Odoo im Maschinenbau: Engineer-to-Order bis After-Sales
Kurz gesagt
Für Maschinenbau in Deutschland, Österreich und der Schweiz führt Odoo 20.0 die Kette vom Angebot bis zum After-Sales mit Standard-Apps: Verkauf, Fertigung mit mehrstufigen Stücklisten, Projekte und Wartung stehen laut Editionsvergleich in beiden Editionen, Reparaturen im Community-Repository; PLM, Qualität, Außendienst, Dokumente und Abonnements nur in Enterprise. Für eine je Auftrag konstruierte Maschine ist ein eigenes Produkt mit eigener Stückliste die naheliegende Modellierung; Odoo erlaubt daneben eine Stückliste je Variante.
Das Wichtigste
- Verkauf, Fertigung mit mehrstufigen Stücklisten, Projekte, Reparaturen und Wartung liegen im Community-Repository (Zweig 20.0); der Editionsvergleich führt Verkauf, Fertigung, Projekte und Wartung in beiden Editionen.
- PLM, Qualität, Außendienst, Dokumente und Abonnements nennt der Editionsvergleich nur für Enterprise; die Module mrp_plm, quality_control, planning und sale_subscription fehlen im Community-Repository.
- Varianten sind Kombinationen von Attributwerten; Komponenten und Vorgänge ordnen Sie je Variante zu, innerhalb eines Attributs als ODER, zwischen Attributen als UND.
- Das Branchenpaket Kundenspezifische Industrieausrüstung führt die Branchenseite für EPC-Projekte, Engineering-to-Order- und schlüsselfertige Projekte; die Release Notes zu Odoo 20 beschreiben den Prozess vom ersten Entwurf über Fertigung, Beschaffung und Installation vor Ort bis zu Wartung und technischem Support. Welche Apps das Paket enthält, nennen die geöffneten Seiten nicht.
- Im Community-Repository (Zweig 20.0) entstehen bei Variant Creation Instantly höchstens 1.000 Varianten auf einmal; darüber bricht der Code mit einer Fehlermeldung ab, die Grenze steht im Systemparameter product.dynamic_variant_limit. Eine Grenze für Enterprise nennen die geöffneten Seiten nicht.
- Die Verordnung (EU) 2023/1230 gilt für Maschinen in der Europäischen Union ab 20. Januar 2027 (Art. 54 Abs. 2 in der Fassung der Berichtigung vom 4. Juli 2023); technische Unterlagen und EU-Konformitätserklärung sind mindestens zehn Jahre aufzubewahren (Art. 10 Abs. 3).
Eine Maschine, die erst mit dem Auftrag entsteht, verlangt eine Stückliste, die während der Konstruktion wächst, und einen Auftrag, der Konstruktion, Fertigung und Montage umfasst. Odoo 20.0 verteilt diese Kette auf mehrere Apps, und der Editionsvergleich entscheidet, welche davon Ihre Datenbank enthält. Der Weg unten nennt je Schritt den Menüweg, die Edition und die Stelle, an der die Standardfunktion endet.
Worauf es im Maschinenbau ankommt
Zwei Fälle laufen nebeneinander und brauchen verschiedene Mittel. Die Serienmaschine mit Optionsliste ist ein Produkt mit Attributen; die kundenspezifische Anlage lässt sich als eigenes Produkt mit eigener Stückliste führen, die im Projekt entsteht. Wer den zweiten Fall in das Variantenprodukt des ersten presst, bekommt eine Variantenmatrix, die den Auftrag nicht beschreibt; Odoo erlaubt daneben ausdrücklich eine Stückliste für genau eine Variante.
Die Stückliste (Bill of Materials) trägt in beiden Fällen die Struktur: Sie nennt je Erzeugnismenge die Komponenten und, mit der Einstellung Arbeitsaufträge (Work Orders), die Vorgänge mit Arbeitsplatz und Dauer; der Menüweg lautet Fertigung ‣ Produkte ‣ Stücklisten. Eine Maschine aus Baugruppen führt über eine mehrstufige Stückliste: Die Unterbaugruppe hat eine eigene Stückliste und erscheint in der obersten als Komponente. Für die Fertigungsaufträge der Unterbaugruppen nennt die Dokumentation 20.0 zwei Auslöser: Nachbestellregeln mit Minimum und Maximum 0 oder die Route Auffüllung nach Auftrag (Make to Order, MTO) an der Unterbaugruppe. Die Nachbestellregel bindet den Bedarf nicht an die Beschaffung und lässt sich leichter umplanen; das MTO verknüpft Unter- und Oberstückliste fest. Aufbau und Kalkulation beschreiben Stücklisten in Odoo und Fertigungskosten in Odoo.
Der folgende Ablauf fasst die Kette zusammen; die Editionen stehen in den Notizen, die Menüwege und Grenzen in der Tabelle darunter.
- Anfrage erfassenCRM, Community und Enterprise
- Angebot konfigurierenVerkauf in beiden Editionen; Produktkonfigurator (Modul sale) und Variantenraster (sale_product_matrix) im Community-Repository
- Konstruktion klärenProjekte in beiden Editionen, PLM nur Enterprise
- Stückliste und KalkulationFertigung in beiden Editionen
- BeschaffenEinkauf in beiden Editionen
- Fertigen und prüfenFertigung in beiden Editionen, Werkstatt und Qualität nur Enterprise
- Montieren und in Betrieb nehmenAußendienst in Planung, nur Enterprise
- Liefern und dokumentierenLager in beiden Editionen, Dokumente und PLM-Anhänge nur Enterprise
- BetreuenReparaturen und Wartung im Community-Repository, Helpdesk und Abonnements nur Enterprise
Editionsangaben nach dem Editionsvergleich und der Modulliste des Community-Repositorys; ein Paket kann Apps vorinstallieren, die Edition der App ändert es nicht.
Quelle: Odoo 20.0 Dokumentation, Editionsvergleich und Community-Repository, Zweig 20.0
Die Kette vom Angebot bis zum After-Sales
Die Tabelle ordnet jedem Schritt den Menüweg der Dokumentation 20.0, die Edition und die Grenze zu, an der Sie mit einer Erweiterung oder einem Prüfschritt rechnen müssen.
| Schritt | Menüweg in Odoo 20.0 | Edition | Wo die Standardfunktion endet |
|---|---|---|---|
| Anfrage | CRM: Kunde, Verkaufschance, Zuständigkeit | Community und Enterprise | CRM prüft keine technische Machbarkeit und rechnet keine Stückliste |
| Angebot | Verkauf: Angebote (Quotations); Variante aus Attributwerten, Auswahl über Variantenraster (Variant Grid Entry) oder Produktkonfigurator | Verkauf in Community und Enterprise; Produktkonfigurator (im Modul sale) und Variantenraster (sale_product_matrix) im Community-Repository | Eine Variante ist eine Kombination vordefinierter Werte; die je Auftrag konstruierte Maschine liefert diese Werte nicht |
| Konstruktion | Projekte mit Projektvorlage, Aufgaben und Meilensteinen; PLM mit Änderungsaufträgen (Engineering Change Orders) und Stücklistenversionen | Projekte in Community und Enterprise; PLM nur Enterprise, mrp_plm fehlt im Community-Repository | Zeichnungen hängen als Dateien an Stückliste oder Änderungsauftrag; eine CAD-Anbindung beschreibt die Dokumentation 20.0 auf den geöffneten Seiten nicht |
| Stückliste und Kalkulation | Fertigung ‣ Produkte ‣ Stücklisten, mehrstufig; Arbeitsplätze und Vorgänge; geschätzte und tatsächliche Kosten am Fertigungsauftrag | Fertigung in Community und Enterprise | Die Stückliste trägt Komponenten, Vorgänge und die Kostenschätzung; den Angebotspreis setzen Sie im Angebot |
| Beschaffung | Einkauf: Anfrage, Bestellung, Lieferantenpreise | Community und Enterprise | Eine Bestellung vor der Auftragsklärung bleibt eine Entscheidung des Einkaufs, keine Automatik |
| Fertigung und Prüfung | Fertigung ‣ Vorgänge ‣ Fertigungsaufträge und Arbeitsaufträge; Qualität ‣ Qualitätskontrolle ‣ Kontrollpunkte | Fertigung in Community und Enterprise; Werkstatt (Shop Floor) und Qualität nur Enterprise | Kontrollpunkte hängen an Auslösern wie Empfang, Fertigung und Lieferung, nicht an einer freien Prüfentscheidung im Projekt |
| Montage und Inbetriebnahme | Planung mit Außendienst: Einsatz als Schicht, aus dem Verkaufsauftrag oder aus einem Helpdesk-Ticket, mit Arbeitsnachweis und Rapport zur Unterschrift | Außendienst und Planung nur Enterprise | Der Einsatz plant Zeit und Material am Auftrag; die Montage wird als Arbeitsnachweis erfasst, nicht als Fertigungsauftrag |
| Lieferung und Dokumentation | Lager: Lieferung mit Los- oder Seriennummer je Maschine; Anhänge an Produkt, Stückliste und Änderungsauftrag, Dokumente-App | Lager in Community und Enterprise; Dokumente und PLM nur Enterprise | Die Seriennummer führt die Maschine durch Reparatur und Rückverfolgung; die Nachweise hängen als Dokumente an Produkt, Stückliste oder Änderungsauftrag, nicht als eigene Geräteakte je Seriennummer |
| After-Sales | Reparaturen: Reparaturauftrag mit Seriennummer, Teilen, Leistungen und Schalter Unter Garantie; Wartung: Wartungsanfragen; Helpdesk; Abonnements | Reparaturen (repair) im Community-Repository, Wartung im Community-Repository und im Editionsvergleich in beiden Editionen; Helpdesk und Abonnements nur Enterprise | Der Reparaturauftrag kennt Teile, Leistungen und Garantie, aber keine Wartungsfristen; wiederkehrende Abrechnung braucht die App Abonnements |
Den Außendienst schalten Sie in den Einstellungen der Planung ein; Reparaturauftrag und Wartungsanfrage stehen dagegen bereit, sobald die App installiert ist. Den Ablauf vor Ort beschreibt Außendienst mit Odoo, die wiederkehrende Abrechnung Odoo-Abonnements einrichten.
Wo die Variantenkonfiguration mehr braucht als den Standard
Varianten entstehen aus Attributen und Werten. Die Dokumentation 20.0 kennt drei Modi der Variantenerzeugung: Instantly legt beim Anlegen der Attribute alle Kombinationen an, Dynamically erzeugt eine Variante erst im Verkaufsvorgang, Never verhindert kaufbare Varianten und führt den Wert nur als Information. Jede Variante hat eigenen Bestand und eigene Verkaufszahlen; der Modus eines Attributs lässt sich nicht mehr ändern, sobald es am Produkt hängt. Der Produktkonfigurator zeigt beim Hinzufügen zur Angebotszeile ein Pop-up und lässt eine Variante je Zeile zu; das Variantenraster zeigt dieselben Werte als Tabelle und nimmt mehrere Varianten in einem Schritt auf. Beides liegt im Community-Repository: der Konfigurator im Modul sale, das Raster im Modul sale_product_matrix. Auf dem Produktformular wählen Sie im Abschnitt Sales Variant Selection, ob der Konfigurator oder das Raster erscheint; laut Dokumentation erscheint der Konfigurator bei einem Produkt mit Varianten auch dann, wenn das Variantenraster in den Einstellungen nicht eingeschaltet ist.
Beispielrechnung mit erfundenen Werten: Vier Attribute mit je vier Werten ergeben 4 × 4 × 4 × 4 = 256 Varianten; bei Instantly steht diese Zahl in der Datenbank, bevor der erste Auftrag eingeht. Fünf Attribute mit je vier Werten wären 4 × 4 × 4 × 4 × 4 = 1.024 Varianten, und so viele entstehen nicht: Der Quellcode des Moduls product im Zweig 20.0 bricht mit einer Fehlermeldung ab, sobald mehr als 1.000 Varianten auf einmal zu erzeugen wären, und verweist auf die Erzeugung aus dem Verkaufsauftrag (Modus Dynamically); die Grenze liest der Code aus dem Systemparameter product.dynamic_variant_limit und nimmt 1.000, wenn dort nichts steht. Der Beleg dafür stammt aus dem Community-Repository; eine Grenze für Enterprise nennen die geöffneten Seiten nicht.
| Ebene | Was Dokumentation 20.0 und Community-Quellcode beschreiben | Folge für den Maschinenbau |
|---|---|---|
| Produkt und Variante | Attributwerte ergeben die Variante; im Community-Repository nimmt am Attributwert das Feld Exclude For einzelne Kombinationen mit Werten eines anderen Attributs aus, der Konfigurator zeigt diese Werte als nicht verfügbar; mehr als 1.000 Varianten auf einmal legt der Zweig 20.0 nicht an, sondern bricht mit einer Fehlermeldung ab | Jede verkaufbare Konfiguration muss als Wertekombination definiert sein; verbotene Paare sperren Sie am Attributwert, alles darüber hinaus bleibt Prüfschritt im Angebot oder Erweiterung |
| Stückliste je Variante | Komponenten tragen Auf Varianten anwenden; innerhalb eines Attributs gilt ODER, zwischen Attributen UND; dasselbe gilt für Vorgänge und Nebenprodukte | Eine Optionsliste lässt sich in einer Stückliste abbilden, solange die Optionslogik in Attributwerten aufgeht |
| Stückliste je Auftrag | Das Feld Referenz unterscheidet ähnliche Stücklisten desselben Produkts und ist bei der Auswahl am Fertigungsauftrag sichtbar; das Feld Produktvariante gilt genau einer Variante | Als Modellierung empfiehlt sich für die kundenspezifische Maschine eine eigene Stückliste mit Referenz; eine Stückliste für genau eine Variante ist ebenfalls möglich |
| Änderung und Version | PLM führt Änderungsaufträge mit Stufen, sichert die Produktionsstückliste als Revision und macht Versionen sichtbar | Ohne PLM fehlen die automatische Revision der Produktionsstückliste und die Versionsnummer an der Stückliste; die Stände halten Sie dann über je eigene Stücklisten mit unterscheidbarer Referenz auseinander |
Den Unterschied zwischen den beiden Stücklistenwegen beschreibt die Dokumentation 20.0 selbst: Wo Komponenten über Auf Varianten anwenden zugeordnet werden, bleibt das Feld Produktvariante in der Kopfzeile der Stückliste leer; das Feld ist für die Stückliste gedacht, die genau einer Variante gilt. Für ein Einzelstück ist die Stückliste mit eigener Referenz die Modellierung, die auch nach mehreren Aufträgen desselben Produkts noch unterscheidbar bleibt.
Mehr als den Standard brauchen Sie an drei Stellen. Erstens, wenn der Kunde Baugruppen, Antriebe oder Schutzausrüstung frei kombinieren darf und die Stückliste daraus entstehen soll: Attribute liefern nur dann die richtige Stückliste, wenn jede zugelassene Verbindung vorher als Wertekombination angelegt ist. Zweitens, wenn unzulässige Kombinationen im Angebot ausgeschlossen werden sollen: Das Community-Repository führt am Attributwert das Feld Exclude For (excluded_value_ids), das einen Wert für Werte eines anderen Attributs desselben Produkts sperrt, und der Konfigurator kennzeichnet ausgeschlossene Werte als nicht verfügbar; die Liste, die der Knopf Configure an der Attributzeile des Produktformulars öffnet, führt die Spalte Exclude For. Brauchen Sie darüber hinaus eine Bedingung, etwa eine Sperre, die erst beim dritten Wert greift, prüfen Sie sie im Angebot oder lassen Sie sie erweitern. Drittens, wenn je Auftrag konstruiert wird: Dann trägt die Stückliste mit eigener Referenz die Struktur, und Änderungsaufträge mit Stücklistenversionen (PLM, laut Editionsvergleich nur Enterprise) sind der dokumentierte Weg, den Stand festzuhalten, der ausgeliefert wurde; ohne PLM legen Sie dafür je Änderungsstand eine eigene Stückliste mit eigener Referenz an.
Was das Branchenpaket Kundenspezifische Industrieausrüstung abdeckt
Odoo ordnet jeder Branche ein Paket vorkonfigurierter Daten zu. Für den Maschinenbau führt die Branchenseite das Paket Kundenspezifische Industrieausrüstung und beschreibt es als Paket für EPC-Projekte (Engineering, Beschaffung und Construction), Engineering-to-Order-Lösungen und schlüsselfertige Projekte. Die Release Notes zu Odoo 20 (September 2026) nennen denselben Umfang ausführlicher: den durchgängigen Prozess vom ersten Entwurf und der Prototypenentwicklung über Fertigung, Beschaffung und Installation vor Ort bis zum langfristigen Betriebserfolg durch Wartung und technischen Support.
Welche Apps das Paket vorinstalliert und welche Daten es mitbringt, steht auf den geöffneten Seiten nicht; die Dokumentation 20.0 beschreibt Apps und keine Branchenpakete. Prüfen Sie das in einer Testdatenbank und vergleichen Sie die installierten Apps mit dem Editionsvergleich: Fehlt eine App, die ein Schritt des Ablaufs braucht, fehlt der Schritt unabhängig davon, ob das Paket ihn vorbereitet.
Welche Nachweise die Maschine begleiten muss
Für Maschinen, die in der Europäischen Union auf dem Markt bereitgestellt oder dort in Betrieb genommen werden, gilt ab 20. Januar 2027 die Verordnung (EU) 2023/1230 (Maschinenverordnung); die Richtlinie 2006/42/EG wird mit Wirkung vom selben Tag aufgehoben (Art. 54 Abs. 2, Art. 51 Abs. 2). Maßgeblich ist das durch die Berichtigung vom 4. Juli 2023 (Amtsblatt L 169/35) geänderte Datum. Maschinen, die vor dem 20. Januar 2027 entsprechend der Richtlinie in Verkehr gebracht wurden, dürfen weiter auf dem Markt bereitgestellt werden (Art. 52 Abs. 1). Deutschland und Österreich sind als Mitgliedstaaten gebunden; die Schweiz gehört der Union nicht an, und wer von dort Maschinen in der Union auf dem Markt bereitstellt, muss die Verordnung dennoch einhalten (Art. 2 Abs. 1, Art. 3 Nr. 11). Drei Pflichten bestimmen, was in Odoo abgelegt werden muss:
- Der Hersteller bewahrt die technischen Unterlagen und die EU-Konformitätserklärung nach dem Inverkehrbringen oder der Inbetriebnahme mindestens zehn Jahre für die Marktüberwachungsbehörden auf (Art. 10 Abs. 3).
- Die Betriebsanleitung darf in digitaler Form bereitgestellt werden; dann muss sie während der voraussichtlichen Lebensdauer und mindestens zehn Jahre nach dem Inverkehrbringen online zugänglich sein, in einem Format, das der Nutzer ausdrucken, herunterladen und speichern kann, und auf Verlangen zum Zeitpunkt des Kaufs innerhalb eines Monats kostenlos in Papierform (Art. 10 Abs. 7). Für Maschinen, die für nichtprofessionelle Nutzer bestimmt sind oder von ihnen verwendet werden können, müssen die für die sichere Inbetriebnahme und Verwendung wesentlichen Sicherheitsinformationen in Papierform bereitstehen (Art. 10 Abs. 7 letzter Unterabsatz).
- In der Betriebsanleitung ist anzugeben, welche Inspektionen und Wartungsarbeiten in welchen Abständen aus Sicherheitsgründen durchzuführen sind; erforderlichenfalls ist anzugeben, welche Teile dem Verschleiß unterliegen und nach welchen Kriterien sie auszutauschen sind (Anhang III Nr. 1.3.2). Sicherheitsbauteile, die als Ersatzteile für identische Bauteile dienen und vom Hersteller der ursprünglichen Maschine geliefert werden, nimmt Art. 2 Abs. 2 Buchst. a vom Anwendungsbereich aus.
Daraus folgt für die Ablage: Die Maschine braucht eine Identität, die den Nachweis trägt, also ein Produkt mit Los- oder Seriennummer, das der Reparaturauftrag wieder aufnimmt. Die Dokumente gehören an den Datensatz, dessen Version Sie belegen müssen: Design-Dateien an die Stückliste, Unterlagen an den Änderungsauftrag, Betriebsanleitung und Konformitätserklärung an das Produkt oder in die Dokumentenablage. Die Wartungsabstände aus der Betriebsanleitung übersetzen Sie in vorbeugende Wartungsanfragen und Ersatzteil-Kits; die Wartung kennt dafür den Typ Vorbeugend, ein geplantes Datum und die Ausrüstung als Bezug. Einen festen Turnus tragen Sie in einen Abonnementplan ein (App Abonnements, laut Editionsvergleich nur Enterprise) oder in eine wiederkehrende Aufgabe im Projekt, die Sie in den Projekteinstellungen unter Recurring Tasks einschalten.
Typische Fehler
- Einzelstück als Variante ohne eigene Stückliste. Attribute erzeugen Kombinationen, keine Konstruktion. Wird die Maschine als Variante geführt, braucht sie eine Stückliste, die für diese Variante gilt (Feld Produktvariante) oder deren Komponenten über Auf Varianten anwenden auf sie zutreffen; für ein Einzelstück ist ein eigenes Produkt mit eigener Stückliste und dem Feld Referenz die einfachere Modellierung.
- Instantly ohne Rechnung eingeschaltet. Vier Attribute mit je vier Werten ergeben 256 Varianten, jede mit eigenem Bestand. Prüfen Sie die Zahl vor dem Anlegen der Attribute; über 1.000 Varianten auf einmal bricht der Quellcode des Zweigs 20.0 das Anlegen ab.
- Unterbaugruppe ohne Auslöser. Ohne Nachbestellregel mit Minimum und Maximum 0 oder Route MTO bleibt der Fertigungsauftrag der Unterbaugruppe aus, und die Komponenten fehlen im Hauptauftrag.
- Version nicht gesichert. Ohne PLM gibt es keine automatische Revision der Produktionsstückliste und keine Versionsnummer an der Stückliste. Legen Sie dann je Änderungsstand eine eigene Stückliste mit unterscheidbarer Referenz an, damit bei einer Reklamation erkennbar bleibt, welcher Stand ausgeliefert wurde. PLM gehört laut Editionsvergleich zu Enterprise.
- Dokumente am Arbeitsplatz statt am Datensatz. Eine Betriebsanleitung im Dateiordner einer Person ist nach Jahren nicht mehr einer Seriennummer zuzuordnen; sie gehört an Produkt, Stücklistenversion oder Änderungsauftrag.
- Edition im Angebot nicht geprüft. Werkstatt, Qualität, Außendienst, Dokumente und Abonnements nennt der Editionsvergleich nur für Enterprise. Ein Ablauf, der darauf aufbaut, läuft in Community nicht.
So gehen Sie vor
- Trennen Sie in Ihrer Produktliste die Serienmaschine mit Optionsliste von der kundenspezifischen Anlage. Für die erste liegt ein Produkt mit Attributen nahe; für die zweite empfiehlt sich eine Stückliste je Auftrag mit eigener Referenz.
- Schreiben Sie die Kette auf, Schritt für Schritt, und hängen Sie an jeden Schritt die Edition aus dem Editionsvergleich. Vergleichen Sie die Liste mit den Apps, die in Ihrer Testdatenbank installiert sind; den Unterschied erklärt Odoo Community oder Enterprise.
- Rechnen Sie die Variantenzahl aus, bevor Sie Instantly einschalten, und legen Sie fest, welche Werte Sie überhaupt kundenseitig zulassen.
- Entscheiden Sie, ob Sie Stücklistenversionen brauchen. Wenn ja, ist PLM mit Änderungsaufträgen der dokumentierte Weg; ohne PLM sichern Sie den Stand über je eine eigene Stückliste mit unterscheidbarer Referenz. Den PLM-Ablauf beschreibt Produktlebenszyklus (PLM) in Odoo.
- Legen Sie vor dem ersten Auftrag fest, wo technische Unterlagen, Betriebsanleitung und Konformitätserklärung je Seriennummer liegen und wer sie nach zehn Jahren noch findet.
- Prüfen Sie die Prüfschritte: Qualitätskontrollpunkte an Empfang, Fertigung und Lieferung nach Qualitätskontrolle in Odoo, Wartungsanfragen nach Wartung und Instandhaltung. Was die Fertigung selbst leistet, steht in Odoo für die Fertigung.