Odoo 20: Neuerungen im Überblick
Kurz gesagt
Odoo 20 ist im September 2026 erschienen. Die Release Notes listen die Neuerungen nach App; ob Sie sie erhalten, entscheidet die Edition, denn ein Teil liegt in reinen Enterprise-Apps wie Buchhaltung, Dokumente oder Tabellenkalkulation. Die Tabelle nennt die Edition der jeweiligen App; ob eine einzelne Funktion davon abweicht, sagen die Notes nicht. Deutschland, Österreich, die Schweiz und Liechtenstein haben im Abschnitt Lokalisierungen keinen eigenen Eintrag. Prüfen Sie jeden Punkt gegen Ihre Edition und Ihre installierten Apps.
Das Wichtigste
- Odoo 20 erschien im September 2026; die Release Notes ordnen die Neuerungen nach App.
- Die Release Notes nennen die Edition nur an einer Stelle ausdrücklich (Nilvera-E-Rechnung, Enterprise); die Editionsspalte nennt die Edition der App laut Editionsvergleich, nicht die einzelner Funktionen.
- Zu Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein hat der Abschnitt Lokalisierungen keinen Eintrag.
- Zusätze wie verfügbar ab 19.0 oder ab 17.0 verweisen auf ältere Versionen, nicht auf 20.
- Für alle KI-Funktionen sind in 20 Guthaben nötig, die über In-App-Käufe erworben werden.
- Die Außendienst-App ist eingestellt; ihre Funktionen liegen jetzt in der Planung (Enterprise).
Ein Versionswechsel bei Odoo zeigt sich an den Menüs: Bezeichnungen, die in Arbeitsanweisungen stehen, sitzen an einer anderen Stelle, und einzelne Schaltflächen verschwinden. Die Release Notes zu 20 verteilen diese Änderungen über die App-Abschnitte der Seite, ohne sie zu gewichten. Die Auswahl unten ist redaktionell und bevorzugt Punkte, die Menüs, Bezeichnungen oder Standardabläufe ändern.
Wo die Neuerungen von Odoo 20 stehen
Die Release-Übersicht von Odoo nennt für jede Hauptversion den Erscheinungsmonat: Version 20 im September 2026, 19 im September 2025, 18 im Oktober 2024, 17 im November 2023. Zur Version gehören zwei Dokumente: die Release Notes als eigene Seite in englischer und deutschsprachiger Fassung und die Produktdokumentation, die dieselbe Version als 20.0 führt.
Der Aufbau der Release Notes folgt den Apps. Vorne stehen Allgemein, Technisch und Branchen, danach folgen die App-Abschnitte; landesspezifische Punkte sind im Abschnitt Lokalisierungen gesammelt, der nach Ländern sortiert ist.
Die Neuerungen nach App im Überblick
Die Tabelle nennt je App einen Punkt aus den Release Notes zu 20. Sie beschreibt die Funktion so, wie die Notes sie nennen, und nennt in der Spalte Edition der App die Edition der App laut Editionsvergleich; wo der Vergleich keine passende App führt, steht das in der Zelle. Eine einzelne Funktion kann von der App-Edition abweichen.
| App (englischer Name) | Neuerung in 20.0 | Edition der App | Erstmals gesehen |
|---|---|---|---|
| Allgemein | Offline-Modus: Datensätze offline anlegen, bearbeiten, archivieren, dearchivieren und löschen; zuvor ausgeführte Suchen offline wiederholen | kein eigener App-Eintrag im Vergleich | 20.0, September 2026 |
| Allgemein | Vereinfachte Zugriffsrechte: eine Domain am Zugriffsrecht grenzt die erfassten Datensätze ab; die Notes beschreiben das als Entfernen der Datensatzregeln | kein eigener App-Eintrag im Vergleich | 20.0, September 2026 |
| Allgemein | Beim Produktimport eine Variante je Zeile mit variantenspezifischen Daten anlegen | kein eigener App-Eintrag im Vergleich | 19.0, September 2025, laut Notes verfügbar ab 19.0 |
| Buchhaltung (Accounting) | Kontengruppen werden durch übergeordnete Konten ersetzt; Kontocodes sind optional | nur Enterprise | 20.0, September 2026 |
| Buchhaltung (Accounting) | Bank-Konsistenz: Buchungen auf Bankkonten müssen aus Banktransaktionen stammen | nur Enterprise | 20.0, September 2026 |
| Buchhaltung (Accounting) | Hash-Option für Kassenbuchungen: Kassenjournale werden bei der Abstimmung durch Hashbildung der Buchungen abgesichert | nur Enterprise | 20.0, September 2026 |
| Buchhaltung (Accounting) | GLN (globale Standortkennung) an Lieferkontakten für Peppol | nur Enterprise | 17.0, November 2023, laut Notes verfügbar ab 17.0 |
| Verkauf (Sales) | Auftragspositionen brauchen kein verknüpftes Produkt mehr; die Einstellung Obligatorisches Produkt erzwingt die Auswahl | beide Editionen | 20.0, September 2026 |
| Lager (Inventory) | Bestand zu einem Datum in der Vergangenheit: Datumsauswahl im Lagerbestandsbericht | beide Editionen | 20.0, September 2026 |
| Lager (Inventory) | Der Retouren-Assistent entfällt, der Retourenprozess wird vereinfacht | beide Editionen | 20.0, September 2026 |
| Lager (Inventory) | Zugriff von Light-Benutzern lässt sich auf das Barcode-Modul beschränken | nur Enterprise (Modul Barcode) | 20.0, September 2026 |
| Fertigung (Manufacturing) | Einstellung Flexibler Verbrauch entfällt; aus Produzieren und Alles produzieren wird eine Schaltfläche | Modul Fertigung in beiden Editionen; Werkstatt nur Enterprise | 20.0, September 2026 |
| Kassensystem (Point of Sale) | Zugriffsebenen werden umbenannt; neu ist die restriktive Ebene Beaufsichtigt | beide Editionen | 20.0, September 2026 |
| Kassensystem (Point of Sale) | Vereinfachte Lagerverwaltung ohne Lager-App, mit einer verfügbaren Menge je Produkt | beide Editionen | 20.0, September 2026 |
| Website | llms.txt lässt sich in den Website-Einstellungen erstellen | beide Editionen | 20.0, September 2026 |
| KI (Artificial Intelligence) | KI-Funktionen brauchen ab 20 Guthaben aus In-App-Käufen | kein eigener App-Eintrag; KI nur als Unterpunkt der Rechnungsstellung (Enterprise) | 20.0, September 2026 |
| KI (Artificial Intelligence) | Verbindung zur Datenbank über MCP (Model Context Protocol) | kein eigener App-Eintrag; KI nur als Unterpunkt der Rechnungsstellung (Enterprise) | 20.0, September 2026 |
| Außendienst (Field Service) | Die App entfällt; ihre Funktionen liegen jetzt in der Planung | nur Enterprise | 20.0, September 2026 |
Wie Sie die beiden letzten Spalten lesen
Die Spalte Erstmals gesehen nennt die Version, in der die Funktion in den Release Notes zuerst auftaucht. Odoo gibt dafür nur den Erscheinungsmonat an, kein Tagesdatum. Steht in den Notes ein Zusatz wie verfügbar ab 19.0 oder verfügbar ab 17.0, war die Funktion schon vor Version 20 vorhanden; die Notes beschreiben sie erneut.
Die Spalte Edition der App stammt nicht aus den Release Notes. Die Notes zu 20 nennen die Edition eines Eintrags an einer einzigen Stelle ausdrücklich: beim Hinweis zur Nilvera-E-Rechnung (nur Enterprise). Die Zuordnung hier kommt aus dem offiziellen Editionsvergleich und nennt allein die Edition der App: Steht die App dort in beiden Editionen, steht beide Editionen in der Zeile. Über die Edition einer einzelnen Funktion sagt der Vergleich nichts. Ein einzelnes Modul innerhalb einer sonst in beiden Editionen vorhandenen App gehört nur zu Enterprise, im Lager das Barcode-Modul und in der Fertigung die Werkstatt. Ob eine einzelne Funktion von der App-Edition abweicht, sagen die Notes nicht; klären lässt sich das nur in einer Testdatenbank mit Ihrer Edition (Community oder Enterprise). Für die Zeilen aus dem Abschnitt Allgemein führt der Editionsvergleich keine passende App. Für die beiden KI-Zeilen führt er KI als Unterpunkt der Rechnungsstellung, und diesen Unterpunkt führt er ausschließlich in Enterprise; die Rechnungsstellung selbst führt er in beiden Editionen. Einen eigenen App-Eintrag KI gibt es dort nicht, und eine Edition für jede einzelne KI-Funktion lässt sich daraus nicht ableiten. Light-Benutzer sind eine Benutzerkategorie mit eingeschränktem Zugriff; die Zeile dazu betrifft nur Enterprise-Abonnements (Light User in Odoo).
Wann Version 20 in Ihrer Datenbank ankommt, hängt am Hostingmodell; Fristen und Supportzeiten stehen im Überblick zu den Versionen (Odoo-Versionen und Supportdauer). Für den technischen Ablauf gilt der Artikel zur Umstellung (Von Odoo 19 auf 20).
Was sich für Deutschland, Österreich und die Schweiz ändert
Der Abschnitt Lokalisierungen ist alphabetisch nach Ländern geordnet und reicht von Argentinien bis Vietnam; einen Abschnitt für Deutschland, Österreich, die Schweiz oder Liechtenstein gibt es darin nicht. Ob die Länderlokalisierungen damit unverändert bleiben, sagen die Notes nicht. Die Neuerungen der Version liegen in den allgemeinen Apps, die auch DACH-Betriebe nutzen.
Die App- und Feldnamen im Text folgen der deutschsprachigen Fassung der Release Notes und der deutschen Oberfläche; wo die Übersetzung abweicht, steht der englische Name in Klammern. Für die Arbeit mit der eigenen Installation hilft die Dokumentation 20.0 (Odoo-Dokumentation und Schulungswege).
Typische Fehler beim Lesen der Liste
- Eine installierte App mit einer aktiven Funktion verwechseln: Ein Eintrag greift erst, wenn die App installiert und nach dem Wechsel auf den Stand von 20 aktualisiert ist; einzelne Funktionen verlangen zusätzlich eine Einstellung, das Papierformat für Belege etwa den Entwicklermodus.
- Einen nachgetragenen Eintrag für neu halten: Steht verfügbar ab 19.0 oder verfügbar ab 17.0 dabei, war die Funktion vor Version 20 vorhanden. Wer von 19 kommt, streicht diese Punkte von der eigenen Prüfliste.
- Die Edition überlesen: Buchhaltung, Dokumente, Tabellenkalkulation, Studio, Planung und Kundendienst liegen nach dem Editionsvergleich in Enterprise. In einem Community-Betrieb entfallen diese Zeilen. Die Spalte nennt die Edition der App, nicht die jeder einzelnen Funktion.
- Länderintegrationen einplanen: GoFood, GrabFood, Lazada, Mercado Pago und Xendit sind in den Notes für andere Märkte genannt, Xendit etwa für Malaysia, Thailand und Vietnam (verfügbar ab 18.0).
- Die Liste für vollständig halten: Die Release Notes nennen je App weitere Einträge, und eigene Module sowie Studio-Anpassungen stehen dort überhaupt nicht. Für sie gilt der Weg im Artikel zum Ablauf eines Odoo-Upgrades.
So gehen Sie vor
- Notieren Sie Versionsnummer und installierte Apps. Die installierten Apps stehen im Apps-Menü; dort aktualisieren Sie jede App über ihr Menü mit dem Befehl Upgrade auf den Stand von 20 (Dokumentation 20.0, Apps and modules).
- Streichen Sie in der Tabelle alle Zeilen, deren App bei Ihnen nicht läuft, und alle Zeilen mit einem Zusatz verfügbar ab 19.0 oder ab 17.0, wenn Sie von 19 kommen.
- Gehen Sie die verbleibenden Punkte der Reihenfolge nach durch: zuerst die Zeilen aus Allgemein, weil sie jede Oberfläche betreffen, dann die Apps, in denen Sie arbeiten.
- Testen Sie alles, was Menüs, Bezeichnungen oder Standardabläufe ändert, in einer Kopie der Datenbank: übergeordnete Konten und Zahlungsstatus in der Buchhaltung, Retouren und Bestand zu einem Datum im Lager, die Zugriffsebenen im Kassensystem.
- Weisen Sie Ihr Team auf die geänderten Bezeichnungen hin und ziehen Sie Arbeitsanweisungen nach. Die Rechte lassen sich nach dem Wechsel sauber nachziehen (Benutzer anlegen und Gruppen verwalten).