Die Aufzeichnungen führen

§ 25a Abs. 6 UStG verlangt Aufzeichnungen, aus denen sich die Verkaufspreise, die Einkaufspreise und die Bemessungsgrundlagen ergeben; wendet der Wiederverkäufer daneben die allgemeine Besteuerung an, muss er getrennte Aufzeichnungen führen. Führen Sie die Liste aus Schritt 3 mit Beleg- und Rechnungsnummer weiter und legen Sie sie zu den Buchungen. Ergebnis: Jede Verkaufsposition lässt sich auf Einkauf, Rechnung, Differenz und Steuer zurückführen.

Beispielrechnung: ein gebrauchtes Fahrrad

Beispielrechnung mit erfundenen Zahlen, alle Beträge in Euro, Steuersatz 19 Prozent. Ein Betrieb kauft ein gebrauchtes Fahrrad von einer Privatperson für 400,00 und verkauft es für 519,00.

Größe Betrag
Einkaufspreis (von privat, ohne Umsatzsteuer) 400,00
Verkaufspreis (brutto) 519,00
Differenz nach § 25a Abs. 3 Satz 1 UStG 119,00
Umsatzsteuer darin (119,00 ÷ 1,19 × 0,19) 19,00
Nettoentgelt, das der Steuer unterliegt (119,00 − 19,00) 100,00
Nettoerlös im Erlöskonto (519,00 − 19,00) 500,00
Gewinn vor übrigen Kosten (500,00 − 400,00) 100,00

So sehen die Buchungen dazu aus. Die Kontonummern und Bezeichnungen entstammen dem Kontenplan SKR03 des Lokalisierungspakets l10n_de, wie ihn das öffentliche Community-Repository in Branch 20.0 führt; das ist kein Nachweis für die Konten einer Enterprise-Datenbank. Prüfen Sie in Ihrer eigenen Datenbank, ob Ihr installierter Kontenplan diese Konten so führt — bei SKR04 lauten die Nummern anders.

Vorgang Konto (SKR03) Soll Haben
Ankauf 3200 Wareneingang 400,00
Ankauf 1610 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 400,00
Verkauf 1410 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 519,00
Verkauf 8400 Erlöse 19 % USt 519,00
Steuer auf die Differenz 8400 Erlöse 19 % USt 19,00
Steuer auf die Differenz 1776 Umsatzsteuer 19 % 19,00

Nach beiden Buchungen steht das Erlöskonto bei 500,00 und das Umsatzsteuerkonto bei 19,00. Führt Ihre Buchhaltung für die Differenzgeschäfte ein eigenes Erlöskonto, belasten Sie dieses statt 8400; entscheidend ist, dass der Erlös um 19,00 sinkt.

Die Bemessungsgrundlage von 100,00 und der Gewinn vor übrigen Kosten von 100,00 stimmen in diesem Beispiel überein. Sie sind trotzdem nicht dasselbe: Die Bemessungsgrundlage ist eine Größe der Umsatzsteuer, der Gewinn eine Größe der Erfolgsrechnung. Ändern sich weitere Kosten, bleibt die Bemessungsgrundlage davon unberührt.

So prüfen Sie das Ergebnis

  • Das Erlöskonto zeigt den Verkaufspreis minus die Steuer auf die Differenz, im Beispiel 500,00.
  • Der Steuerbetrag stimmt mit der eigenen Rechnung überein: Differenz ÷ 1,19 × 0,19.
  • Der Ausdruck der Rechnung zeigt den Gesamtpreis, keine Steuerzeile und bei einem gebrauchten Gegenstand den Hinweis „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“.
  • Im Ankauf wurde keine Vorsteuer gebucht.
  • Bemessungsgrundlage (im Beispiel 100,00) und Steuer (19,00) stehen in Ihrer Arbeitsliste und sind mit Ihrer Steuerberatung in der Voranmeldung berücksichtigt; der Odoo-Steuerbericht führt sie nicht, weil die Buchung ohne Steuerzeile kein Raster trägt.
  • Die Aufzeichnungen führen Einkaufspreis, Verkaufspreis und Bemessungsgrundlage je Stück.
  • Die verwendeten Konten gibt es in Ihrem installierten Kontenplan mit dieser Nummer und Bezeichnung (im Beispiel 3200, 8400 und 1776).

Wenn etwas nicht klappt

Symptom Ursache Behebung
Auf der Rechnung steht ein Steuerbetrag Die Zeile hat die Verkaufssteuer des Produkts übernommen Steuer in der Zeile entfernen; bei einem Produkt, das ausschließlich differenzbesteuert verkauft wird, die Verkaufssteuer auch in den Produktstammdaten entfernen, bei gemischter Verwendung je Rechnungszeile entscheiden
Der Nettoerlös ist um die Steuer zu hoch Die Buchung aus Schritt 4 fehlt Steuer auf die Differenz nachbuchen
Der Steuerbericht führt die Margensteuer nicht Die Buchungen aus den Schritten 2 und 4 tragen keine Steuerzeile und damit kein Steuerraster; der Bericht zieht nur Beträge mit Rastern heran Bemessungsgrundlage und Steuer aus der Arbeitsliste in die Voranmeldung übernehmen; eine gewöhnliche prozentuale Steuer mit 19 Prozent auf der Umbuchung ergäbe nicht das Paar 100,00/19,00. Den Weg mit der Steuerberatung abstimmen
Im Ankauf steht Vorsteuer Die Zeile wurde mit Steuer erfasst Zeile ohne Steuer erfassen und die Vorsteuer berichtigen lassen
Die Steuer wurde aus dem vollen Verkaufspreis gerechnet Odoo hat die prozentuale Standardsteuer auf den Zeilenbetrag gerechnet Betrag aus der Differenz rechnen und nachbuchen

Wann Sie Hilfe holen sollten

  • Wenn unklar ist, ob Ihre Ware und Ihre Einkäufe unter § 25a Abs. 1 UStG fallen, etwa bei Edelsteinen und Edelmetallen oder bei grenzüberschreitenden Einkäufen, für die § 25a Abs. 7 UStG Ausnahmen nennt.
  • Wenn Sie neben der Differenzbesteuerung auch die allgemeine Besteuerung anwenden; dann sind getrennte Aufzeichnungen zu führen (§ 25a Abs. 6 Satz 2 UStG).
  • Wenn Sie den Verzicht nach § 25a Abs. 8 UStG prüfen; er ist bei jeder Lieferung möglich, soweit Sie nicht nach der Gesamtdifferenz besteuern.
  • Wenn Sie die Steuer in Odoo rechnen lassen wollen, etwa mit einer benutzerdefinierten Formel; dafür ist Entwicklungsarbeit oder ein Odoo-Partner nötig, und die Rechnungsform bleibt trotzdem zu prüfen.

Häufige Fragen

Berechnet Odoo die Steuer auf die Differenz automatisch?

Nein. Eine Steuer vom Typ Prozentsatz rechnet Odoo nach der Dokumentation zur Steuerberechnung (Odoo 20.0) aus dem Betrag der Zeile; eine automatische Verknüpfung mit dem Einkaufspreis des einzelnen Stücks hat die Standardkonfiguration nicht. Eine benutzerdefinierte Formel kann Felder des Produkts auswerten und damit einen dort geführten Einkaufspreis heranziehen, verlangt aber das Modul Define Taxes as Python Code und je Stück einen gepflegten Wert; die Rechnung würde dann einen Steuerbetrag zeigen, obwohl der gesonderte Steuerausweis nach § 14a Abs. 6 Satz 2 UStG für eine differenzbesteuerte Lieferung nicht anzuwenden ist. Für die Rechnung bleibt es deshalb beim Weg dieses Artikels: Verkaufspreis ohne Steuerzeile, Hinweis auf die Sonderregelung, Steuer auf die Differenz als eigene Buchung.

Darf die Umsatzsteuer auf der Rechnung stehen?

Bei einem differenzbesteuerten Gebrauchtgegenstand trägt die Rechnung nach § 14a Abs. 6 Satz 1 UStG die Angabe Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung; für Kunstgegenstände und für Sammlungsstücke und Antiquitäten lauten die Angaben Kunstgegenstände/Sonderregelung beziehungsweise Sammlungsstücke und Antiquitäten/Sonderregelung. Die Vorschrift über den gesonderten Steuerausweis nach § 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 8 UStG ist nach Satz 2 in den Fällen des § 25a Abs. 3 und 4 nicht anzuwenden. Die Rechnung zeigt deshalb den Gesamtpreis und den Hinweis, nicht die Steuer auf die Differenz.

Was gilt, wenn ich ein Stück billiger verkaufe, als ich es eingekauft habe?

Dann übersteigt der Verkaufspreis den Einkaufspreis nicht; nach dem Wortlaut des § 25a Abs. 3 Satz 1 UStG ergibt sich kein positiver Betrag, aus dem eine Steuer zu berechnen wäre. Die Aufzeichnungen nach Abs. 6 führen Sie trotzdem. Ob ein Verlust verrechnet wird, hängt von der gewählten Methode ab und gehört in die Rücksprache mit Ihrer Steuerberatung.

Muss ich jedes Stück als eigenes Produkt anlegen?

Nicht zwingend. Für die Steuer genügt, dass Sie den Einkaufspreis je Stück in der Eingangsrechnung und in Ihren Aufzeichnungen führen. Eigene Produkte je Stück passen, wenn Sie Bestand, Seriennummern oder den tatsächlichen Einstandspreis je Stück im System führen wollen; für die Rechnung ändert das nichts.

Quellen

  1. Umsatzsteuergesetz (UStG), § 25a DifferenzbesteuerungBundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  2. Umsatzsteuergesetz (UStG), § 12 SteuersätzeBundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  3. Umsatzsteuergesetz (UStG), § 14a Zusätzliche Pflichten bei der Ausstellung von Rechnungen in besonderen FällenBundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  4. Umsatzsteuergesetz (UStG), Vollzitat und Stand der FassungBundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet · abgerufen am
  5. Taxes (Odoo 20.0)Odoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  6. Tax computation (Odoo 20.0)Odoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  7. Tax return (VAT report) (Odoo 20.0)Odoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  8. Germany (Fiscal localization, Odoo 20.0)Odoo S.A., Dokumentation · abgerufen am
  9. Odoo Editions und enthaltene Apps (Compare Editions)Odoo S.A. · abgerufen am
  10. Deutsche Lokalisierung, Kontenplan SKR03 (account.account-de_skr03.csv), Steuervorlagen (account.tax-de_skr03.csv) und deutsche Übersetzung der Buchhaltung (i18n/de.po), Branch 20.0Odoo S.A., öffentliches Community-Repository · abgerufen am