Odoo für Startups: Mit wenigen Apps starten
Kurz gesagt
Für die Gründungsphase genügen drei Apps: CRM für Interessenten, Verkauf für Angebot und Auftrag, Rechnungsstellung für die Rechnung. Damit endet der Gratis-Tarif, der genau eine App umfasst, und es gilt auf Odoo Online der Tarif Standard mit 19,90 Euro je Benutzer und Monat im ersten Jahr bei jährlicher Abrechnung; der Rabatt gilt laut Preisseite zwölf Monate für anfänglich bestellte Nutzer, der Listenpreis ist 24,90 Euro, alle Beträge in Euro ohne Steuern, Stand 14. Oktober 2026 (odoo.com/de_DE/pricing), Änderungen möglich. Die App Buchhaltung mit Länderlokalisierung führt der Editionsvergleich nur in der Enterprise-Spalte.
Das Wichtigste
- Gratis-Tarif: genau eine App, unbegrenzte Benutzer, 0 Euro, nur auf Odoo Online.
- Ab der zweiten selbst installierten App gilt auf Odoo Online der Tarif Standard: 19,90 Euro je Benutzer und Monat im ersten Jahr bei jährlicher Abrechnung, Listenpreis 24,90 Euro; der Rabatt gilt zwölf Monate für anfänglich bestellte Nutzer (Stand 14. Oktober 2026, ohne Steuern, Änderungen möglich).
- Die Startkombination folgt dem ersten Ablauf, der Erlös bringt, nicht dem Lizenzbudget.
- Der Editionsvergleich führt die App Buchhaltung mit Lokalisierung, Abonnements, Kundendienst und Studio nur in der Enterprise-Spalte; die Community-Version enthält daneben das Rechnungsstellungsmodul (account) und die deutsche Lokalisierung l10n_de.
- Im Tarif Standard kostet die Zahl der Apps keinen Aufpreis; teurer werden Benutzer und der Tarifwechsel.
- In Deutschland gilt § 146 AO für die Buchführung; die Lokalisierung l10n_de schaltet den Prüfpfad ein.
Am Anfang steht der erste vollständige Kreislauf von der Anfrage bis zur Rechnung, nicht die Liste aller Apps. Jede weitere App kommt dazu, sobald ein Auslöser im Betrieb sie verlangt.
Worauf es in der Gründungsphase ankommt
Alle Apps eines Odoo-Systems arbeiten in einer Datenbank und teilen dieselben Stammdaten. Ein Kontakt, der im CRM als Interessent angelegt wurde, wird beim Verkaufsauftrag zum Kunden und bei der Rechnung zum Rechnungsempfänger. Die Dokumentation nennt die App Kontakte (Contacts) den Stammsatz für alle Geschäftsbeziehungen eines Unternehmens.
Die zweite Grenze ist der Tarif. Der Gratis-Tarif trägt genau einen Ablauf; seine Grenze ist nicht die Nutzerzahl, sondern die Zahl der Apps und das Hosting auf Odoo Online. Verknüpfte Apps zählt Odoo dazu: Wer den E-Commerce wählt, erhält Website und Rechnungsstellung mit. Sobald Sie weitere Apps selbst installieren, gilt der Tarif Standard auf Odoo Online; darin sind alle Apps zu einer festen Gebühr je Benutzer enthalten. Die Zahl der Apps erhöht den Preis dort nicht. Teuer werden Benutzer und der Tarifwechsel.
Die dritte Größe ist die Benutzerzählung: Zahlend ist, wer im Backend Dokumente erstellt, ansieht oder bearbeitet, und ebenso ein Mitarbeiterdatensatz ohne verknüpftes Konto; Kunden und Lieferanten im Portal zählen nicht.
Der Fahrplan für die Jahre eins bis drei
Die Tabelle ordnet jedem Auslöser die Apps zu und nennt die Folge für Tarif und Edition; die Jahre sind Anhaltspunkte, keine Fristen.
| Phase | Auslöser | Apps | Folge für Tarif und Edition |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | erste Anfragen, noch kein wiederkehrender Ablauf | Kontakte, CRM | eine App: Gratis-Tarif, unbegrenzte Benutzer, nur Odoo Online |
| Jahr 1 | erster Auftrag, erste Kundenrechnung | Verkauf, Rechnungsstellung | zweite App: Tarif Standard auf Odoo Online, alle Apps; 19,90 Euro je Benutzer und Monat im ersten Jahr, jährliche Abrechnung |
| Jahr 1 bis 2 | Kundschaft sucht Sie im Netz | Website, E-Commerce | im Tarif Standard enthalten; eine neu registrierte Domain ist auf Odoo Online im ersten Jahr gratis (eine Domain je Kunde) |
| Jahr 2 | Abrechnung nach Stunden und Aufwand | Projekte, Zeiterfassung | im Tarif Standard enthalten; Rasteransicht und Validierung nur Enterprise |
| Jahr 2 | wiederkehrende Erlöse | Abonnements (Subscriptions) | Editionsvergleich: nur Enterprise |
| Jahr 2 | eigene Waren, Vorräte, Einkauf | Lager, Einkauf | im Tarif Standard enthalten |
| Jahr 2 | Verkauf im Ladenlokal oder Restaurant | Kassensystem (Point of Sale) | im Tarif Standard enthalten; in Deutschland nur mit zertifizierter Sicherheitseinrichtung (§ 146a AO) |
| Jahr 3 | Team wächst, Kunden melden Störungen | Personal, Abwesenheiten, Kundendienst | Personal und Abwesenheiten in beiden Editionen, Kundendienst nur Enterprise |
| Jahr 3 | eigene Module, mehrere Firmen, eigener Server | Odoo Studio, eigene Module | Tarif Custom im Odoo-Abonnement; Hosting auf Odoo.sh wird getrennt berechnet; eine selbst betriebene Community-Installation ohne Abonnement trifft diese Tarife nicht |
Innerhalb des Tarifs Standard ändert die Zahl der Apps den Preis nicht, weil die Preisseite alle Apps zu einer festen Gebühr je Benutzer führt. Alle in diesem Artikel genannten Lizenzpreise sind Beträge der deutschsprachigen Preisseite odoo.com/de_DE/pricing, gelesen am 14. Oktober 2026, in Euro, ohne Steuern und bei jährlicher Abrechnung, sofern nicht anders angegeben; Odoo kann sie ändern, prüfen Sie sie vor dem Abschluss. Die geöffnete Preisseite nennt Euro-Beträge; für die Schweiz sagt sie nichts über Franken-Beträge.
Was an der Buchhaltung hängt
Die deutsche Ordnungsvorschrift zur Buchführung ist § 146 der Abgabenordnung (AO). Danach sind Buchungen einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet vorzunehmen; eine Buchung darf nicht so verändert werden, dass der ursprüngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist (Absatz 4). Die deutsche Lokalisierung (l10n_de) schaltet den Prüfpfad (Audit Trail) standardmäßig ein (Dokumentation 20.0, Germany).
Wer in Deutschland mit einem Kassensystem kassiert, muss es nach § 146a Abs. 1 AO mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung schützen; die deutsche Lokalisierung enthält dafür ein Zertifizierungsmodul mit Cloud-Anbindung. Österreich und die Schweiz haben eigene Lokalisierungspakete, für Österreich mit Berichten, SAF-T-Export und einem Modul für die Registrierkassenregeln, für die Schweiz mit Einzahlungsscheinen und Kursabgleich über die Eidgenössische Steuerverwaltung. Welche Pflichten Sie treffen, hängt von Land, Rechtsform und Umsatz ab; das klärt Ihre Steuerberatung.
Ein Rechenbeispiel für vier Personen
Beispielrechnung mit erfundenen Annahmen: ein Dienstleistungs-Start-up, vier Benutzer mit Backend-Zugriff, keine Light User, keine Anpassungen, Tarif Standard auf Odoo Online, jährliche Abrechnung, ohne Steuern. Die Preise sind Euro-Beträge der Seite odoo.com/de_DE/pricing vom 14. Oktober 2026 und bei jährlicher Abrechnung für anfänglich bestellte Nutzer zwölf Monate rabattiert; Odoo kann sie ändern.
| Jahr | Benutzer | Rechnung | Lizenz im Jahr |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | 4 | 4 × 19,90 × 12 | 955,20 Euro |
| Jahr 2 | 4 | 4 × 24,90 × 12 | 1.195,20 Euro |
| Jahr 2 nach zwei Einstellungen | 6 | 6 × 24,90 × 12 | 1.792,80 Euro |
| Jahr 3 | 10 | 10 × 24,90 × 12 | 2.988,00 Euro |
Im ersten Jahr kostet die Lizenz 955,20 Euro; ab dem zweiten Jahr entfällt der Erstjahresrabatt, und derselbe Umfang kostet 1.195,20 Euro. Neue Benutzer während der Laufzeit rechnet Ziffer 5.1 zum Listenpreis der jährlichen Abrechnung von 24,90 Euro für den Rest der Laufzeit ab. Mit dem Success Pack Starter zu 499,00 Euro Neukundenpreis für vier Beraterstunden steigt das erste Jahr auf 1.454,20 Euro (Seite odoo.com/de_DE/pricing-packs, Neukundenrabatt laut Fußnote nur für das erste Paket). Im Gratis-Tarif wären es 0 Euro, aber nur für eine einzige App. Bei monatlicher Abrechnung kostet derselbe Umfang 24,90 Euro je Benutzer und Monat, im ersten Jahr 1.195,20 Euro.
Die Rechnung enthält kein Hosting auf Odoo.sh, keine Anpassungen und kein Guthaben für In-App-Einkäufe wie SMS oder Belegerkennung.
Typische Fehler
- Alle Apps auf einmal installieren. Jede App bringt eigene Pflege und Stammdaten mit, und Optionen ohne Auslöser bleiben ungenutzt.
- Den Gratis-Tarif fest einplanen und dann zwei Abläufe brauchen. Die Lizenz wird ab dem Wechsel je Benutzer und Monat berechnet, bei jährlicher Abrechnung 19,90 Euro im ersten Jahr und 24,90 Euro zum Listenpreis.
- Die Community-Version herunterladen und die volle Buchhaltung erwarten. Der Community-Quellcode der Version 20.0 enthält das Rechnungsstellungsmodul (account) und die deutsche Lokalisierung l10n_de; die App Buchhaltung mit Hauptbuch, Abstimmung der Kontoauszüge, Budgets und Berichten führt der Editionsvergleich nur in der Enterprise-Spalte.
- Apps im Produktivsystem ausprobieren. Das Installieren kann abhängige Module mitbringen und die Abonnementkosten verändern (Dokumentation 20.0, Apps and modules); testen Sie in einer Kopie der Datenbank.
- Light User für alle annehmen. Die Lizenz vergibt Odoo laut Preisseite über einen Beratungstermin, und wer Backend-Dokumente bearbeitet, zählt als zahlender Benutzer.
- Eigene Module zum Start planen. Im Odoo-Abonnement setzen sie den Tarif Custom voraus (35,90 Euro je Benutzer und Monat im ersten Jahr bei jährlicher Abrechnung) und, bei eigenem Hosting, das Hosting dazu; eine selbst betriebene Community-Installation ohne Abonnement trifft diese Tarifgrenze nicht.
So gehen Sie vor
- Schreiben Sie den ersten Ablauf auf, der Geld bringt, von der Anfrage bis zur Rechnung; die Vorlage steht unter Anforderungen sammeln.
- Wählen Sie dafür die kleinste App-Kombination und richten Sie die Kundenakte zuerst ein, wie unter CRM einrichten beschrieben.
- Zählen Sie die Benutzer nach der Definition der Preisseite und prüfen Sie je Person, ob ein Light User genügt.
- Legen Sie je weiterer App einen Auslöser fest statt eines Kalenderdatums, etwa den ersten Abo-Vertrag für Abonnements in Odoo.
- Entscheiden Sie Edition und Hosting vor dem ersten bezahlten Monat; die Unterschiede stehen unter Community oder Enterprise und in den Hosting-Optionen.
- Rechnen Sie erstes und zweites Jahr getrennt, wie unter Odoo-Gesamtkosten rechnen, und prüfen Sie die Buchhaltung unter Odoo Buchhaltung im Überblick.